StreamON der Telekom vor dem Aus? Angebot vorerst weiter verfügbar

0
103

Nachdem die Bundesnetzagentur das StreamOn Angebot der Telekom in Teilen für ungültig erklärt hatte, suchte der Netzbetreiber Hilfe vor Gericht. Doch dort schlossen sich die Richter des Verwaltungsgerichts Köln der Aufsichtsbehörde an. Dennoch will das Unternehmen vorerst an StreamOn festhalten.

Telekom verliert vor Gericht

Seit April 2017 bietet die Telekom das hauseigene Zero-Rating-Angebot StreamOn an. Dadurch können Telekom-Kunden zahlreiche Partner-Apps und -Dienste ohne Verbrauch des mobilen Datenvolumens nutzen. Nachdem der Netzbetreiber zum Start vor allem Partnerschaften mit Musik- und Video-Streamingdiensten einging, gibt es seit Ende August 2018 auch Kooperationen mit bekannten Gaming-Anbietern. Darüber hinaus aktualisiert die Telekom stetig das Angebot und nimmt monatlich neue Partner auf. Mittlerweile können Telekom-Kunden auf mehr als 300 große und kleine Dienste zugreifen.

Allerdings hat das Angebot bereits vor einiger Zeit die Bundesnetzagentur auf den Plan gerufen, die Teile von StreamOn als kritisch ansah. Nach einer Prüfung erklärte die Aufsichtsbehörde diese für ungültig und forderte von der Telekom eine Anpassung. Zu den beanstandeten Punkten zählen unter anderem die Beschränkung des Streamings auf Deutschland. Zudem beschränkt das Unternehmen die Videoqualität auf 480p, was gegen die Netzneutralität verstoßen würde. Gegen die Anpassungsaufforderung ging das Unternehmen gerichtlich vor und erhoffte sich im Rahmen eines Eilantrags eine Aufhebung der Auflagen.

Gericht lehnt StreamOn-Eilantrag ab

Allerdings hat sich das Verwaltungsgericht Köln nicht wie gewünscht auf die Seite der Telekom gestellt, sondern den Antrag abgelehnt. Auch die zuständigen Richter sahen durch die derzeitigen Nutzungsvorgaben sowohl die Netzneutralität als auch die europäischen Roaming-Regelungen verletzt. Für die Telekom heißt dass, dass die von der Bundesnetzagentur geforderten Anpassungen weiterhin vorgenommen werden müssen.

Doch was bedeutet das für StreamOn? Bereits im Vorfeld hatte die Telekom angekündigt, dass das Angebot bei Umsetzung der geforderten Anpassungen nicht mehr wirtschaftlich sei. Auch eine Einstellung wurde in Aussicht gestellt. Offenbar nimmt die Telekom von diesen Plänen jedoch erst einmal Abstand. Gegenüber Teltarif erklärte der Netzbetreiber:

Die Gerichtsentscheidung hat auf unser StreamOn-Angebot keine unmittelbare Auswirkung. Im Interesse unserer Kunden werden wir weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit StreamOn weiter angeboten werden kann.

Welche Schritte die Telekom nun unternehmen wird, bleibt abzuwarten. Wie das Verwaltungsgericht Köln mitteilt, ist gegen die Entscheidung noch eine Beschwerde möglich. Sollte der Netzbetreiber diesen Weg wählen, muss sich das Oberverwaltungsgericht Münster mit der Sachlage beschäftigen. Eines scheint für die Telekom jedoch derzeit undenkbar: Sich der Bundesnetzagentur zu beugen und die geforderten Anpassungen vorzunehmen. Eher erwägt das Unternehmen eine Einstellung des Dienstes. Allerdings: „Eine Einstellung von StreamOn würde einen großen Nachteil für unsere mehr als 1,7 Millionen Kunden sowie die über 350 Inhalte-Partner bedeuten.“

Diese Seite jetzt selbst bewerten: