Abofallen und Co: Anbieter halten sich nicht an geltendes Recht

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Die Mobilfunkanbieter nutzen weiterhin dubiose Methoden und Grauzonen, um Kunden mit Abofallen und Drittabieterdiensten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zu dieser Erkenntnis am die Stiftung Warentest und erlebte dabei kurioses.

Abofallen und Drittanbieterdienste auf der Rechnung

Trotz verbesserter Kundenrechte und gesetzlicher Vorgaben sind Abofallen und Drittanbieterdienste auf Handyrechnungen nach wie vor ein Problem. Oft mit Billigung der Anbieter, die Grauzonen bewusst ausnutzen, teilt die Stiftung Warentest mit. Dabei gilt seit Februar 2020 eigentlich das verpflichtende Redirect-Verfahren. Dabei werden Kunden, die einen solchen Dienste buchen möchten, auf die Webseite des Mobilfunkanbieters weitergeleitet. Erst dort lässt sich der Inhalt mit einem Button mit der eindeutigen Aufschrift „Zahlungspflichtig bestellen“ erwerben.

Stiftung Warentest

Zudem dürfen die Anbieter Kunden nicht mehr abwimmeln, wenn diese die Gebühren reklamieren. Kosten von bis zu 50 Euro sollen so unbürokratisch zurückerstattet werden. Allerdings nur dann, wenn nicht das Redirect-Verfahren zum Einsatz kam oder die betroffenen Kunden keinen Account beim Anbieter besitzen. Dass Kunden trotz der eigentlich besseren rechtlichen Lage noch immer gegen Windmühlen kämpfen, zeigen die Beispiele, die Stiftung Warentest anführt.

congstar und mobilcom-debitel buchen Geld ab

In den vorliegen Fällen fanden Kunden von congstar und mobilcom-debitel von ihnen nicht aktivierte Abos auf der Handyrechnung. Eine Reklamation lief bei bei beiden Anbietern ins Leere. Erst als sich Finanztest der Stiftung Warentest einschaltete, kam Bewegung in die Sache. Auffallend war: Weder congstar noch mobilcom-debitel konnten konkret sagen, wie die Dienste auf die Rechnung kamen und welches Buchungsmethode dabei genutzt wurde. Auch einen Nachweis, dass die Kunden die Abos tatsächlich selbst aktiviert hatten, blieb aus. Zwar erhielten beide letztlich ihr Geld zurück, das Vorgehen wirft jedoch Fragen auf.

Besonders dubios: Der auf der mobilcom-debitel Rechnung angeführte Dienst „Mload“ ist ein Angebot des Providers selbst. Dennoch redet sich mobilcom damit raus, dass lediglich die Abrechnung für die Leistungen Dritter übernommen werde. Allerdings wird das direkt bei der Drittanbietersperre wieder negiert. Da Mload zu mobilcom-debitel gehört handelt es sich nach Auffassung des Providers nicht um einen Drittanbieterdienst. Die Abrechnung darf also trotz aktiver Drittanbietersperre erfolgen, so der Anbieter.

Drittanbietersperre mit Grauzone

Diese Grauzone machte sich auch klarmobil zunutze. Bei einem Kunden mit einem Tarif im Vodafone-Netz fanden sich Abrechnungen für den Vodafone-Dienst „Vodafone Games Flat“ im Gegenwert von rund 80 Euro. Die Drittanbietersperre lief hier ins Leere, „da es sich um eine eigene Leistung der Vodafone (im Netz der Vodafone) handelte“, so klarmobil. Hinzukam, dass das Unternehmen dem Kunden mehrere Mahnungen inklusive Androhung der Anschlusssperrung und eines Inkassoverfahrens zusandte, nachdem dieser die unerwünschten Mehrwertdienste reklamierte und nicht bezahlte. Allerdings hielt er lediglich die strittigen Gebühren zurück, alle übrigen Posten wurden vollständig beglichen.

Abo-Falle hinter Werbung versteckt (Bildquelle: Verbraucherzentrale.de)

Das ist rechtlich nicht zulässig. Denn eine Anschlussperrung darf nicht einmal angedroht werden, wenn die übrigen Telefonkosten ordnungsgemäß bezahlt wurden. Erst auf Anfrage von Finanztest gab klarmobil nach, erstattete die Kosten und löschte die Mahnungen. „Nach­weis für eine Bestellung? Fehl­anzeige“, heißt es seitens Finanztest. Hilfe von der Bundesnetzagentur – die eigentlich dafür zuständig ist, solche Praktiken zu verhindern – erhielten alle genannten Kunden nicht. Auf die eingereichten Beschwerden reagierte die Behörde in der Regel gar nicht. Eine Kundin wurde gar an den Drittanbieter verwiesen.

Bundesnetzagentur schaut tatenlos zu

Auf die Rechtmäßigkeit der löchrigen Drittanbietersperre, die Androhung unrechtmäßiger Anschlussperrungen und Co. angesprochen gab die Bundesnetzagentur an, den Sachverhalten prüfen zu wollen. Dabei hat eben diese Behörde eigentlich eindeutig festgelegt, dass Kunden nicht an Dritte verwiesen werden dürfen. Stattdessen ist der Mobilfunkanbieter der Ansprechpartner für Kunden und verantwortlich für das, was er abrechnet. Finanztest meint:

Offen­bar kennt die Bundes­netz­agentur ihre eigenen Bestimmungen nicht. Sie wendet sie jedenfalls hier nicht an, um dem Kunden zu helfen.

Doch auch wenn es aktuell keinen wirklich wirksamen Schutz gegen Drittanbieter und Abofallen zu geben scheint, hat die Stiftung Warentest hier einige Tipps im grauen Kasten zusammengefasst. Zudem fordert Stiftung Warentest betroffene Kunden, die seit Februar 2020 positive und negative Erfahrungen mit Drittanbieterdiensten und dem Verhalten ihrer Anbieter gemacht haben, dazu auf, diese zu schildern.

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