o2: Werbeeinwilligungen in den o2 Shops oft untergeschoben

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Interessenten, die in einem o2 Shop oder andere Hotline einen Vertrag abschließen, sollten prüfen, welche Berechtigungen und Datenfreigaben dabei erteilt werden. Wie netzpolitik.org berichtet, gehen die Mitarbeiter in den Shops zum Teil zu freigiebig mit den unter die DSGVO fallenden persönlichen Daten um.

o2 Shops und der Datenschutz

Wer einen Vertrag in einem o2 Shop bucht, sollte prüfen, welche Häkchen gesetzt werden. Denn wie netzpolitik.org berichtet, buchen die Mitarbeiter in vielen Fällen Einwilligungen zur Datennutzung ein, von denen die Kunden gar nichts wissen. Dabei legt die DSGVO eindeutig fest, dass derartige Freigaben nur mit Zustimmung des Kunden erlaubt sind. Doch die werden mitunter gar nicht über das wichtige Häkchen informiert oder mit haltbaren Erklärungen abgespeist, heißt es.

Grundsätzlich müssen die Mitarbeiter in den Shops Kunden um Erlaubnis fragen, bevor sie die persönlichen Kundendaten oder Profile für eine weitere Nutzung freigeben. Zum Beispiel, damit o2 diese intern zu Marketingzwecken verwenden darf. Den Recherchen von netzpolitik.org zufolge passiert genau das jedoch häufig nicht. Stattdessen entscheiden die Mitarbeiter darüber, welche Häkchen gesetzt werden und welche nicht. Dadurch räumen sie o2 oft weitgehende Nutzungsrechte ein, von denen der Kunde gar nichts weiß.

o2 drängt Mitarbeiter zu DSGVO-Verstoß?

Interne Unterlagen und Gespräche mit Vertriebspartnern des Unternehmens haben den Angaben nach ergeben, dass der Konzern selbst dafür sorgt, dass Mitarbeiter gegen die DSGVO verstoßen und Einwilligung einrichten, ohne den Kunden tatsächlich um Erlaubnis zu bitten. Denn die Quote der gesetzten Häkchen wirkt sich offenbar auf die Prämienzahlungen und Provisionshöhen aus:

Bei 75 Prozent aller Vertragsabschlüsse sollen die Verkäufer:innen in den Shops mindestens neun verschiedene Datenschutz-Einwilligungen einholen, andernfalls zahlt o2 den sogenannten Qualitätsbonus nicht aus.

Weiter führt netzpolitik.org aus, dass diese Vorgabe die Betreiber der Shops und deren Mitarbeiter offenbar so unter Druck setzt, dass diese die Einwilligungen um jeden Preis erholen. Oft also ohne den Kunden konkret darüber zu informieren. Denn Qualitätsboni und weitere Zulagen seien enorm wichtig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Bei Telefónica, dem Konzern hinter der Marke o2, verweist man hingegen auf das Selbstbestimmungsrecht der Kunden, die derartige Einwilligungen nur freiwillig und informiert treffen dürfen. Entsprechende Arbeitsanweisungen gebe es auch für die Vertriebsmitarbeiter. Das bestätigen die für die Recherche befragten Shopbetreiber und Mitarbeiter, erklärten jedoch auch, dass die geforderten Quoten auf legalen Wege nicht zu schaffen seien. Darauf habe man o2 auch bereis hingewiesen. „Wer würde denn bitte freiwillig neun unterschiedliche Einwilligungen erteilen, wenn er die Wahl hat?“, meint dazu ein Partnershop-Betreiber.

Neun verschiedene Einwilligungen

Zwar will sich der Netzbetreiber nicht zu den Vereinbarungen mit den Vertrieblern äußern, interne Dokumente belegen die genannte Quote von mittlerweile 75 Prozent jedoch. „Wenn ich das nicht schaffe, fehlt mir am Ende ein Viertel meiner Einnahmen“, beklagt der Partnershop-Betreiber weiter. Zu den neun Mindest-Einwilligungen zählen unter anderem:

  • Kontaktaufnahme per Anruf, E-Mail, SMS, Messenger-Dienste und ähnliches
  • Nutzung der Daten zu Marktforschungszwecken
  • Werbung für o2-Produkt
  • Erstellung von Nutzungsprofile auf Basis von Bestandsdaten, monatlichen Umsätzen und den genutzten Geräten
  • Einwilligung für Online-Targeting mit Cookies
  • Erlaubnis für die Custom-Audience-Funktion von Facebook

Wer überprüfen will, welche Einwilligungen er o2 erteilt hat – ob wissend oder unwissend – kann das im Mein o2 Bereich mit seinem persönlichen Login prüfen. Details dazu finden Leser hier. Wichtig zu wissen: Einmal erteilte Freigaben können jederzeit wieder entzogen werden. Wer hier also Zustimmungen findet, mit denen er nicht einverstanden ist, kann o2 die Erlaubnis jederzeit wieder entziehen. Wir empfehlen, davon auch Gebrauch zu machen.

Der gesamte Artikel mit weiterführenden Details und Informationen ist bei Netzpolitik.org zu finden. Den Angaben nach ist das Vorgehen bereits der Bundesnetzagentur aufgefallen, die die Vorwürfe nun prüfen will.

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