1&1 Drillisch: ZTE, Huawei und Co. sind raus

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Nachdem sich 1&1 wichtige Frequenzen bei der 5G-Auktion sichern konnte, arbeitet der Provider am eigenen Netz. Nun wurden die erste 1&1 Mobilfunkmasten für das neue 1&1 Netz gesichtet. Diese stehen in Karlsruhe und Montabaur, dienen jedoch vorerst Testzwecken.

Update vom 14.06.2021

1&1 verzichtet auf chinesische Netztechnik

Gegenüber der Welt am Sonntag machte 1&1-Chef Ralph Dommermuth eine überraschende Ankündigung. Denn beim Netzausbau für das hauseigene Netze soll anders als vernutet nun doch kein chinesischer Hersteller für die Netztechnik ins Boot geholt werden:

Wir planen das Netz ohne chinesische Anbieter.

Konkret heißt dass, dass Anbieter wie Huawei und ZTE nicht mehr am 1&1-Netz mitarbeiten werden. Dabei setzt die Anfang 2020 zu Testzwecken auf dem Firmensitz in Montaubaur sowie in Karlsruhe installierten 5G-Antennen noch auf die Technik von ZTE. Deswegen stand der Anbieter hoch im Kurs, um auch den weiteren Netzausbau zu begleiten. Allerdings hat man bei 1&1 erkannt, dass eine Zusammenarbeit mit einem chinesischen Hersteller auf Negativstimmen stoßen würde:

Die Bedenken in der Politik wiegen über alle Fraktionen hinweg erkennbar schwer. Eine politische Genehmigung durchzukämpfen dürfte also ebenso schwer werden, und sie könnte jederzeit widerrufen werden.

In den letzten Jahren waren chinesische Hersteller aufgrund ihrer Nähe zur chinesischen Staatsführung in die Kritik geraten. Spionageverdacht und Sicherheitsbedenken liegen seitdem im Raum. Nun will 1&1 auf einen Mix aus verschiedenen Herstellern setzen und mit dem Ausbau des eigenen Netzes im dritten Quartall 2021 starten. Bis das Netz steht, müssen Kunden jedoch mit einigen Jahren rechnen, so Dommermuth: „Es gibt Millionen 4G-Smartphones im Markt, sodass wir ein kombiniertes 4G-und-5G-Netz bauen, damit unsere Nutzer nicht zwangsweise ein 5G-Gerät kaufen müssen.“

Update vom 15.02.2021

1&1 nimmt o2-Angebot an

1&1 hat das überarbeitete Angebot von Telefónica angenommen. Bis Mitte Mai 2021 wollen beide Parteien die Details final festmachen. Danach wird 1&1 nach und nach das hauseigene Netz mit National Roaming im o2-Netz umsetzen.

Update vom 09.02.2021

1&1 Netz ab Mai?

Nachdem Telefónica 1&1 ein neues Angebot zum National Roaming vorgelegt hat, könnte der Aufbau des 1&1 Netzes bereits in wenigen Wochen beginnen. Gegenüber Golem.de erklärte Unternehmenssprecherin Lisa Pleiß, dass „der Bau unseres eigenen Mobilfunknetzes starten“ könne, sobald der Provider die Zusicherung für den Zugang zum National Roaming erhalten hat. „Alle weiteren Voraussetzungen für den erfolgreichen Start unseres Mobilfunknetzes haben wir bereits in den letzten Monaten geschaffen“, so die Sprecherin.

Obwohl das Unternehmen das neue Angebot derzeit noch prüft, könnte ein Vertragsabschluss bereits bis Mai 2021 erfolgen. Sobald das geschehen ist, dürfte 1&1 zeitnah mit dem Aufbau des eigenen Netzes beginnen. Mit dem Start ist also – sofern es keine weiteren Verzögerungen gibt – bereits ab Mai zu rechnen. Wann das Netz einsatzbereut und für Kunden nutzbar sein wird, ist jedoch noch nicht bekannt.

Ursprünglicher Artikel

Erste Antennen von 1&1

Bei der Frequenzauktion im letzten Jahr hat auch 1&1 mitgemischt. Dabei konnte sich der Provider wichtige Frequenzen aus dem Bereich 5G sichern. Mit diesen soll nun ein eigenes Mobilfunknetz aufgebaut werden, mit dem 1&1 als vierter Netzbetreiber agieren will. Doch seit dem Ende der Auktion ist es eher ruhig um diese Pläne geworden. Im Hintergrund scheint 1&1 jedoch mit Hochdruck an dem eigenen Netz zu arbeiten.

Auch erste Antennen sind bereits in Betrieb und dienen dem Test des neuen Netzes. Eine davon steht in Karlsruhe, die andere im Montabaur. Diese sind jeweils an den Firmensitzen des Unternehmens installiert. Darauf wurde der YouTuber Tobske aufmerksam und nahm die Sendeanlage genauer unter die Lupe. Dabei kommt in Karlsruhe eine 4×4-MIMO-Antenne des amerikanischen Herstellers Commscope zum Einsatz. Außerdem setzt das Unternehmen hier auf die 5G-Technik von ZTE.

Sind die 1&1 Mobilfunkmasten bereits nutzbar?

Allerdings nutzt 1&1 die Sendeanlagen vorerst lediglich für interne Tests und ähnliches. Das heißt, dass Nutzer sich noch nicht in die Antennen einbuchen und über diese surfen können. Das hat auch Tobske mit zwei verschiedenen 5G-Smartphones erfolglos versucht. Gegenüber Golem erklärte 1&1, dass derzeit erste 5G-Tests an verschiedenen Standorten durchgeführt werden. Dabei überprüft der Anbieter auch, welchen Netzausrüster er für den Ausbau des Netzes nutzen wird. Das heißt, dass die Entscheidung noch nicht final für ZTE gefallen ist und auch andere Hersteller im Rennen sind.

Bei der 5G-Frequenzauktion gab 1&1 Drillisch mehr als 1 Milliarde Euro aus. Dafür sicherte sich das Unternehmen 2 x 20 MHz im Bereich von 2 GHz und 50 MHz im Bereich von 3,6 GHz. Ob und wann der Anbieter das eigene Netz in Betrieb nehmen wird, ist noch nicht bekannt.

FAQ

Wann ist das 1&1 Mobilfunknetz verfügbar?

Einen festen Termin für den Start des 1&1 Mobilfunknetzes gibt es noch nicht. Derzeit arbeitet das Unternehmen am Aufbau der Infrastrukturen. Wann diese jedoch in Betrieb gehen werden, bleibt abzuwarten.

Kann ich das 1&1 Netz schon nutzen?

Bislang können Kunden noch nicht auf die Antennen und Sender von 1&1 zugreifen. Diese dienen vorerst internen Tests sowie der Auswahl des richtigen Netzwerkausrüsters.

Wo stehen die 1&1 Antennen?

Die ersten Antennen des neuen 1&1 Netzes stehen in Montabaur und Karlsruhe. Jeweils bei den Firmensitzen des Unternehmens. Nach und nach werden hier weitere hinzukommen.

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