DSL könnte bald teurer werden: Entgelte für letzte Meile steigen an

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DSL-Nutzer müssen sich möglicherweise auf höhere Preise einstellen. Denn die Bundesnetzagentur plant die Anhebung der Entgelte für die sogenannte „letzte Meile“. Diese Preise müssen Wettbewerber entrichten, wenn sie über die Infrastrukturen der Telekom eigene DSL-Tarife anbieten möchten.

Entgelte für die letzte Meile

Die Bundesnetzagentur hat einen Entgelt-Entwurf für die Teilnehmeranschlussleitung vorgelegt. Dieser Abschnitt im Breitbandnetz wird oft auch als letzte Meile bezeichnet Darunter versteht man einen zentralen Punkt im Telekom-Netz, von dem aus Kupferleitungen direkt in die Haushalte der Nutzer führen. Wettbewerber der Telekom können die TAL am Hauptverteiler (HVtTAL) anmieten und über diese Infrastrukturen eigene Tarife bereitstellen. Den Mietpreis für diesen Netzabschnitt legt die Bundesnetzagentur fest. Dadurch soll sichergestellt werden, dass alle Anbieter eine faire Möglichkeit haben, um auf die TAL zuzugreifen.

Der neue Entgelt-Entwurf der Bundesnetzagentur schlägt 11,19 Euro netto pro Monat als neuen Mietpreis vor. Bislang kostet der Zugang zur TAL mit 10,02 Euro netto mehr als einen Euro weniger. Auch an den Preisen für den Zugang zur TAL an einem Kabelverzweiger (KVzTAL) schraubt die Bundesnetzagentur. Hier sollen in Zukunft 7,05 Euro nett statt 6,77 Euro netto pro Monat fällig werden.

Bundesnetzagentur legt neue Entgelte fest

Die Anpassung der Preise begründet sich durch einen „Anstieg nahezu sämtlicher relevanter Preisparameter (insbesondere der Tiefbaupreise, darüber hinaus beispielsweise auch der Kupferpreise, des Stundensatzes für die Montagearbeiten sowie der Preise bei Vergabe an Auftragnehmer)“, schreibt die Bundesnetzagentur. Gegenläufige kostensenkende Effekte könnten die Steigerung diesmal nicht ausgleichen. Darüber hinaus muss auch in anderen Bereichen mit einer Preisanpassung gerechnet werden. Zum Beispiel beim Zugang von Wettbewerbern zur Anschlussinfrastruktur der Telekom.

Bis zum 24. April 2019 haben interessierte Parteien nun Gelegenheit, um zu diesem Entgelt-Entwurf Stellung zu beziehen. Anschließend müssen noch die Europäische Kommission, das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) und die nationale Regulierungsbehörde der übrigen EU-Mitgliedstaaten grünes Licht geben. Sollte es keine Einwände geben, tritt das Entgelt-Modell am 1. Juli 2019 in Kraft.

Höhere Endkundenpreise möglich

Die höheren Preise für die letzte Meile könnten höhere DSL-Preise nach sich ziehen. Denn diese Gebühren beziehen Wettbewerber in ihre Endkundenpreise mit ein. Der Preiskampf auf dem DSL-Markt sorgt oft für sehr knapp kalkulierte Monatspreise. Steigt eine Preiskomponente an, resultiert das in der Regel auch in einem Anstieg der DSL-Gebühren. Denn die Mehrkosten legen die Anbieter auf die Kunden um.

Welche Anpassungen DSL-Kunden genau befürchten müssen, bleibt abzuwarten. Zumal eine Preiserhöhung während der Vertragslaufzeit nicht einfach so möglich ist. Allerdings behalten sich viele Anbieter eine Preisanpassung um wenige Prozent in den AGB vor. Davon machte vor kurzem zum Beispiel Pyur Gebrauch.

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