5G-Auktion: Hinter den Kulissen eskaliert das Gerangel

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Seit fast drei Monaten kämpfen die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica sowie der Provider 1&1 Drillisch um die 5G-Frequenzen. Schon länger rumort es hinter den Kulissen der Bundesnetzagentur. Nun scheint der Streit um die 5G-Auktion zu eskalieren. Die Netzbetreiber wollen die Befugnisse der Bundesnetzagentur beschränken und das Ministerium stärker einbeziehen.

5G-Auktion dauert an

Die aktuelle 5G-Auktion hat am 19. März 2019 begonnen und läuft seit rund drei Monaten. Mittlerweile sind mehr als 480 Runden abgeschlossen und mehr als 6,3 Milliarden Euro zusammengekommen. Deutlich mehr als ursprünglich veranschlagt. Dabei kämpfen die Teilnehmer, die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica sowie der Provider 1&1 Drillisch, schon seit langem nur noch um einen Block. Möglicherweise soll durch die lange Versteigerung 1&1 Drillisch herausgedrängt werden.

Die Versteigerung sorgt schon lange für Unmut bei den Akteuren. Bereits im Vorfeld gab es viel Kritik. Nun zehren die lange Dauer der Auktion, die hohen Kosten und das Vorgehen der Bundesnetzagentur an den Nerven der Auktionsteilnehmer. Denn die Aufsichtsbehörde hat kurz vor Pfingsten die Bedingungen für die Versteigerung geändert und das Mindestzusatzgebot deutlich erhöht. Das soll nun für ein schnelleres Ende der sich hinziehenden Auktion sorgen.

Eskalation hinter den Kulissen der Bundesnetzagentur

Wie das Handelsblatt berichtet, scheint der Streit um die Frequenzen und alles darum herum nun zu eskalieren. Schuld daran ist nicht nur die Art und Weise der Frequenzvergabe und das langwierige Ringen um die entscheidenden Frequenzen, sondern auch ein jäher Personalwechsel bei der Bundesnetzagentur. Denn Rüdiger Hahn, bislang für die Auktion zuständig, geht zum 1. Juli 2019 in den Ruhestand und hat bereits jetzt aufgrund von Resturlaub alle operativen Aufgaben an ein Auktionatorenteam abgegeben.

Dabei hatte Rüdiger Hahn wohl selbst nicht damit gerechnet, die Auktion nicht abschließen zu können. Nachdem er alle sieben Versteigerungen der letzten Jahre gemanaged hat, war wohl auch für ihn nicht abzusehen, dass die aktuelle Auktion derart lang gehen würde. Immerhin endete die bis Dato längste Versteigerung im Jahr 2010 bereits nach sechs Wochen. Die Netzbetreiber nutzen das Ausscheiden Hahns nun, um Forderungen vorzubringen.

Netzbetreiber fordern Abzug der Bundesnetzagentur

In einer Beschwerde beim Bundesverkehrs- und Bundeswirtschaftsministerium machen die Auktionsteilnehmer handwerkliche Fehler der Bundesnetzagentur geltend. Sie fordern nun, dass in Zukunft das Ministerium die Frequenzzuteilungen vornimmt und nicht mehr die Bundesnetzagentur. Außerdem soll vom stark kritisierten Vergabeverfahren per Auktion Abstand genommen und die Frequenzen direkt vergeben werden. Hier sehen die Netzbetreiber eine Vergabe nach Ausbauverpflichtung vor. Das heißt, dass die zugeteilten Frequenzen und deren Menge an konkrete Ausbauzusagen gekoppelt werden.

Bei der Bundesnetzagentur fürchtet man nun, dass die Aufsichtsbehörde in Zukunft weniger oder keine Gewalt mehr über den deutschen Mobilfunkmarkt hat. Sogar vor einer möglichen Zerschlagung habe man Sorge, heißt es. Dabei tragen die Mobilfunkanbieter am derzeitigen Status Quo durchaus eine Mitschuld. Denn seit Wochen streiten die Netzbetreiber und 1&1 Drillisch nur noch um einen Block. Keiner will nachgeben und so steigen die Kosten weiter an. Sobald hier ein Anbieter aufgibt, dürfe die Auktion zeitnah beendet werden. Bislang sieht es jedoch nicht danach aus, als ob dieser Fall bald eintreten wird.

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