o2: Mobil­funkinfra­struk­tur­ge­sell­schaft nicht für den Ausbau notwendig

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Um den Ausbau auch in wirtschaftlich wenig attraktiven Gegenden voranzutreiben, plant die Bundesregierung die Gründung einer Mobil­funkinfra­struk­tur­ge­sell­schaft. Allerdings sei diese gar nicht für einen besseren Ausbau notwendig, meint o2-Chef Markus Haas. Diese Ziele könnte man auch mit einfacheren und vor allem weniger bürokratischen Mitteln erreichen.

Mobil­funkinfra­struk­tur­ge­sell­schaft für besseren Ausbau

Seit einigen Jahren will die Bundesregierung eine staatliche Mobil­funkinfra­struk­tur­ge­sell­schaft ins Leben rufen, mit der unter anderem der Netzausbau zentrale gesteuert werden soll. Das soll die schnellen Mobilfunknetze in Gegenden bringen, die von den Netzbetreibern gern vernachlässigt werden. Dazu soll die Gesellschaft beispielsweise eigene Mobilfunkstationen errichten und diese Standorte an die Netzbetreiber vermieten. Das Konzept ist vor allem für Regionen gedacht, in denen die Netzbetreibers mangels Wirtschaftlichkeit nicht oder nur schleppend selbst ausbauen.

Allerdings sehen diese nicht alle den Sinn hinter einer solchen Gesellschaft. So erklärte Telefónica-Chef Markus Haas in einem Interview gegenüber der DPA, dass ihm derzeit noch nicht klar sei, wie eine solche Gesellschaft überhaupt arbeiten und den Ausbau gestalten wolle. Denn die notwendigen Mobilfunkfrequenzen befinden sich allesamt in Besitz der Netzbetreiber Telekom, Vodafone und o2 sowie von 1&1 Drillisch. Zwar sei der Ansatz des priorisierten Ausbaus in Regionen, die für die Netzbetreiber unattraktiv sind, gut, könne jedoch auch über andere Modelle realisiert werden.

Unterstützung des Netzausbaus anstatt Verstaatlichung

So favorisiert Markus Haas beispielsweise Unterstützungskonzepte, die den Netzbetreibern in wenig besiedelten Gebieten dabei helfen, den notwendigen Ausbau vorzunehmen. „Ich glaube allerdings, dass man das auch im Rahmen eines bundesweiten Mobilfunk-Förderprogramms hätte regeln können“, meint der Manager. Zudem scheitern die meisten Ausbauten nicht am Unwillen der Anbieter, sondern an den bürokratischen Hürden, heißt es. An vielen Standorten dürfen die Netzbetreiber gar keine Mobilfunkmasten oder Antennen errichten. Auch die Genehmigungsverfahren ziehen sich zum Teil über Monate oder Jahre hin.

„Mit diesen ganz praktischen Problemen hätte auch eine staatliche Gesellschaft zu kämpfen. Jetzt soll eine Behörde mit rund 100 Mitarbeitern aufgebaut werden. Diese Mitarbeiter werden die Netze aber nicht selber bauen, sondern nur verwalten“, so Haas. Unklarheit herrscht derzeit auch beim Thema 5G. Denn der  Sicherheitstest des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) steht nach wie vor aus. Doch nur wenn die Behörde für die Mobilfunktechnik, die notwendigen Komponenten und einen oder mehrere Netzwerkausrüster grünes Licht gibt, lohnt sich ein verstärkter Ausbau. Zuletzt war vor allem Ausrüster Huawei wegen Spionagevorwürfen in die Kritik geraten.

o2 investiert vier Milliarden Euro ins Netz

Bis 2022 will der Netzbetreiber 4 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren. „In diesem Jahr konzentrieren wir uns mit den Investitionen darauf, 4G, also LTE, zu Ende auszubauen und mit 5G in den fünf größten deutschen Städten zu starten“, erklärt Haas. Im nächsten und übernächsten Jahr soll dann der Ausbau von 5G stärker in den Fokus rücken.

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