Obergrenze für Auslandsgespräche: Telefonie & SMS werden günstiger

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Flaggen der EU-Staaten - Foto: European Community

Zum 15. Mai 2019 tritt endlich die schon lange überfällige Obergrenze für Auslandsgespräche in Kraft. Dadurch dürfen Mobilfunk- und Festnetzanbieter nur noch einen bestimmten Maximalbetrag für Telefonate und SMS ins EU-Ausland erheben. Bislang galten hier zum Teil hohe Gesprächsgebühren.

Obergrenze fürs EU-Ausland

Obwohl die EU-Roaminggebühren seit 2017 der Vergangenheit angehören, gab es bislang weiterhin eine Kostenfalle. Denn während die Kommunikation im EU-Ausland gedeckelt ist, galt dieses Privileg nicht für Gespräche aus Deutschland ins EU-Ausland. Hier konnten die Anbieter vergleichsweise frei über die Gebühren entscheiden und hohe Kosten in Rechnung stellen. Zum 15. Mai 2019 ändert sich das nun.

Denn zu diesem Stichtag tritt eine EU-weite Obergrenzte für Auslandsgespräche in Kraft. Über diese hatte die EU im November 2018 entschieden und die Inkrafttretung für den 15. Mai 2019 festgelegt. Eine Gesprächsminute aus einem EU-Land in ein anderes EU-Land darf in Zukunft nicht mehr als 19 Cent netto kosten. Für eine SMS gilt eine Obergrenze von 6 Cent netto. Zum Start gilt die Neuerung in allen 28 EU-Länder. Später auch in Norwegen, Island und Liechtenstein – zum Start sind diese Länder jedoch nicht dabei.

Gespräche und SMS werden günstiger

Für die Gültigkeit der Regulierung ist irrelevant, ob Verbraucher von einem Festnetz- oder Mobilfunkanschluss anrufen. Ebenfalls irrelevant ist, ob ein Festnetz- oder Mobilfunkanschluss kontaktiert wird. Außerdem steht es den Anbietern frei, günstigere Preise anzubieten. Denn die Obergrenzen gelten als Maximum, welches natürlich auch unterschritten werden darf.

EU-Roaming vs. Auslandstelefonie

Für das EU-Roaming muss sich der Nutzer im EU-Ausland befinden. Gespräche und SMS, die aus dem Heimatland in ein anderes EU-Land geführt werden, gelten nicht als Roaming und werden deswegen auch nicht gemäß der Roamingverordnung abgerechnet.

Zu beachten gilt, dass zu den Maximalpreisen die jeweilige Mehrwertsteuer hinzugerechnet werden muss. Für deutsche Nutzer bedeutet das, dass sie pro Minute maximal 22,61 Cent brutto und pro SMS maximale 7,14 Cent brutto bezahlen. Außerdem gilt die Neuregelung wie üblich nicht für Sonderrufnummern sowie spezielle Netze. Zum Beispiel die Satellitennetze auf Fähren und Schiffen. Wer eine spezielle Auslandsoption nutzt, sollte ebenfalls prüfen, inwiefern sich bei dieser Änderungen ergeben.