Telekom, o2 und Vodafone: Netze halten Corona-Ansturm stand

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Homeoffice, geschlossene Schulen und Kitas, Quarantäne und Menschen, die lieber daheim bleiben, sorgen für einen Ansturm auf die Netze. Doch halten diese der veränderten Nutzung und den höheren Datenmengen stand? Was sagen die Netzbetreiber zur aktuellen Situation?

Corona legt öffentliches Leben lahm

Aufgrund der Corona Pandemie verlagert sich das Leben nach und nach in die eigenen vier Wände. Kitas und Schulen sind geschlossen, Arbeitnehmer arbeiten verstärkt im Homeoffice und Geschäfte und Freizeitaktivitäten, die nicht lebensnotwendig sind, sind geschlossen. Die Internet- und Mobilfunknetze sind dadurch einer höheren Belastung als üblich ausgesetzt. Halten sie dem Ansturm stand?

Die Netzbetreiber sind sich sicher, dass die stärkere Auslastung nicht zu Problemen führen wird. Bislang hätten die Maßnahmen kaum zu einer stärkeren Nutzung geführt, heißt es. Außerdem hätten die Netze ausreichend Kapazitäten, um diese abzufangen. Allerdings sei man sich bewusst, dass sich dieser Ist-Zustand jederzeit ändern kann. In den Nachbarländern, in denen zum Teil Ausgangssperren und stärkere Einschränkungen gelten, gab es bereits Probleme. Vor allem beim Gaming und der Nutzung von Streamingdiensten. Deswegen beobachten die Telekommunikationsanbieter eigenen Angaben zufolge die Situation, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können.

Das sagen Telekom, Vodafone, o2 und Co.

„Aus jetziger Sicht wird die Zunahme von Homeoffice und Streamingdiensten zu keiner Situation führen, in der die Netzkapazitäten an ihre Grenzen geraten“, erklärte ein Telekom-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Vodafone registriere den Angaben nach derzeit noch keine stärkere Auslastung als üblich. „Wir gehen aber von einer erhöhten Nutzung in nächster Zeit aus“, meint Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Beim Festnetz sehe man sich gut gerüstet. Vor allem bei den klassischen Anwendungen. Da die Situation jedoch jederzeit umschlagen kann, hat der Netzbetreiber vorgesorgt: „Spezielle Teams beobachten daher die Situation Tag und Nacht sehr genau und können zeitnah Maßnahmen auf den Weg bringen, um bei Bedarf gegenzusteuern.“

Bei o2 geht man die Sache pragmatisch an und erhöht für die nächsten Wochen die Datenrate nach Einsetzen der Drosselung. Bei o2 und Blau surfen Kunden dadurch nun mit 384 Kbit/s, sobald die Drosselung eingesetzt hat. Allerdings hat der Mutterkonzern in Spanien bereits mit anderen Anbietern der Nachbarländer davor gewarnt, dass die steigende Nutzung der Fest- und Handynetze zu Problemen führen kann. Deswegen müssen Kunden mit den Netzkapazitäten verantwortungsvoll umgehen und unnötiges vermeiden. Denn der Datenverkehr habe in den IP-Netzen bereits um 40 Prozent zugenommen. Im Mobilfunknetz stieg die Sprachnutzung um 50 Prozent, die Nutzung mobiler Daten um 25 Prozent. Bei WhatsApp habe der Datenverkehr um das Fünffache zugenommen.

Muss ich mit Einschränkungen bei der Datennutzung rechnen?

Derzeit geben die Anbieter Entwarnung und erklären, dass die Netze stand halten und auf eine verstärkte Nutzung ausgelegt sind. Vor allem, da sich bei Kunden im Homeoffice diese nur verlagere und nicht zunehme. Wie es allerdings aussieht, wenn zahlreiche Nutzer daheim vermehrt Netflix schauen oder online spielen bleibt abzuwarten. Diese Dienste treiben den Datenverbrauch deutlich in die Höhe und könnten bei einem Übermaß zu Problemen führen. „Oberstes Ziel bleibt, die kritische Infrastruktur sicherzustellen“, heißt es dazu von Telefónica.

Das heißt, dass im Zweifel einzelne Dienste abgestellt werden, um die wichtigeren aufrecht zu erhalten. Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus, als ob das nötig wäre. „Wir sind überzeugt, dass unsere Netzkapazitäten ausreichend dimensioniert sind, um einer vor Ort temporär höheren Nutzung von mobilen Datendiensten Rechnung zu tragen“, meint Telefónica. Wer selbst etwas tun will, kann sich an diese Handlungsaufforderungen halten, die Telefónica Spanien und anderen Netzbetreiber erarbeitet haben:

  • Dokumente nur dann herunterladen, wenn sie benötigt werden
  • Dafür die Nacht zwischen 20 Uhr und 8 Uhr oder die weniger frequentierte Zeit zwischen 14 Uhr und 16 Uhr nutzen
  • Auf den Versand große Dateien verzichten bzw. diese komprimieren oder mit Link auf den Download versenden
  • Massenhaften E-Mail-Versand vermeiden
  • Telefongespräche wenn möglich über das Festnetz führen
  • Nur das nutzen, was wirklich benötigt wird: Homeoffice, E-Mail, Telefonkonferenzen, Zugang zu Informationen, Bildung, ect.
  • Online-Spiele und Video-Streaming auf die weniger frequentierten Zeiten am Abend legen
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