Facebook: Messenger, Instagram und WhatsApp werden vernetzt

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Geht es nach Facebook-Chef Mark Zuckerberg sollen die drei zum Unternehmen gehörenden Dienste Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram stärker miteinander verzahnt werden. Das hätte zur Folge, dass Nutzer in Zukunft plattformübergreifend kommunizieren können. Allerdings hatte Facebook bei der Übernahme von Instagram und WhatsApp ganz andere Zusagen gemacht.

Facebook will Dienste vereinen

Mark Zuckerberg verfolgt einen Plan: Bis Anfang 2020 sollen die zu Facebook gehörenden Dienste WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger stärker miteinander verknüpft werden, berichtet die New York Times. Während der Facebook Messenger das Nachrichtenpostfach des sozialen Netzwerks darstellt und seit einiger Zeit als eigenständige App angeboten wird, kamen Instagram und WhatsApp 2012 und 2014 zum Unternehmen hinzu. Damals hatte das Netzwerk die beiden Diensten übernommen.

Obwohl es in allen drei Apps Schnittstellen zum sozialen Netzwerk Facebook gibt, arbeiten sie unabhängig voneinander. Das soll sich nun ändern. Gemäß den Plänen sollen Kunden in spätestens einem Jahr plattformübergreifend über die drei Dienste kommunizieren können. Zwar sollen sowohl der Facebook Messenger als auch Instagram und WhatsApp als eigenständige Apps erhalten bleiben, allerdings auch einen großen Teil ihrer Souveränität verlieren.

Pläne widersprechen Versprechen

Die Zusammenführung der Dienste würde Facebook noch mehr Zugriff auf wichtige Metadaten geben. Also wer wann mit wem kommuniziert. Aber auch andere Informationen, zum Beispiel über die persönlichen Vorlieben, sind so einfacher abrufbar. Diese wiederum kann Facebook für Werbung und ähnliche Services nutzen. Bei Datenschützern dürften die Pläne deswegen auf Kritik stoßen.

Denn mit der Zusammenführung verstieße Facebook erneut gegen ein Versprechen. Bereits zur Instagram-Übernahme im Jahr 2012 hatte das Unternehmen zugesichert, das soziale Bild-Netzwerk als eigenständige App weiterzuführen. Ähnliche Zusagen gab es auch zwei Jahre später bei der WhatsApp-Übernahme. Bei letzterer hieß es auch, dass zwischen Facebook und WhatsApp keine Nutzerdaten ausgetauscht werden. Allerdings hat das Unternehmen dieses Versprechen bereits gebrochen.

Zum Teil haben die Versprechen Facebooks Einfluss auf die Übernahmegenehmigungen der Kartellbehörden gehabt. Wäre bekannt gewesen, dass das Unternehmen bereits einige Jahre später gegen die Zusagen verstößt, wären die Übernahmen von Instagram und Facebook wohl nicht möglich gewesen.

Auch bei Facebook selbst scheint man über den Richtungswechsel des Chefs irritiert. Viele Mitarbeiter des Unternehmens zeigen sich den Angaben nach verwirrt, weshalb Mark Zuckerberg die Zusammenführung der Dienste so fokussiere. Andere seien direkt geschockt, dass die ursprünglichen Zusagen nun doch nicht eingehalten werden sollen, heißt es.

Wie sich die Debatte entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Allerdings sollten sich WhatsApp-, Instagram- und