Bundesnetzagentur: 5G-Versteigerung an strenge Vorgaben gekoppelt

0
151

Die Bundesnetzagentur hat die finalen Vorgaben für die 5G-Frequenzauktion vorgelegt. Der Entwurf enthält strenge Vorgaben für den Ausbau und die Versorgung der Bevölkerung. Dabei hat die Bundesnetzagentur sich nicht nur auf 5G konzentriert, sondern auch den Abbau weißer Flecken ins Auge gefasst.

BNtzA legt finale Vorgaben für 5G-Auktion fest

Die Bundesnetzagentur hat den finalen Entwurf zur 5G-Frequenzauktion vorgelegt. Bereits der erste Entwurf stieß auf viel Kritik. Unter anderem hat Telefónica faire Bedingungen gefordert und die Telekom Pflicht-Roaming kritisiert. Außerdem haben sich beide Netzbetreiber bereits zum Ausbau von 5G geäußert und Bedenken gegenüber den Vorgaben der Bundesregierung angemeldet. Diese wiederum plant die Vergabe im Auktionsverfahren und will bis zu 5 Milliarden Euro einnehmen. Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass die Bundesnetzagentur die finalen Vorgaben noch einmal verschärfen will.

Mit dem finalen Entwurf, den der Beirat der Bundesnetzagentur am 26. November 2018 prüft, legt die Bundesnetzagentur die endgültigen Bedingungen für die 5G-Frequenzauktion fest. Dabei sind vor allem konkrete Ausbau- und Versorgungsvorgaben Teil des Bietverfahrens. Nur wenn sich die Anbieter zur Einhaltung dieser Auflagen verpflichten, dürfen sie an der Auktion teilnehmen. Anschließend müssen sie die Vorgaben bis zum Ablauf der jeweiligen Fristen umsetzen.

Strenge Vorgaben zum 5G-Ausbau

„Wir haben unseren ursprünglichen Entwurf im Lichte der zahlreichen Stellungnahmen überarbeitet. Dabei hatten wir im Blick zu behalten, was technisch, wirtschaftlich und rechtlich möglich ist“, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Auflagen umfassen nun auch die Versorgung der Landstraßen, Wasserstraßen und Schienenwege. Im Gegenzug haben wir die Möglichkeiten zu Kooperationen zwischen den Netzbetreibern gestärkt und eine gegenseitige Anrechnung der Versorgung vorgesehen. Damit kann die wirtschaftliche Belastung für die Unternehmen im Rahmen gehalten werden.“

Gegen derart strenge Vorgaben hatten sich die Netzbetreiber im Vorfeld vehement ausgesprochen. Außerdem kritisierten sie das Vergabeverfahren im Auktionsstil. Man könne jeden Euro nur einmal ausgeben, hieß es nahezu unisono. Gelder, die nun in die Frequenzen fließen, fehlen später beim Ausbau der Infrastrukturen. Außerdem missfiel Telefónica, Vodafone und Telekom die Fokussierung auf das National Roaming. Mit diesem soll ein Anbieter weiße Flecken abbauen und die so entstehenden Infrastrukturen für Wettbewerber zur Mitnutzung freigeben – auch für Neueinsteigern, die beispielsweise ein viertes Netz in Deutschland etablieren wollen.

Das sind die Auflagen zur Versteigerung

Konkret hat die Bundesnetzagentur diese Vorgaben in den finalen Entwurf aufgenommen:

Versorgt werden sollen bis Ende 2022 mit mindestens 100 Mbit/s

  • mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland,
  • alle Bundesautobahnen,
  • die wichtigsten Bundesstraßen sowie
  • die wichtigsten Schienenwege.

Versorgt werden sollen bis Ende 2024

  • alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 Mbit/s,
  • alle Landes- und Staatsstraßen mit mindestens 50 Mbit/s,
  • die Seehäfen und wichtigste Wasserstraßen mit mindestens
    50 Mbit/s sowie
  • alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit/s

Außerdem legt die Bundesnetzagentur für alle Bundesautobahnen und Bundesstraßen eine maximale Latenz von 10 Millisekunden fest.

Zudem sind bis Ende 2022 je Betreiber zu errichten:

  • 1.000 „5G-Basisstationen“
  • 500 Basisstationen in „weißen Flecken“

Dabei gelten die strengen Auflagen lediglich für etablierte Betreiber. „Für einen Neueinsteiger gelten gesonderte Versorgungsauflagen“, heißt es. Durch die Vorgaben will die Bundesnetzagentur die Versorgung der Haushalte gerade im ländlichen Raum verbessern. Außerdem soll „die schnelle Einführung von 5G mit hohen Datenraten und geringen Latenzzeiten gefördert werden“.

Nationales Roaming keine Pflicht

Zum Thema National Roaming zwischen den Anbietern legt die Bundesnetzagentur keine direkte Verpflichtung fest. Allerdings wird ihnen ein „Verhandlungsgebot zu Kooperationen“ auferlegt. Das gilt sowohl für die Netzbetreiber untereinander als auch für Dienstanbieter. Dabei will die Aufsichtsbehörde in beiden Fällen als „Schiedsrichter“ agieren.

„Bei der Umsetzung der Versorgungsauflagen erwartet die Bundesnetzagentur eine Zusammenarbeit zwischen den Netzbetreibern in Gebieten, in denen sich der Ausbau durch einen einzelnen Netzbetreiber wirtschaftlich nicht lohnt. Durch vermehrte Kooperationen, wie zum Beispiel Infrastruktur-Sharing und Roaming, können die Kosten zur Versorgung in der Fläche deutlich gesenkt werden“, heißt es seitens der Bundesnetzagentur.

Die Auktion selbst soll Anfang 2019 stattfinden. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Dieses Seite jetzt selbst bewerten:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5,00/5 aus 1 Bewertungen)
Loading...

Verwandte Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here