1&1 Drillisch: Eigenes 5G-Netz mit National Roaming im o2-Netz

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Sollte 1&1 Drillisch bei der derzeit laufenden 5G-Versteigerung tatsächlich zum Zuge kommen, plant das Unternehmen den Netzausbau auf Basis von National Roaming. Dafür hat der Anbieter das Unternehmen Telefónica im Blick, mit dem es bereits Netznutzungsvereinbarungen gibt.

1&1 Drillisch will 5G-Netz

Seit etwas mehr als einer Wochen bieten die Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 Drillisch gegeneinander um die begehrten 5G-Frequenzen. Vor allem 1&1 Drillisch erhofft sich ein Stück vom Kuchen und möchte bei einem Erfolg in Zukunft als vierter Netzbetreiber agieren. Doch der Aufbau eines neuen Netzes ist nicht nur eine Kostenfrage, auch logistisch kommt in diesem Fall viel auf das Unternehmen zu. Ob und wann Kunden auf ein eigenständiges 1&1-Netz zugreifen können steht in den Sternen. Auch, weil dieses direkt davon abhängig ist, welche Frequenzblöcke sich 1&1 Drillisch bei der 5G-Frequenzauktion sichern kann.

Sollte die Versteigerung von Erfolg für das Unternehmen gekrönt sein, plant 1&1 Drillisch den Aufbau eines eigenen 5G-Netzes. Doch diesen Plan kann der Anbieter nicht ohne Hilfe umsetzen. Denn einige der Frequenzen werden erst 2026 frei und können vorher nicht für den 5G-Mobilfunk genutzt werden. Bis damit ein flächendeckendes Netz entsteht, vergehen noch Jahre. Deshalb plant 1&1 Drillisch, sich einen Partner ins Boot zu holen, der einige dieser weißen Flecken abfedert. Wie inside-handy berichtet, denkt das Unternehmen dabei vorrangig an Telefónica, den Konzern hinter dem o2-Netz.

National Roaming im o2-Netz

In einer Telefonkonferenz ließ Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, durchblicken, dass sich das Unternehmen ein National Roaming mit Telefónica vorstellen könne, heißt es. Das bedeutet, dass 1&1 Drillisch in Regionen, in denen das eigene Netze (noch) nicht verfügbar ist, auf die Infrastrukturen von o2 zugreift und die eigenen Dienste über das Telefonica-Netz realisiert. Ob Telefónica über diese Pläne bereits informiert ist oder wie der Netzbetreiber zu ihnen steht, ließ der Manager offen.

Gemeinsame Netznutzung durch E-Plus Übernahme

Eine gemeinsamen Netznutzung mache die derzeitige Zusammenarbeit der beiden Unternehmen möglich, so Dommermuth. Denn im Zuge der E-Plus-Übernahme musste Telefónica Netzkapazitäten für Drillisch freigeben. Seitdem kann das Unternehmen bis zu 30 Prozent des o2-Netzes nutzen, um die eigenen Tarife bereitzustellen. Der dieser Zusammenarbeit zugrundeliegende Vertrag könne auf das National Roaming ausgeweitet werden, ist man sich bei United Internet sicher.

Bislang hat der Vertrag eine Laufzeit bis 2020, könne jedoch noch bis zu zweimal um je fünf Jahre verlängert werden. Auf dieser Basis sei das Unternehmen zuversichtlich, dass man mit Telefónica zu einer gemeinsamen Lösung gelangen könne, schreibt inside-handy. Ob Telefónica der gleichen Meinung ist, ist derzeit offen.