Günstigere Rufnummernmitnahme – Wann gelten die neuen Preise?

0
526
Photo by Luis Villasmil on Unsplash

Seit dem 20. April 2020 kostet die Rufnummernmitnahme deutlich weniger als bisher. Doch was ist mit Anträgen, die vorher eingereicht wurden? Wer profitiert von den neuen Gebühren und wer hat leider das Nachsehen? Diese Regelungen gelten für Mobilfunkkunden.

Rufnummernmitnahme wird günstiger

Die Bundesnetzagentur hat die Gebühren für die Rufnummernmitnahme zum 20. April 2020 gesenkt. Seitdem darf die Portierung einer Mobilfunknummer nur noch maximal 6,82 Euro brutto kosten. Vorher wurden dafür bis zu 30 Euro fällig. Doch die Neuregelung wirft auch Fragen auf. Zum Beispiel, für welche Portierungen die neuen Gebühren tatsächlich gelten. Profitieren Kunden erst bei Anträgen ab dem 20.April von den geringeren Kosten oder bereits bei Mitnahmen, die vorher in Auftrag gegeben wurden?

Diese Fragen habe die Kollegen von inside-digital der Bundesnetzagentur gestellt und eine für viele Kunden positive Antwort erhalten. Denn die neuen Gebühren gelten für alle Zahlungsbescheide, die ab dem 20. April 2020 erteilt werden. Auch wenn der Antrag auf Rufnummernmitnahme bereits vorher eingereicht wurde. Das heißt, dass Kunden, bei denen die Entgeltforderung erst nach dem Stichtag eingegangen ist, lediglich bis zu 6,82 Euro entrichten müssen. Unabhängig davon, wann sie die Portierung beantragt haben.

Was passiert bei zu hohen Portierungsentgelten?

Doch wie verhalten sich Kunden, die dennoch eine zu hohe Forderung erhalten und die alten Gebühren von bis zu 30 Euro bezahlen sollen? Auch dafür hat die Bundesnetzagentur eine Lösung. Betroffene Kunden sollten die zu hohen Gebühren unter Vorbehalt bezahlen, heißt es. „Anschließend sollten sie es unter Hinweis auf die Entscheidungen der Bundesnetzagentur bei ihrem Anbieter beanstanden“, schreibt inside-digital.

Etwas schwammig fällt hingegen die Beurteilung aus, für wen diese Regelungen nun tatsächlich gelten. Denn offenbar kann und will die Bundesnetzagentur diese nur für die Anbieter festlegen, die zur Senkung der Gebühren verpflichtet wurden. Zum Beispiel Telefónica, 1&1 und Drillisch. Bei Anbietern, die der Absenkung freiwillig zugestimmt und diese teilweise bereits vor dem 20. April 2020 umgesetzt haben, scheint das nicht ohne weiteres möglich. Dafür legt Behörde bei den Anbietern jedoch „ein entsprechendes Verständnis für eine kundenfreundliche Lösung zugrunde“. Dazu schreiben die Kollegen: „Im Klartext: Sie hofft, dass die Anbieter in diesem Fall auch nicht mehr als 6,82 Euro berechnen, hätte aber keine Handhabe, sollte das doch geschehen.“

Gelten die Portierungskosten einheitlich?

Grundsätzlich gilt jedoch eine einheitliche Umsetzung der neuen Gebührenordnung. Und das für alle Anbieter ab dem 20. April 2020. So schreibt die Bundesnetzagentur auf einer Informationsseite zum Thema:

Für die Mitnahme einer Mobilfunkrufnummer darf ein Anbieter ab dem 20. April 2020 nur noch einen Betrag in Höhe von maximal 6,82 Euro (brutto) verlangen. Dies hat die Beschlusskammer 2 der Bundesnetzagentur am 20. April 2020 entschieden.

Verbraucher, bei denen es dennoch zu höheren Gebühren kommt, werden gebeten, sich mit der Bundesnetzagentur in Verbindung zu setzen. Zumindest dann, wenn der Anbieter trotz Hinweis auf die neuen Regeln keine Absenkung der Kosten vornimmt. Passiert das nicht, können Verbraucher dies über das Kontaktformulae Fachanfrage der Bundesnetzagentur melden. Betroffenen, die sich unsicher sind, welche Regeln für sie gelten und die bei ihrem Anbieter kein Gehör finden, sollten diese Möglichkeit auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Auch bei Streitigkeiten darüber, ob bei vor dem 20. April beauftragten Portierungen nun die neuen oder die alten Gebühren gelten.

Dieses Angebot jetzt selbst bewerten:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4,25 /5 aus 4 Bewertungen)
Loading...
Kommentieren Sie den Artikel
Please enter your comment!
Please enter your name here