Rufnummernmitnahme soll ab April deutlich billiger werden

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Die Kosten, die Kunden für die Mitnahme einer Rufnummer entstehen, sollen ab April 2020 deutlich sinken. Dabei setzt die Bundesnetzagentur auf die freiwillige Absenkung der Gebühren durch die Anbieter. Doch nicht alle Anbieter wollen freiwillig mitziehen. Ihnen droht nun ein Bußgeld und die zwangsweise Umsetzung der Vorgaben.

Rufnummernmitnahme wird billiger

Für die Mitnahme einer Mobilfunknummer erheben die Anbieter in der Regel zwischen 25 Euro und 30 Euro. Damit liegen viele Portierungen nur knapp unter dem erlaubten Maximum von 30,72 Euro. Allerdings ist das nach Ansicht der Bundesnetzagentur viel zu hoch gegriffen. Denn das Gesetz legt fest, dass die Netzbetreiber und Anbieter nur die Kosten in Rechnung stellen dürfen, die ihnen tatsächlich bei der Mitnahme einer Rufnummer entstehen. Zusätzliche Gebühren, beispielsweise um mit ihnen einen Gewinn zu generieren, sind unzulässig.

Das will die Aufsichtsbehörde nun auch offiziell so festlegen. Denn bereits in wenigen Wochen sollten die Entgelte, die die Anbieter für die Mitnahme einer Rufnummer erheben dürfen, drastisch sinken. Stichtag hierfür ist der 20. April 2020. Bis zu diesem Termin sollen die Anbieter die Gebühren freiwillig absenken und Kunden keine überhöhten Gebühren mehr in Rechnung stellen. Allerdings sind nicht alle Anbieter von dem Vorhaben begeistert und verwehren sich gegen die Maßnahme. Darunter Telefónica, 1&1 und freenet. Gegen diese und weitere Anbieter hat die Bundesnetzagentur Verwaltungsverfahren eingeleitet.

Was kostet eine Portierung ab April?

Geht es nach der Bundesnetzagentur, dürfen die Anbieter ab 20. April 2020 nur noch Gebühren von 6,82 Euro brutto von ihren Kunden verlangen. Dabei versteht sich der Betrag als Maximum. Das heißt, dass auch niedrigere Kosten möglich sind. Denn auch in Zukunft gilt der Grundsatz, dass nur die Kosten in Rechnung gestellt werden dürfen, die tatsächlich entstehen.

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In den Augen der Aufsichtsbehörde sind das nicht mehr als die veranschlagten knapp 7 Euro. Gebühren von bis zu 30 Euro pro Vorgang dürften also vor allem die Kassen der Anbieter gefüllt haben. Dass die Zahlung von 6,82 Euro für die meisten Anbieter ausreichend ist, zeigt sich daran, dass die Mehrheit der Absenkung freiwillig zugestimmt hat. Darunter Vodafone und Telekom sowie zahlreiche Discounter. Lediglich ein paar weniger Anbieter sind hier anderer Meinung. Gegen sie läuft nun das Verwaltungsverfahren, welches als Ziel ebenfalls die Absenkung der Gebühren hat.

Was bedeutet das für Telefónica, 1&1 und Co.?

Bis zum 11. März 2020 können die betroffenen Unternehmen nun Stellung beziehen und ihre Sicht darlegen. Auch, weshalb die Absenkung in ihren Augen nicht kostendeckend ausfällt und höhere Gebühren notwendig sind. Am 16. März 2020 findet dann die öffentlich-mündliche Anhörung statt. Sollte es hier keinen eindeutigen Nachweis geben, dass höhere Gebühren notwendig sind, will die Bundesnetzagentur die Umsetzung der neuen Vorgaben mit Strafzahlungen und Bußgeldern durchsetzen.

Für 1&1 dürften sich aktuellen Geschehnisse wie ein Bumerang anfühlen. Denn der Provider hatte diese im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht. Damals war der Anbieter gegen Vodafone und die in seinen Augen zu hohen Portierungsentgelte vorgegangen. Allerdings hatte 1&1 dabei weniger die Absenkung der Endkundenpreise im Sinn, sondern wollte vor allem eine Deckelung der Gebühren erreichen, die die Anbieter untereinander verlangen. Das hat die Bundesnetzagentur offenbar zum Anlass genommen, um auch den überhöhten Endkundenpreisen einen Riegel vorzuschieben.

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4 Kommentare

  1. Von dieser freiwilligen Gebührensenkung hat Vodafone wohl noch nichts mitbekommen. Ob-
    wohl ich zweimal schriftlich angefragt habe bleibt es bei 29,95€.
    Super.

  2. Mobilcom hat auch heute 29,95€ verlangt, habe das jetzt verschoben und warte jetzt bis zum Ende des Monats Mal ab!
    Endlich wird dagegen Mal was gemacht, würde auch Zeit!
    Das nächste wäre, jeden Vertrag monatlich kündbar machen.
    Wer gute Leistung erbringt, wird da keine Angst vor haben!
    Dann muss man einem Netzbetreiber nicht mehr unnötig Geld in den Rachen schmeissen.

    Mindest Datengeschwindigkeit, wäre auch eine gute Lösung, damit die Betreiber mit ihren Max Geschwindigkeiten die Leute nicht mehr anlügen müssen.

    Laut meinem Vertrag 50mbit max und bekomme keine 56kb/s, sitze auf dem Vertrag fest und habe jetzt leider 2 Verträge -_- werde mich nur noch an Verträge vergreifen, die monatlich kündbar sind.

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