Telefónica kann Ausbau-Auflagen der BNtzA (noch) nicht erfüllen

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In Sachen Netzausbau hängt Telefónica nach wie vor hinterher. Denn der Netzbetreiber kann die Ausbau-Auflagen der Bundesnetzagentur, die zum 1. Januar 2020 gültig wurden, nicht erfüllen. Die Wettbewerber Telekom und Vodafone sind da deutlich besser aufgestellt.

Update vom 29.01.2020

Bei der Beiratssitzung der Bundesnetzagentur fanden die Staatssekretäre Heike Raab, Rheinland-Pfalz, und Jürgen Barke, Saarland, harte Worte. Denn obwohl die Netzbetreiber ihrer Ausbauverpflichtung sehr nahe kommen, sind sie in einigen Bundesländern noch von der Vorgabe entfernt. Das führt zu teilweise nicht unerheblichen Lücken. Besonders fraglich sei, weshalb beispielsweise die Telekom, die in Nordrhein-Westfahlen, dem Telekom Stammland, 99,82 Prozent Versorgung erreicht, dies nicht auch im Südwesten Deutschlands umsetzen kann. Vor allem, da die Länder große Anstrengungen unternommen hätten, um Ausbauhindernisse zu eliminieren. Heike Raab erklärte im Beirat:

Dieser Rückstand muss schnellstens aufgeholt werden. Ich fordere eine klare Schwerpunktsetzung und eine doppelte Ausbaugeschwindigkeit in den unterversorgten Ländern und bei den Verkehrswegen. Wir brauchen auch harte Sanktionen für den Fall, dass diese nicht erfüllt werden.

Vor allem o2 stehe hier in der Pflicht. Denn bis auf Berlin und Bremen konnte der Netzbetreiber nirgends die Ausbauauflagen erfüllen. Dadurch „müsse praktisch überall mit Schallgeschwindigkeit ausgebaut werden“.

Netzbetreiber erfüllen Ausbau-Auflagen nur zum Teil

Als die Bundesnetzagentur 2015 die Frequenzen versteigerte, knüpfte sie diese an bestimmte Auflagen. Diese sahen vor, dass die Netzbetreiber bis Anfang 2020 eine Versorgung von 98 Prozent der Bevölkerung mit Datenraten von mindestens 50 Mbit/s sicherstellen. Nun hat die Aufsichtsbehörde untersucht, ob Telekom, Vodafone und Telefónica diese Vorgaben erfüllen. Das Ergebnis zeichnet ein gutes, aber auch durchwachsenes Bild.

Denn während Telekom und Vodafone mit einer bundesweiten Abdeckung von 98,1 Prozent und 98,6 Prozent das Ziel erreicht haben, hinkt Telefónica im o2-Netz deutlich hinterher. Denn bei dem Münchner Anbieter sind es gerade einmal 84,3 Prozent. Aufgeschlüsselt auf die Bundesländer bilden vor allem Rheinland-Pfalz (65,4 Prozent) und Brandenburg (62,2 Prozent) die Schlusslichter.

Wie sieht es in den Zügen und auf den Straßen aus?

Auch für die Hauptverkehrswege auf den Autobahnen gibt es eine Versorgungsauflage. Hier sollten die Anbieter bis Anfang 2020 eine Abdeckung von 100 Prozent erreichen. Derzeit melden die Netzbetreiber diese Werte:

  • Telekom: 97,6 Prozent
  • Vodafone: 96 Prozent
  • Telefónica: 77,9 Prozent

Entlang der Trassen der Bahn ist ebenfalls eine Versorgung von 100 Prozent vorgesehen. Am besten schneidet hier die Telekom mit 97,4 Prozent ab. Vodafone folgt mit 95 Prozent. Bei Telefónica sind es jedoch lediglich 80,3 Prozent. Ausbauhindernisse, die einen kurzfristigen Ausbau ermöglichen, wurden hier bereits berücksichtigt.

Warum schneidet Telefónica bei den Ausbau-Auflagen so schlecht ab?

Gegenüber der Bundesnetzagentur gab Telefónica an, dass unter anderem „unternehmensspezifische Besonderheiten“ dazu geführt haben, dass die Versorgungsauflagen nicht eingehalten werden konnten. Im Jahr 2020 will das Unternehmen jedoch weitere 7.600 Standorte in Betrieb nehmen und die Auflagen bis Ende des Jahres erfüllen.

Was bedeutet 98 Prozent Abdeckung genau?

Die Vorgaben legen fest, dass 98 Prozent der Bevölkerung mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden müssen. In der Realität entspricht das etwa 70 Prozent der Fläche. Dazu zählen auch Waldgebiete und andere unbewohnte Regionen. Das heißt auch, dass einige Verbraucher das Nachsehen haben werden. Denn die 2 Prozent, die die Netzbetreiber aussparen können, werden vor allem Nutzer in ländlichen Regionen treffen. Diese nur wenig besiedelten Gebiete sind für einen Ausbau oft wenig attraktiv und werden daher vernachlässigt.

Die derzeitigen Zahlen stammen aus Berichten, die die Netzbetreiber der Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellt haben. Die Aufsichtsbehörde will nun prüfen, ob diese Angaben korrekt sind und ggf. eigene Messungen vornehmen. Zusammen mit den Berichten gaben die Anbieter an, dass Verzögerungen zum Teil durch externe Einflüsse begründet sind. Zum Beispiel durch fehlende Vermietbereitschaft an potentiellen Standorten, fehlende Baugenehmigungen, Denkmal-, Natur- und Umweltschutz.

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