Millionen Handynutzern droht durch 3G-Abschaltung Funkloch

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Derzeit wird teils hitzig über eine flächendeckende 5G Versorgung debattiert. Die vorherigen Mobilfunkgenerationen wie z.B. UMTS rücken dabei in den Hintergrund. Allerdings drohen beim geplanten UMTS-Rückbau Millionen deutschen Handynutzern neue Funklöcher.

Neue Funklöcher durch UMTS-Abschaltung

Durch die bevorstehende 5G Frequenzauktion beherrscht das Thema 5G seit Wochen Politik und Medien. Während die Politik einen flächendeckenden Netzausbau des künftigen Mobilfunkstandards fordert, Klagen Netzbetreiber und weitere Anbieter gegen die Vergaberegeln der 5G Auktion.

Doch was dabei komplett in Vergessenheit gerät, sind die Vorgänger-Generationen. Obwohl der aktuelle 4G-Standard bereits vor 8 Jahren eingeführt wurde, nutzen 60-70 Prozent der deutschen Mobilfunkkunden noch keinen LTE-Vertrag. Die Gründe für die niedrige LTE-Nutzung sind unterschiedlich. Zum einen steht nicht automatisch in allen Handytarifen LTE zur Verfügung und ist teils nur gegen Aufpreis buchbar. Zum anderen LTE nur mit einem neuren 4g-fähigen Smartphone nutzbar.

Funkloch Beschwerden wegen 3G-Nutzung

Laut Freenet Vorstand Partnerbeziehungen Rickmann von Platen, rührt ein Großteil der Funkloch-Beschwerden auf die Nutzung von 3G. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rät er Mobilfunkkunden spätestens beim nächsten Tarifwechsel in einen LTE-Tarif zu wechseln. Denn die Anzahl der 3G-Funklöcher steigt durch den Rückbau von UMTS stetig. Bereits in ein bis zwei Jahren könnte der Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) komplett verschwinden.

UMTS Abschaltung steht in Deutschland bevor

Während 2G (GSM) weiterhin als Netzstandard für die Telefonie Grundversorgung erhalten bleiben wird, erfolgt in den nächsten Jahren eine Abschaltung von UMTS. So baut Telefonica seit kurzem sein LTE-Netz auf der bisherigen UMTS Frequenz von 2100 MHz aus. Bereits seit Ende 2017 hat Vodafone LTE auf der UMTS-Frequenz von 2100 MHz in Betrieb genommen. Zudem garantiert die Telekom in ihren AGB unter dem Punkt 5.3 der Leistungsbeschreibung nur bis Ende 2020 eine 3G Verfügbarkeit im Telekom-Netz. Ab 2021 könnte Telekom-Kunden daher eine 3G Abschaltung bevorstehen. Der Wettbewerber Vodafone avisiert den Zeitraum für die Abschaltung zwischen 2020 und 2021.

Vor allem Mobilfunkkunden der Telekom und Vodafone müssten dann in einen LTE Handytarif wechseln oder zumindest einen Zugriff auf das LTE-Netz erhalten. Bisher ist LTE im D-Netz nur in den hauseigenen MagentaMobil Tarifen bzw. RED Handytarifen inklusive. Bei den günstigen D1 Tarifen oder preiswerten D2 Handytarifen ist LTE nur bei den Tochtermarken congstar und otelo (gegen Aufpreis) buchbar.

o2 Free Tarife mit 3G Drosselung

Im o2-Netz geht man dagegen kulanter mit der Freischaltung von LTE um. Mittlerweile ist bei allen o2 Discountern LTE für Neukunden ohne Aufpreis inklusive. Zudem greift bei den o2 Free Tarifen nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens eine vertraglich festgelegte Drosselung mit bis zu 1 Mbit/s im 3G-Netz. Eine Abschaltung von UMTS ist im Telefonica Netz ist daher nicht ohne weiteres möglich. Alternativ könnte o2 jedoch seinen Bestandskunden maximal 1 Mbit/s im LTE-Netz anbieten.

Bei 5G Verfügbarkeit 4G ohne Aufpreis?

Millionen Handynutzer der Telekom und Vodafone könnten früher oder später jedoch in einer „3G-Falle“ sitzen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die beiden Mobilfunkanbieter ihr künftiges 5G-Netz allen Kunden ohne Aufpreis überlassen. Zudem benötigen Handynutzer für den Empfang ein neues 5G-Smartphone. Um allerdings weiterhin den Anspruch für ein gutes Mobilfunknetz erfüllen zu können, müssten die Telekom und Vodafone ihr 4G-Netz irgendwann allen Kunden öffnen.

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