Telefónica: Bis 2024 sollen Funklöcher und weiße Flecken Geschichte sein

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Telefónica will zusammen mit Telekom und Vodafone dafür sorgen, dass die für viele Kunden ärgerlichen Funklöcher bis 2024 endgültig Geschichte sind. Die „absolute Flächenabdeckung“ sei das Ziel des Unternehmens, erklärte Telefónica-Chef Markus Haas in einem Interview.

Absolute Flächenabdeckung bis 2024

Obwohl die Netzbetreiber in den letzten Jahren massiv in den Netzausbau investiert haben, gibt es nicht immer zahlreiche weiße Flecken. Also Orte, an denen kein schnelles Internet via LTE oder 5G zur Verfügung steht oder wo es gänzlich am Mobilfunkempfang mangelt. Zwar erreichen die Netzbetreiber bereits eine Bevölkerungsabdeckung von um die 98 bis 99 Prozent, flächendeckend stehen die Netze jedoch nicht zur Verfügung.

In einem Interview mit dem Focus gibt Markus Haas, CEO bei Telefónica, bekannt, dass die weißen Flecken auf der Landkarte bis 2024 der Vergangenheit angehören sollen. Dafür will das Unternehmen zusammen mit Telekom und Vodafone in den nächsten Jahren rund 6.000 neue Sendeanlagen bauen. Weitere 5.000 Standorte sollen vom Bund erschlossen werden, der sich um den Ausbau in besonders abgelegenen Gebieten kümmert.

6.000 Sendeanlage Gege Funklöcher

Mit diesen Maßnahmen soll bis spätestens 2024 eine absolute Flächenabdeckung erreicht werden, mit der Nutzer in ganz Deutschland mobil kommunizieren können. Weshalb der Plan noch einmal drei Jahre dauern soll, erklärt der Manager mit den Herausforderungen vor Ort:

Nehmen Sie nur mal die Netzversorgung eines Bahntunnels. Da brauchen wir inklusive Vorgespräche, Genehmigung und Planung noch immer etwa zwei Jahre für die lückenlose Erschließung. Da müssen so viele Dinge berücksichtigt werden – bis zum abweichenden Zugfahrplan, wenn im Tunnel gearbeitet wird. Es ist nicht immer nur die große Fläche, man muss auch an viele kleine Dinge denken. Aber der Wille ist da, die letzten weißen Flecken zu schließen – auch gemeinschaftlich mit unseren Mitbewerbern.

Doch auch an Kritik wird nicht gespart. Die konzentriert sich bei Telefónica vor allem auf die bereits in der Vergangenheit als negativ gewerteten Frequenzauktionen der letzten Jahre. Diese hätten der Industrie rund 66 Milliarden Euro entzogen, die nun für den Netzausbau fehlten.

Die europäischen Länder, die statt Frequenzversteigerungen auf härtere Ausbauverpflichtungen gesetzt haben, sind heute besser in der Flächenversorgung. Mit dem neuen Telekommunikationsgesetz hat die Bundesregierung nun immerhin den Grundstein für die Möglichkeit zur Verlängerung der Lizenzen für Bestandsfrequenzen gelegt. Das wird zwar auch nicht umsonst sein, aber das unkalkulierbare Versteigerungsrisiko entfällt – damit haben wir mehr Planungssicherheit und können heute mehr in unser Morgen investieren.

Planungszyklus in Deutschland zu lang

Ein weiterer Grund für den eher schleppenden Ausbau in Deutschland erklärt Haas mit dem hiesigen Planungszyklus. Dieser liege im europäischen Ausland für eine neue Mobilfunkstation bei etwas drei Monaten. In Deutschland müssen die Anbieter jedoch mit 12 Monaten und mehr rechnen. „Das sind Standardantennen und -türme, die sehen überall gleich aus, egal ob sie in Thüringen, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg gebaut werden“, so der Manager.

Darüber hinaus setzen andere Länder auf das sogenannte Ex-Post-Verfahren. Das heißt, man lässt Mobilfunkstationen bauen und im Nachgang genehmigen. Damit können die Anbieter immer und überall ausbauen, ohne sich Gedanken um eine Genehmigung machen zu müssen. In Deutschland jedoch kommt das Ex-Ante-Verfahren zum Einsatz, welches eine Genehmigung vor dem Ausbau vorsieht und damit deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt. „Da wünschen wir uns schon mehr Pragmatismus“, so Haas.

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