Simlock auf Android-Handys – mit Android Q bald wieder Thema?

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Photo by NordWood Themes on Unsplash
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Eigentlich gehören Sim- und Netlock der Vergangenheit an. Ein Bestandteil der in den Startlöchern stehenden Android-Version Q deutet nun darauf hin, dass die Netz- und Anbietersperre möglicherweise bald wieder ein Thema sein könnte. Auch für DualSIM-Nutzer könnten sich weitreichende Nachteile ergeben.

Sim- und Netlock von Handys

Bis vor einigen Jahren verfügten viele Handys und Smartphones über einen Net- oder Simlock. Während der Netlock das Gerät auf bestimmte Netze begrenzt, geht der Simlock noch einen Schritt weiter. Hier kann nur ein Mobilfunkanbieter genutzt werden. Das bedeutet, dass das Gerät Simkarten anderer Anbieter nicht erkennt oder ablehnt. Damit sicherten sich vor allem die Netzbetreiber lange Zeit die Hoheit über die Mobiltelefone. Wer wollte, konnte den Simlock entfernen. Allerdings war diese Entsperrung erst nach Ablauf von 24 Monaten kostenfrei. Davor erhoben die Anbieter um die 100 Euro für den wichtigen Entsperr-Code.

Seit einigen Jahren verzichten die Netzbetreiber zum Großteil auf die Locks. Vor allem Vertragsgeräte kommen schon lange ohne die lästigen Sperren aus. Allerdings verfügen noch immer viele Prepaidhandys, die zusammen mit einer Prepaid-Simkarte im Bundle erworben wurden, über einen Net- oder Simlock. Mit der Veröffentlichung von Android Q könnte der Simlock jedoch wieder zurückkehren. Denn Teile des Codes der Android-Version weisen auf entsprechende Parameter hin, mit denen die Netzbetreiber und Anbieter die Nutzbarkeit verschiedener Simkarten beschränken können.

Simlock auf Android-Geräten?

Wie 9to5Google berichtet, erlauben es die Parameter, sogenannte White- und Blacklists anzulegen. Dadurch können die Mobilfunkanbieter gezielt bestimmen, welche Anbieter mit dem Smartphone verwendbar sind. Das bedeutet, dass ein Netzbetreiber beispielsweise nur sich selbst auf die Whitelist setzt, alle anderen Anbieter – auch die Discounter im eigenen Netz – jedoch auf die Blacklist. Ebenfalls möglich ist die Whitelist-Belegung mit allen Anbietern im gleichen Netz, während Fremdnetzanbieter auf der Blacklist landen. In letzter Konsequenz könnten die Telekom, Vodafone und o2 so sehr genau bestimmen, welcher Anbieter in den von ihnen verkauften Geräten genutzt werden kann.

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In Folge dessen könnten die Möglichkeiten auch Auswirkungen auf DualSIM-Nutzer haben. Zwar können die Anbieter den zweiten Slot bereits jetzt komplett sperren, könnten in Zukunft jedoch weitreichendere Rechte bekommen. So haben sie mit den Möglichkeiten des Codes auch die Option, die Nutzung der zweiten Simkarte davon abhängig zu machen, welche Simkarte im Hauptslot steckt. Das bedeutet, dass Vodafone beispielsweise bestimmen kann, dass die DualSIM-Funktion nur zur Verfügung steht, wenn im Hauptslot die „richtige“ Simkarte genutzt wird. Zum Beispiel eine, die ebenfalls von Vodafone oder einem Discounter im gleichen Netz stammt.

Nachteile für Kunden möglich

Sollten die Einstelloptionen tatsächlich ihren Weg in die finale Android Q Version finden, erhalten die Netzbetreiber und Anbieter umfassende Möglichkeiten, um die Nutzbarkeit der eigenen Geräte zu begrenzen. Für Kunden bedeutet das, dass sie künftig stärker gegängelt werden könnten, welche Simkarte sie in ihren Geräten verwenden.

Es ist damit zu rechnen, dass Google die neue Android-Version im Frühjahr vorstellen wird. Dann dürfte auch klarer werden, ob und wie die Funktionen enthalten sind. Fraglich ist jedoch, ob die deutschen Anbieter von ihnen tatsächlich Gebrauch machen und den Simlock zurückholen. Denn während die Sperren in anderen Ländern wie den USA noch regelmäßig verwendet werden, sind sie in Deutschland kaum noch Thema. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, wie deutsche Kunden auf eine Wiederbelebung des Sim- und Netlocks reagieren könnten.

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