1&1: United Internet als Netzbetreiber vor allem für o2 ein Problem

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Im Frühjahr steht die Vergabe der 5G Frequenzen an. Mit United Internet bewirbt sich ein neues Unternehmen um Mobilfunkfrequenzen. Vor allem für o2 könnte ein zusätzlicher Netzbetreiber zum Problem werden, wir verraten warum.

1&1 möchte 5G Frequenzen ersteigern

Bei der 5G Frequenzauktion wird neben der Telekom, Vodafone und Telefonica das Mobilfunkunternehmen United Internet teilnehmen. Damit erhöht sich die Anzahl der Bieter auf vier. Die Vergabe der 5G Frequenzen ist im Frühjahr 2019 geplant. Allerdings haben die Netzbetreiber sowie weiterer Telekommunikationsanbieter Klage gegen die finalen Vergabebedingungen eingereicht. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Frequenzauktion dadurch verzögert.

Für United Internet bietet sich mit der 5G Frequenzvergabe die Möglichkeit, den deutschen Mobilfunkmarkt richtig aufzumischen. Unter der Marke 1&1 vertreibt das Unternehmen schon seit geraumer Zeit verschiedene Handytarife im Vodafone-Netz und o2-Netz. Allerdings bleibt dem Unternehmen der Zugriff auf die schnellen LTE-Netze im D-Netz bislang verwehrt. Aus diesem Grund sieht das Unternehmen wohl akuten Handlungsbedarf und möchte ein eigenes 5G-Netz errichten. Mit dem Netzausrüste ZTE hat United Internet bereits Gespräche geführt.

Vierter Netzbetreiber für o2 ein Problem

Sollte 1&1 erfolgreich bei der 5G Frequenzvergabe mitbieten, gibt es in Deutschland wieder vier Netzbetreiber. Die gleiche Zahl an Mobilfunkanbietern mit eigenem Netz gab es bis zur Fusion zwischen o2 und E-Plus im Jahr 2014. Durch die Konsolidierung der beiden Netze zum gemeinsamen Telefonica-Netz wollte man vor allem Synergien gewinnen. Allerdings musste man im Zuge der Fusion bis zu 30 Prozent der Netzkapazität an Drillisch abgeben. Jenes Unternehmen, welches 2017 von United Internet übernommen wurde.

Um einen neuen Netzbetreiber auf dem deutschen Markt zu etablieren, sind die 5G Vergabebedingungen der Bundesnetzagentur im Vergleich zu bestehenden Anbietern weniger streng. Dies gilt vor allem für die Versorgungsverpflichtung für einen flächendeckenden Netzausbau. Daher könnte sich 1&1 beim Aufbau eines 5G-Neztes erst einmal auf die großen Städte konzentrieren. Außerhalb der Städte kann zudem die Netzkapazität von Telefonica für nationales Roaming mit LTE verwendet werden.

1&1 Kundenzuwachs durch günstige 5G-Tarife

Vor allem in Städten mit vielen Einwohnern hätte 1&1 viele potenzielle Kunden. Diese könnte das Unternehmen vor allem durch günstige Tarife im 1&1 5G-Netz zu einem Wechsel bewegen. Vor allem für o2 wird ein vierter Netzbetreiber daher zum Problem. Denn o2 setzt im Vergleich zu den Wettbewerbern Telekom und Vodafone ebenfalls auf günstigere Preise. Durch die bessere Netzqualität – vor allem auf dem Land – müssen die Betreiber der D-Netze dagegen weniger die neue Konkurrenz fürchten. Ein Preiskampf würde in erster Linie zwischen o2 und 1&1 stattfinden. Allerdings könnte 1&1 dafür sorgen, dass die Telekom und Vodafone die 5G-Netze früher für Kunden öffnen.