Sky und DAZN: Kartellamt überprüft Champions-League Kooperation

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Seit der Saison 2018/2019 sind keine Spiele der Champions League mehr im Free-TV zu sehen. Zudem teilen sich mit Sky und DAZN zwei Pay-TV-Anbieter die Einzelspiele auf. Das Kartellamt ermittelt jetzt wegen verbotener Absprachen zwischen den Unternehmen Sky und DAZN.

Champions League nicht mehr im Free-TV

Ab dieser Saison sind keine Spiele der UEFA Champions League mehr im Free TV zu sehen. Fußball-Fans, die Spiele der Königsklasse sehen möchten, müssen ein Abo bei den Pay-TV-Anbietern Sky und DAZN abschließen. Denn keiner der beiden Anbieter zeigt alle Einzelspiele. Während DAZN einen Großteil der Champions League Partien zeigt, sind bei Sky überwiegend die deutschen Begegnungen und eine Konferenz aller CL-Spiele zu sehen.

Im Jahr 2017 hatte Sky in Deutschland die TV-Rechte aller UEFA-Champions League Partien für den Zeitraum 2018 bis 2021 erworben. Anschließend hat Sky mit dem Streamingdienst DAZN eine Kooperation geschlossen und die Spiele der Champions League untereinander aufgeteilt.

Kartellamt überprüft Kooperation zwischen Sky und DAZN

Genau diese Kooperation zwischen dem Unternehmen Sky und der Perform Group mit dem Streamingdienst DAZN wird jetzt untersucht. In einem Verwaltungsverfahren versucht die Bonner Aufsichtsbehörde herauszufinden, ob die Zusammenarbeit und damit die Aufteilung der Spiele „kartellrechtskonform“ ist. Über die Untersucht äußert sich Kartellamtspräsident Andreas Mundt wie folgt:

„Wir untersuchen, wann und in welcher Form die Kooperation der beiden Unternehmen beschlossen wurde und ob die Zusammenarbeit den Wettbewerb im Interesse der Verbraucher gefördert oder beschränkt hat“

Kartellamt für Aufteilung der Bundesliga-Rechte verantwortlich

Kurios: Ausgerechnet Behördenchef Mundt setzte sich vehement für die Vergabe der Bundesliga TV-Rechte an zwei Anbieter ein. Mit Sky und dem Eurosport Player übertragen seit der Saison 2017/2018 erstmals zwei Pay-TV-Anbieter die Live-Spiele der Fußball-Bundesliga. Allerdings besitzen beide Anbieter exklusive TV-Rechte und Verbraucher müssen für alle Spiele zwei Abos abschließen. Zudem erfolgt die Verbreitung der Eurosport Spiele fast ausschließlich über den Internetstream. Viele Fußball-Fans beklagen daher die vergleichsweise schlechte Streaming-Qualität.

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Damals hatte Mundt die Aufteilung mit der „Förderung des Wettbewerbs“ begründet. Aus heutiger Sicht eine Entscheidung, die auf viel Kritik und Unverständnis seitens der Verbraucher stößt. Denn Verbraucher müssen neben Mehrkosten auch mit einer eingeschränkten bzw. schlechten Übertragungsqualität leben. Gegenüber Mobilfunk-Talk.de  verkaufte man die Aufteilung der TV-Rechte dennoch als „Innovation und Befeuerung des Wettbewerbs“.

„Eine no-single-buyer-rule gibt es in den meisten Ländern schon seit einigen Saisons. Wir haben darauf bestanden, diese auch in Deutschland einzuführen, um technische Innovationen zu fördern und den Wettbewerb zwischen den Anbietern zu befeuern“.

Werden die CL-Spiele wieder im Free-TV gezeigt?

Dies gilt generell als unwahrscheinlich. Denn die TV-Rechte wurden von der UEFA so ausgeschrieben, dass es erstmals möglich war, dass sich nur ein Pay-TV-Anbieter alle CL-Übertragungsrechte sichert. Im Falle von verbotenen Absprachen zwischen Sky und DAZN wäre allerdings eine neue Ausschreibung durchaus möglich.

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