o2 beendet Schufa-Test: Keine Bonität durch Blick aufs Bankkonto

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In einem Pilotprojekt testete o2 zusammen mit der Schufa eine Methode, um Kunden mit negativer Bonität doch einen Handyvertrag zu ermöglichen. Allerdings hagelte es dafür viel Kritik. Offenbar zuviel, denn nun hat sich der Netzbetreiber aus dem Test zurückgezogen.

o2 Vertrag trotz negativer Schufa?

Die Schufa hat schon so manchen Kunden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt sich über einen neuen Handyvertrag zu freuen, ärgern sich Verbraucher oft über eine Ablehnung. Das betrifft nicht nur die Mobilfunkanbieter, sondern auch Mietverträge und andere sogenannte Dauerschuldverhältnisse. Also etwa Verträge mit Laufzeit und regelmäßiger Zahlungsverpflichtung.

Um Kunden mit einer schlechten Bonität dennoch einen Vertrag zu ermöglichen, testete o2 zusammen mit der Schufa ein neues Verfahren. Dabei sollten Verbraucher ihre Kontodaten für die Dauer von zwölf Monaten offenlegen und bei der Schufa speichern. Das wiederum sollte es dieser erlauben, genauere Informationen zum aktuellen Zahlungsverhalten und den finanziellen Möglichkeiten zu sammeln. Bei positivem Ergebnis sollten Kunden dann einen Handyvertrag bei o2 erhalten, den der Netzbetreiber unter normalen Umständen abgelehnt hätte.

o2 beendet Test vorfristig

Allerdings bedeutet das Verfahren auch einen tiefen Einblick in die Privatsphäre. Denn der Zugang zum Konto erlaubt es der Schufa, detaillierte Daten zum Kauf- und Zahlungsverhalten, den Verbindlichkeiten und anderen Details des alltäglichen Leben zu erhalten. Ein Umstand, der auf viel Kritik stieß. Das wurde nun offenbar auch Telefónica zu heiß. Denn der Netzbetreiber gab überraschend bekannt, den Test mit der Schufa beendet zu haben.

„Die Ergebnisse dieses Tests haben unsere Erwartungen leider nicht erfüllt“, heißt es. „Daher hat Telefónica/O2 heute beschlossen, den Test zu beenden und das ‚CheckNow‘-Verfahren der Schufa nicht mehr länger zu nutzen.“ Im Rahmen des Projekts wurden die Kontodaten von rund 100 Kunden erfasst, die freiwillig an dem Test teilgenommen hatten. Ob die daraus gewonnen Datenbasis tatsächlich bereits aussagt, dass der Mehrwert der Informationen nur marginal ausfällt, oder ob o2 aufgrund der zahlreiche Kritik Abstand nimmt, ist nicht bekannt.

Warum ist der Blick aufs Konto problematisch?

Die Schufa verteidigt das System als in Europa mittlerweile gängiges Verfahren und Option für Kunden, die unter einer negativen Bonität leiden, obwohl ihre finanzielle Situation nicht eingeschränkt ist. Dafür könnten aktuelle Daten zur Konto- und Finanzsituation hilfreich sein. Datenschützer und Verbraucherzentrale kritisieren jedoch, dass die Wirtschaftsauskunftei mit dem Blick aufs Konto zahlreiche sensibel Informationen erhält.

Zum Beispiel Daten zur aktuellen gesundheitlichen Situation, der politischen Orientierung, dem Kaufverhalten und ähnlichem. Da bereits jetzt nur schwer zu durchschauen sei, welche Daten zur Bonität bei der Schufa welche Gewichtung haben, könnten die auf dem Konto ermittelten Daten weiteren negativen Einfluss haben. Die Schufa hält dagegen, dass das System irrelevante Informationen wie die letzte Arztrechnung automatisch herausfiltert. Nachprüfen kann das freilich kaum jemand. Fakt ist jedoch, am CheckNow Verfahren nehmen nur Kunden teil, die der Schufa dafür ihre Einwilligung gegeben haben. Für alle anderen bleibt alles beim alten System.

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