„Gefällt mir“ vor dem Aus? Kartellamt will „Gefällt mir“-Button verbieten

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Das Bundeskartellamt hat den beliebten „Gefällt mir“-Button sowie andere Schnittstellen Facebooks im Visier. Über diese sammle das soziale Netzwerk viel zu viele Nutzerdaten, über die betroffene Nutzer nur wenige Informationen erhalten. Konkret werfen die Kartellwächter Facebook den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vor.

„Gefällt mir“-Button in der Kritik

Der „Gefällt mir“-Button Facebooks ist Teil vieler Webseiten, Apps und Portalen. Wer will, kann interessante Artikel, lustige Bilder oder andere Inhalte schnell und einfach über einen Klick in seinem Facebook-Profil teilen. Über diese und andere Schnittstellen sammelt das soziale Netzwerk unzählige Daten und Nutzerinformationen – auch dann, wenn diese nicht aktiv genutzt werden.

Genau diese versteckte Sammelwut ist dem Bundeskartellamt ein Dorn im Auge. Wie die Bild am Sonntag berichtet, haben die Kartellwächter mehr als drei Jahre gegen Facebook ermittelt und ziehen nur ein vernichtendes Urteil. Das habe auch Auswirkungen auf Twitter-Nutzer sowie WhatsApp- und Instagram-User. Denn auch diese übermitteln Facebook oft unbemerkt zahlreiche Daten, die der Konzern anschließend für sich nutzt.

Kartellamt will Sammelwut verbieten

Das Bundeskartellamt hat dem Bericht zufolge vor allem den „Gefällt mir“-Button im Visier. Aber auch andere Schnittstellen, über die sich Facebook mit anderen Seiten, Portalen und Anwendungen verbindet und Daten sammelt. Über diese erhalte der Konzern nicht nur viel zu viele Daten, sondern informiere betroffene Nutzer auch nur unzureichend über deren Umfang und deren Verwendung. Oft werden diese mit bestehenden Konten zusammengeführt und beispielsweise zu Werbezwecken verwendet. Damit missbrauche das soziale Netzwerk die eigene Marktmacht, heißt es.

Der „Gefällt mir“-Button steht schon länger in der Kritik. Facebook-Nutzer, die eine Seite mit „Gefällt mir“-Button besuchen, trackt Facebook über diese Schnittstelle. Dabei werden Daten ausgetauscht und relevante Informationen übertragen. Zum Beispiel zum Inhalt der Seite, der Verweildauer und anderen Details, mit denen sich Vorlieben und Interessen ableiten lassen. Der Nutzer bemerkt davon meist nichts und weiß nicht, welche Daten tatsächlich an Facebook fließen.

Welche Vorgaben das Bundeskartellamt tatsächlich an Facebook stellen wird, bleibt abzuwarten. Ebenfalls unklar ist, ob die Umsetzung der Forderungen sofort oder mit einer Frist erfolgen muss. Bei Zuwiderhandlungen soll Facebook Zwangsgelder von bis zu 10 Millionen Euro zahlen. Den bisherigen Informationen zufolge will die Behörde den „Gefällt mir“-Button und weitere Schnittstellen stark einschränken.