Corona Späher-App: Warum diese App unsinnig und teuer ist

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Die Corona-Warn-App der Bundesregierung sammelt keine unnötigen Daten. Dennoch gibt es Kritiker, die die Anwendung als Datenkrake bezeichnen. Um dieser auf die Schliche zu kommen haben Entwickler, vor allem aus den Kreisen der AfD, eine Konter-App entwickelt. Die wird nun allerdings zum Gespött. Und das aus gutem Grund.

Corona-Warn-App scheidet die Geister

Als die Corona-Warn-App der Bundesregierung Mitte Juni 2020 auf dem Markt kam, wurden sie zahlreichen Tests unterzogen. Vor allem der Datenschutz war vor und nach der Veröffentlichung ein großes Thema. Doch die Bundesregierung hat offenbar vieles richtig gemacht und sowohl vom Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber als auch vom Chaos Computer Club ein positives Feedback erhalten. Experten sind sich einig: In Sachen Datenschutz macht die Corona-Warn-App alles richtig. Wie sie genau funktioniert und welche Daten gesammelt werden, haben wir hier zusammengefasst.

Doch trotz der positiven Rückmeldungen hagelt es Kritik. Wie Business Insider berichtet, vor allem von Seiten der AfD. Dort wird die App gern als Datenkrake verschrien, obwohl die Fakten eine ganz andere Sprache sprechen. Um diese Ansichten zu untermauern findet sich nun im Google Play Store die „Späher-App“, die von der Entwickler-Firma des stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden Peter Felser programmiert wurde. Doch was späht die App eigentlich aus?

So funktioniert die Späher-App

Mit der Späher-App können Nutzer ermitteln, wie viele Smartphones in ihrer näheren Umgebung die Corona-Warn-App installiert haben. Dabei handelt es sich konkret um einen Bluetooth-Scanner bzw. Bluetooth Sniffer. Also eine App, die alle in der Umgebung aktiven Bluetooth-Netze erkennt und anzeigt. Konkret wird dabei nach dem Bluetooth Low Energy Signal gesucht, wie es auch die Corona-Warn-App verwendet.

Das Problem: Die App erkennt allem Anschein nach nicht nur Handys mit der Corona-Warn-App, sondern alle Geräte, die mit diesem Signal senden. Darunter auch Kopfhöher, Soundboxen, Headsets und Co. Um das zu verhindern, filtert die App die Ergebnisse eigentlich nach der aktiven Exposure Notification API. Also der Schnittstelle, die für die Corona-Warn-App zum Einsatz kommt. So richtig zu funktionieren scheint das jedoch nicht.

Welchen Mehrwert bieten die Daten der App?

Das ist schnell erklärt: Eigentlich keinen. Denn Nutzer erfahren über die Späher-App lediglich, auf welchen Geräten in ihrer Umgebung das Bluetooth Low Energy System mit der entsprechenden API aktiv ist. Ob auf den Smartphones dann auch tatsächlich die Corona-Warn-App installiert ist, lässt sich anhand dieser Infos jedoch nur schwer sagen. ´

Darüber hinaus bietet die App keinen Mehrwert. Denn mehr als eine Übersicht über Geräte mit Bluetooth Low Energy bietet die Anwendung nicht. Nutzer können sich als maximal darüber informieren, wie viele Menschen in ihrer Umgebung möglicherweise die Corona-Warn-App verwenden – oder auch nicht, weil der API-Filter nicht immer funktioniert und auch Headsets, Soundboxen und Co. anzeigt. Dafür verlangen die Entwickler einen Kaufpreis von 1,19 Euro.

Späher-App wird zum Gespött

Zum Gespött wird die App vor allem durch ihren fehlenden Mehrwert und Informationsgehalt. Peter Felser erklärte gegenüber dem Business Insider, er wolle „ein wenig Transparenz in das zweifelhafte Vorhaben der Bundesregierung bringen. Viele Menschen lehnen eine Überwachungs-App ab und wollen wissen, wann und wo sie damit in Berührung kommen.“ Was Nutzern diese Info bringen soll, bleibt offen. Weiter erklärt der Politiker, dass er die App aus eigenen Mittel seines Unternehmens finanziert habe. Die Entwicklung habe mehrere Wochen in Anspruch genommen und einen fünfstelligen Betrag gekostet.

Sniffer ohne Mehrwert

Das ist viel Geld für eine Anwendung, von der es bereits eine Vielzahl mit gleichen Funktionen kostenlos im Play Store gibt. Zum Beispiel die App Ramble, die nahezu die gleichen Features bietet und die Ergebnisse ebenfalls mit der jeweiligen API-Schnittstelle anzeigt. Kurios ist zudem, dass die Späher-App auf dem Smartphone mehr Rechte einfordert als die Corona-Warn-App.

Welche Zweck hat die App?

Welches Ziel mit der App verfolgt wird, lässt sich nur spekulieren. Auf den ersten Blick wirkt das Angebot so, als solle mit der Angst und Sorge der Menschen Geld gemacht werden. Denn die App bietet keinen wirklichen Mehrwert und stellt kostenpflichtig Funktionen bereit, die kostenlose Programme ebenfalls leisten können. Entsprechend vernichtend fallen derzeit auch die Bewertungen im Play Store aus.

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