EU-Roaming: o2 bietet zu wenig Inlusivvolumen bei Unlimited-Tarifen

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Seit 1. Januar 2019 gelten neue Vorgaben für das EU-Roaming in Unlimited-Tarifen. Dank einer gesetzlich festgelegten Reduzierung der Großhandelspreise stehen Kunden nun höhere Datenmengen im EU-Ausland zu. Bis auf o2 haben auch alle Netzbetreiber die neuen Vorgaben umgesetzt. Einzig der Münchner Anbieter hinkt hinterher.

EU-Roaming am 1. Januar 2019 verbessert

Seit Juni 2017 gehören die Roaming-Gebühren innerhalb der EU der Vergangenheit an. Dadurch können viele Mobilfunkkunden ihren Inlandstarif auch im EU-Ausland wie Zuhause nutzen, ohne Beschränkungen oder Mehrkosten befürchten zu müssen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel für Tarife mit einer unlimitierten Datenflat. Denn diese Offerten rechnen sich für die Anbieter meist nur durch eine knallharte Kalkulation. Diese kommt durch den unbegrenzten Einsatz im Ausland schnell ins schwanken.

Seit Anfang des Jahres kostete das Gigabyte nur noch 5,335 € statt 7,14 Euro. Das Mindest-Datenvolumen im EU-Ausland errechnet sich so:

(Mtl. Grundpreis des Tarifs/Großhandelspreis pro GB)*2 = Datenvolumen im Ausland 

Das liegt vor allem an den Großhandelspreisen, die die Netzbetreiber für Datenvolumen im Ausland bezahlen müssen. Deswegen klammert die EU unbegrenzte Datenflats bei der „Roam like at Home“-Vorgabe zum Teil aus. Welche Datenmengen im Ausland mindestens zur Verfügung stehen müssen, errechnet sich bei diesen Tarifen aus dem monatlichen Grundpreis und dem jeweiligen Großhandelspreis. Zum 1. Januar 2019 wurden diese nun günstiger. Entsprechend haben sich auch die gesetzlich festgeschriebenen Datenmengen im Ausland erhöht.

o2 setzt Roaming-Anpassung nicht um

Für Telekom- und Vodafone-Kunden mit einem MagentaMobil XL oder RED XL bedeutet das, dass sie seit 1. Januar deutlich mehr als die bisherigen 23 GB nutzen können. Rechnerisch müssen sowohl Vodafone als auch die Telekom knapp 30 GB pro Monat zur Verfügung stellen. Und das tun beide Anbieter auch. Der MagentaMobil XL verfügt mittlerweile über 30 GB Volumen im EU-Ausland. Ebenso der Vodafone Red XL. Allerdings ist dieser nach wie vor nicht offiziell im Onlineshop des Netzbetreibers buchbar. Stattdessen verweist Vodafone Interessenten an die Bestellhotline. Zu beachten gilt auch, dass Vodafone darüber informiert, dass jedes Megabyte nach Verbrauch der 30 GB mit 53 Cent berechnet wird. Dabei erfolge die Abrechnung „aufs Kilobyte genau“, heißt es.

Bei o2 scheint die Neuregelung noch nicht ganz angekommen zu sein. Sowohl der unlimitierte o2 my All in One Tarif als auch der o2 Free unlimited verfügen noch über die „alten“ Gigabytezahlen (Stand: 29.01.2019). Dabei müsste o2 im o2 my All in One, der ebenfalls 79,99 Euro pro Monat kostet, nun knapp 30 GB pro Monat zur Verfügung stellen. Im Tarifdatenblatt im o2 Onlineshop werden jedoch nur 23 GB genannt. Ebenso verhält es sich beim o2 Free Unlimited. Dieser kostet mit 59,99 Euro pro Monat weniger als die Tarife der Konkurrenz. Deswegen muss o2 gemäß der Datenmengenberechnung seit Anfang des Jahres lediglich 22,48 GB bereitstellen. Allerdings sind im EU-Ausland laut Datenblatt derzeit nur 17 GB freigegeben.

Derzeit stehen o2 Free unlimited Nutzern nur 17 GB im EU-Ausland zur Verfügung.

Fehlende o2 Roaming-Apassung ein Versehen?

Ob o2 es tatsächlich versäumt hat, die Anpassung zum 1. Januar 2019 vorzunehmen, ist unklar. Denkbar ist, dass der Netzbetreiber die korrekte Gigabyte-Anzahl seit Anfang des Jahres bereitstellt, jedoch die Anpassung im Onlineshop vergessen hat. Möglicherweise hat der Netzbetreiber die wichtige Neuerung aus den Augen verloren, weil er bereits an einer Anpassung des Tarifportfolios arbeitet.

Zum 5. Februar 2019 kommen die neuen Tarife o2 my All in One XL und o2 Free XL auf den Markt. Außerdem nimmt o2 Veränderungen bei der connect Option vor. Eventuell passt o2 die Gigabyte-Zahl zusammen mit den anderen Updates Anfang Februar im Onlineshop an. Fakt ist jedoch, dass o2-Kunden im o2 Free unlimited und o2 my All in One seit 1. Januar 2019 ein höheres Inklusivvolumen im EU-Ausland zusteht. Deswegen sollten betroffene Kunden ihre Tarifdetails prüfen und o2 ggf. auf den Fehler hinweisen und Kontakt aufnehmen.

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