1&1 Netz: Straffer Zeitplan für Aufbau des vierten Handynetzes

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Nach der National Roaming Vereinbarung zwischen Telefónica und 1&1 muss der Provider den Aufbau des eigenen Netzes schnellstmöglich in Angriff nehmen. Denn die Vorgaben der Bundesnetzagentur sehen einen straffen Zeitplan vor.

Update vom 15.07.2021

1&1 baut Sendemast bei Schweinfurt

Der Provider 1&1 baut in der Nähe von Schweifurt den ersten eigenen kommerziellen Mobilfunkmast. Das geht aus einer Meldung der Mainpost hervor. Den Angaben nach soll die Antennen in Hesselbach, einem Ortsteil von Üchtelhausen im Landkreis Schweinfurt entstehen. Neben der eigenen Infrastruktur können zudem die übrigen Netzbetreiber auf Wunsch eigene Technik anbringen. Einen solchen Wunsch habe bereits die Telekom geäußert, so die Tageszeitung. Üchtelhausens Bürgermeister Johannes Grebner meint:

Weitere Mitnutzungsanfragen insbesondere von Telefónica (O2/E-Plus) werden erwartet, da in Hesselbach keine ausreichende LTE-Abdeckung gegeben ist. Um einen möglichst verträglichen Standort des Mastes realisieren zu können, beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung, eine Fläche des Bauhofgrundstücks im Gewerbegebiet an 1 & 1 zu vermieten.

Die 1&1 Antenne ist die erste ihrer Art, die der Provider außerhalb des eigenen Firmengeländes und ersten limitierten Teststrecken errichtet. Ob weitere eigene Sendemasten folgen, bleibt abzuwarten.

Ursprünglicher Artikel

1&1 steht bei Netzausbau unter Druck

Seit Mitte 2019 besitzt 1&1 Mobilfunkfrequenzen, mit denen der Provider ein eigenes Netz aufbauen will. Doch auch gut zwei Jahre nach der Auktion ist vom 1&1 Handynetz noch nicht viel zu sehen. Zwar funken bereits ein paar Antennen im Testbetrieb, für Kunden steht das Netz jedoch noch nicht bereit. Das liegt unter anderem daran, dass 1&1 lange mit den etablierten Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica o2 um eine National Roaming Vereinbarung gefeilscht hat.

Diese liegt nun vor und soll bis Mai 2021 finalisiert werden. Und das ist auch dringend nötig, denn 1&1 muss nun einen straffen Zeitplan einhalten, um das eigene Netz wie geplant an den Start zu bringen. Im Zuge der Frequenzauktion musste sich der Anbieter verpflichten, bestimmte Etappenziele zu erreichen, über die die Bundesnetzagentur mit Argusaugen wacht. Die Dringlichkeit des Ausbaus wird in einer Mitteilung der Behörde deutlich:

Mit dem Vorliegen einer Roaming-Vereinbarung ist die wesentliche Forderung der 1&1 Drillisch erfüllt. Die Bundesnetzagentur erwartet, dass 1&1 Drillisch schnellstmöglich mit dem Netzaufbau beginnt und die Frequenzen einer effizienten Nutzung zuführt.

Ausbauziele für 2023 und Co.

Auf dem National Roaming ausruhen kann sich der Provider nun jedoch nicht. Denn die Ausbauverpflichtungen, denen 1&1 mit Ersteigerung der Frequenzen zugestimmt hat, sehen vor, dass das eigene Netz bereits bis Ende 2023 mindestens 25 Prozent der deutschen Haushalte erreicht. Wie inside-handy.de schreibt, müssen es im nächsten Schritt bis 2025 gut 50 Prozent der Haushalte sein. Allerdings darf hierbei nicht nur das LTE-Netz zum tragen kommen. Denn parallel zu den Versorgungsauflagen müssen zusätzlich 1.000 5G-Basistsationen errichtet werden.

Der ohnehin schon stramme Zeitplan wird dadurch erschwert, dass sich 1&1 bei der Auktion vor allem Frequenzen sicherte, die keine allzu hohe Reichweite haben oder gar erst ab 2026 nutzbar sind. Damit die geforderte Abdeckung gelingt sind also jede Menge Antennen notwendig. Ob 1&1 die Fristen tatsächlich einhalten kann, bleibt demnach abzuwarten. Derzeit fehlt es zudem an weiteren Details, wie das 1&1 Netz aussehen und wann es wie starten wird.

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