National Roaming für 1&1-Netz ist beschlossene Sache

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Um ein eigenes Netz aufzubauen, ist 1&1 auf das National Roaming mit den etablierten Netzbetreibern angewiesen. Die Verhandlungen kommen allerdings nicht wirklich voran und sind mit Telefónica nun ebenfalls gänzlich gescheitert. Denn einigen konnten sich die beiden Unternehmen nicht.

Update vom 15.02.2021

1&1 nutzt National Roaming im o2-Netz

Das überarbeitete Angebot von Telefónica wurde von 1&1 angenommen. Dadurch kann der Provider in Zukunft das National Roaming im o2-Netz nutzen. Vorerst ist der Deal für die Dauer von 5 Jahren ausgelegt, kann jedoch verlängert werden. Alle Details finden Leser hier.

Update vom 08.02.2021

o2 legt 1&1 ein Angebot vor

Offenbar kommt erneut Bewegung in die Debatte rund um das National Roaming mit o2. Den Angaben zufolge hat Telefónica (o2) dem Provider 1&1 ein Angebot vorgelegt, durch das 1&1 Zugang zum o2-Netz bekommen könnte. Dabei sei o2 dem Unternehmen einen Schritt entgegengekommen und habe die Preise für das National Roaming gesenkt, heißt es. Dazu hat wohl auch die Bundesnetzagentur beigetragen, die Telefónica gebeten hatte, das eigentlich finale Angebot von Herbst 2020 noch einmal zu überarbeiten.

Sollte 1&1 die Offerte annehmen, stünde einem National Roaming im Netz von o2 nichts mehr im Wege. Ob der Provider die Option ergreifen wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Ursprünglicher Artikel

1&1-Netz mit National Roaming

In der Frequenz-Auktion 2019 konnte sich 1&1 einige der begehrten 5G-Frequenzen sichern. Damit will der Provider ein eigenes Netz aufbauen und sich als vierter Netzbetreiber ebtalieren. Damit das funktioniert, ist vor allem in der ersten Zeit ein National Roaming notwendig. Dabei nutzt 1&1 die Infrastrukturen eines anderen Netzbetreibers, um die eigene Dienste anzubieten. Denn bis das 1&1-Netz flächendeckend zur Verfügung steht, werden noch einige Jahre vergehen.

Allerdings verlaufen die Verhandlungen, die die Bundesnetzagentur zu einer Bedingung für die Frequenzversteigerung gemacht hatte, mehr als schleppend. 1&1 beklagt bereits seit langem, dass die Netzbetreiber nicht an einem Entgegenkommen interessiert seien. Die wiederum geben an, faire Angebote zu unterbreiten, auf die 1&1 jedoch nicht eingehen möchte. Nachdem die Verhandlungen im Sommer bereits mit Telekom und Vodafone scheiterten, wirft nun auch Telefónica das Handtuch. Mit 1&1 konnte das Unternehmen ebenfalls keinen Konsens finden.

Kein National Roaming im o2-Netz

In einem Interview mit der Welt klärte Telefónica-Chef Markus Haas über den aktuellen Stand der Dinge auf:

[…] Aber wir sind einigungsbereit und haben ein sehr attraktives Angebot vorgelegt. Das Beste, was 1&1 je bekommen hat. Verschenken können wir den Zugang aber auch nicht.

Angst vor einer behördlichen Überprüfung hat der Manager nicht. Etwa, wenn 1&1 die Bundesnetzagentur darum bietet, die Verhandlungen und Angebote auf ihre Fairness zu prüfen:

Wir sind überzeugt davon, dass unser Angebot allen behördlichen Überprüfungen standhält. Wir haben uns bis zur Schmerzgrenze bewegt. Weitere Verhandlungen erübrigen sich deswegen.

Zudem sieht Markus Haas ein viertes Netz von 1&1 nicht als Bedrohung an. Der Anbieter ist bereits seit langem am Markt aktiv und hat einen großen Kundenstamm. Statt eines eigenen Netzes nutzt 1&1 Drillisch dabei die bestehenden Netze von o2 und Vodafone und mietet sich auf diese quasi gegen Geld ein. Dadurch sei der Provider kein Neueinsteiger, sondern lediglich ein Akteur, der durch ein eigenes Netz unabhängiger werden möchte. „Ich erwarte daher keine große Veränderung am Markt“, so Markus Haas.

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