5G-Auktion soll Bundesregierung bis zu 5 Milliarden Euro einbringen

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Die für Anfang 2019 geplante Vergabe der 5G-Frequenzen soll den derzeitigen Plänen nach im Auktionsverfahren stattfinden. Dabei rechnet die Bundesregierung mit Einnahmen in Milliardenhöhe. Die Netzbetreiber sehen das Verfahren kritisch und empfinden es als investitionsfeindlich.

5G-Auktion bringt 5 Milliarden Euro

Anfang 2019 findet erneut eine große Frequenzauktion statt. Diesmal geht es um 5G-Frequenzen, die in den nächsten Jahren die Basis für den LTE-Nachfolger bilden sollen. Einen ersten Entwurf für das Verfahren hat die Bundesnetzagentur bereits vorgelegt und damit viel Kritik geerntet. Nun haben die Netzbetreiber und andere Interessengruppen die Möglichkeit, ihre Vorschläge einzubringen. Mit einer endgültigen Festlegung der Rahmenbedingungen ist im November zu rechnen.

Vor allem für die Bundesregierung geht es im viel Geld, sollte die Bundesnetzagentur am geplanten Versteigerungsmodell festhalten. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfahren hat, rechnet Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit Einnahmen von bis zu 5 Milliarden Euro. Summen, die die Netzbetreiber und andere Akteure aufbringen könnten, um sich die begehrten Frequenzspektren zu sichern. Gelder, die anschließend direkt in den Staatshaushalt fließen.

Netzbetreiber kritisieren Frequenzauktion

Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica sehen die derzeitigen Vergabepläne kritisch. Vor allem, da die Ersteigerung den derzeitigen Plänen nach an Ausbauverpflichtungen gekoppelt werden soll. So sollen die Gewinner der Auktion unter anderem zusichern, bis 2022 mindestens 98 Prozent der deutschen Bevölkerung mit 100 Mbit/s zu versorgen. Hinzukommen weitere Vorgaben für die Erschließung von Bahntrassen, Autobahnen und Bundesstraßen.

Ob die Netzbetreiber die hohen Summen von bis zu 5 Milliarden Euro tatsächlich bieten werden, bleibt jedoch abzuwarten. Seit Bekanntwerden der vorläufigen Vergabepläne regt sich Widerstand. Man könne jeden Euro nur einmal ausgeben, heißt es von den Netzbetreibern. Gelder, die unnötigerweise in die Auktion fließen, fehlen später beim Netzausbau.

Netzbetreiber hoffen auf Einlenken

Derzeit ist noch offen, ob die Bundesnetzagentur die Vorgaben noch einmal überarbeiten wird. Neben den Ausbauverpflichtungen stehen auch Zugeständnisse in Sachen National Roaming zur Debatte. Ob und was davon schließlich in die Auktion einfließen wird, bleibt abzuwarten. Derweil suchen die Netzbetreiber bereits selbst nach Lösungen. So gab die Telekom erst vor kurzem einen Acht-Punkte-Plan zum 5G-Ausbau bekannt. Gleichzeitig arbeitet der Netzbetreiber künftig enger mit Telefónica zusammen. Außerdem setzen sich alle drei Netzbetreiber, auch Vodafone und Telefónica, dafür ein, dass vor der Auktion noch eine Anpassung der Bedingungen erfolgt.

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