Preiserhöhung bei Pyur: Doch mit Sonderkündigungsrecht?

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Vor einigen Wochen überraschte Pyur zahlreiche Kunden mit einer Preiserhöhung. Für diese räumt der Kabelnetzbetreiber jedoch kein Sonderkündigungsrecht ein. Zu Unrecht, meint die Verbraucherzentrale Brandenburg und hat das Unternehmen nun abgemahnt.

Pyur erhöht die Preise

Vor wenigen Wochen erhielten zahlreiche Pyur-Kunden ein unschönes Schreiben. In diesem kündigte der Kabelnetzbetreiber eine Preiserhöhung zum 1. April 2019 an. Im Schnitt steigen die Kosten um etwa 1,50 Euro pro Monat. Begründet wird das mit gestiegenen Bau- und Lohnkosten, Energiekosten und ähnlichem. Ein Sonderkündigungsrecht haben Betroffene laut Pyur jedoch nicht. Denn die Erhöhung liegt bei fast allen Kunden knapp unter der 5-Prozent-Marke. Diese räumt sich Pyur in den AGB als erlaubte Erhöhungsgrenze ein. Nur dann, wenn die Anpassung um mehr als 5 Prozent erfolgt, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht, heißt es dort.

Zahlreiche Kunden sehen das anders und versuchen gegen die Erhöhung vorzugehen. Bislang mit wenig Erfolg. Obwohl Betroffene laut Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen ein Anrecht darauf haben, nähere Details zur tatsächlichen Struktur der angegeben Kostensteigerungen zu erhalten, gibt Pyur diese nicht heraus. Uns liegt ein Antwortschreiben auf eine solche Anfrage vor, in der der Kabelnetzbetreiber dieser Verpflichtung nicht nachkommt und lediglich allgemein und ausweichend antwortet.

Informationsschreiben von Pyur zur Preisanpassung

Verbraucherzentrale mahnt Pyur ab

Auch der Verbraucherzentrale Brandenburg ist das Vorgehen Pyurs ein Dorn im Auge. Vor allem die fehlende Kündigungsoption erscheint ihnen problematisch. „Unserer Ansicht nach müssen gemäß einer EU-Regelung Anbieter von Kommunikationsnetzen bzw. -diensten Verbrauchern auch bei geringen Änderungen der Vertragsbedingungen die Möglichkeit einräumen, den Vertrag ohne Zahlung von Vertragsstrafen zu widerruf