Prellbock 2019: Negativpreis geht an Pyur, Telekom und Vodafone

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Der Prellbock der Verbraucherzentrale Sachsen geht in diesem Jahr an einen Telekommunikationsanbieter. Dieser Negativpreis zeichnet Unternehmen aus, die den Verbraucherschützern besonders negativ aufgefallen sind. Ganz oben auf der Liste: Der Kabelnetzanbieter Pyur.

Prellbock 2019 geht an Pyur

Einen Preis der eher unschönen Art erhielt der Kabelnetzbetreiber Pyur jüngst von der Verbraucherzentrale Sachsen. Denn die Verbraucherschützer küren jährlich die Unternehmen, die ihnen besonders negativ aufgefallen sind. Zum Beispiel durch eine hohe Zahl an Kundenbeschwerden. Aber auch die Anzahl der Vorfälle, bei denen die Verbraucherzentrale deeskalierend eingreifen und im Sinne der Kunden vermitteln oder klären musste, fließen ein. In diesem Jahr beschwerten sich besonders viele Verbraucher über Pyur.

Von Februar bis Ende Oktober gingen insgesamt 363 von 3.173 Stimmen für den Kabelnetzbetreiber ein, der nun den Prellbock 2019 erhielt. Dieser dürfte sich über den ersten Platz in diesem Ranking jedoch nicht freuen. Denn der Prellbock stellt einen Negativpreis dar. Er bezeichnet das Unternehmen, dass besonders selten im Sinne der Kunden agiert. Wie die Verbraucherschützer mitteilen, ist die Sachlage bei Pyur vielfältig. In der Praxis ging es dabei nicht nur um Internetanschlüsse, die nicht hielten, was sie versprachen, sondern beispielsweise auch um Rechnung zu Produkten, die eigentlich zu anderen Verträgen gehörten.

Warum geht der Prellbock an Pyur?

Weshalb sich die Verbraucherzentrale Sachsen in diesem Jahr für Pyur entschieden hat, erklärt Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen:

Viele Kunden des diesjährigen Prellbock-Gewinners berichten von einem Ohnmachtsgefühl, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Probleme mit dem Anbieter selbst zu lösen. In den meisten Fällen können wir helfen, aber manchmal sind auch uns die Hände gebunden.

Auch in anderen Verbraucherzentralen stehen Probleme mit Pyur ganz weit oben in der Statistik der Hilfesuchenden, heißt es. Das hat zur Folge, dass Pyur nicht nur mit dem Prellbock 2019 „geehrt“ wird, sondern zudem auch noch eine Abmahnung erhält. Mit dieser wollen die Verbraucherschützer gegen intransparente und unklare Preisangaben vorgehen: „Gegenstand werden Preisdarstellung und Geschäftsbedingungen auf der Internetpräsenz des Unternehmens sein.“

Warum fielen auch Vodafone und Telekom negativ auf?

Dass es um den Telekommunikationsmarkt nicht allzu gut bestellt ist, zeigen die Plätze zwei und drei im Prellbock-Ranking. Denn diese gingen mit 141 Stimmen an Vodafone (Platz 2) und 109 Stimmen an die Telekom (Patz 3). Beides ebenfalls große Namen auf dem Markt. Die Ergebnisse zeigen, dass es in diesem Bereich viele Probleme gibt, bei denen die Verbraucherschützer auch die Regierung in der Pflicht sehen. Andreas Eichhorst:

Deshalb ist die Politik in der Pflicht, diese Schieflage am Markt zu beheben. Die Marktmacht muss eingedämmt und überwacht werden, Alternativen für Mieter müssen her und die Anbieter müssen in Hinblick auf den Breitbandausbau noch stärker in die Pflicht genommen werden.

Dabei hat er vor allem Mieter im Blick, die aufgrund von Verträgen zwischen dem Vermieter und einem Anbieter wie Pyur kaum Alternativen zur Auswahl haben. Oft müssen sie diese Betreiber wählen, um mit schnellem Internet, Telefon und TV versorgt zu werden. Um Verbrauchern zu helfen, fordert er unter anderem eine Senkung der Mindestvertragslaufzeit, ein Widerrufsrecht im Shop und mehr Möglichkeiten bei Mängeln. Dafür könnte auch ein rechtliches Service-Minimum sinnvoll sein. Denn oft fühlen sich betroffene Kunden von ihrem Anbieter allein gelassen sowie machtlos und ohnmächtig.

Wer erhielt bislang einen Prellbock Preis?

Der Prellbock wird aller zwei Jahre vergeben und zuletzt 2017 ausgelobt. Das sind die bisherigen Preisträger:

  • 2019: Pyur (für schlechten Kundenservice und Preisgestaltung)
  • 2017: Erzgebirgssparkasse & Sparkasse Zwickau (für gekündigte Prämiensparverträge)
  • 2015: MGN GmbH in Dresden (für Abo-Fallen mit Nahrungsergänzungsmitteln)
  • 2013: B2B Technologies GmbH aus Chemnitz (für Abofallen)

In diesem Jahr ging ein weiterer Prellbock an das Wohnungsunternehmen Vonovia SE mit Sitz in Bochum für falsche Nebenkostenabrechnungen. Gegen alle Preisträger der letzten Jahre ist die Verbraucherzentrale gerichtlich vorgegangen.

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