Telefónica: Ausbau-Verzögerung konnte aufgeholt werden

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Bis Ende des Jahres müssen die Netzbetreiber die Ausbauvorlagen der Bundesnetzagentur erfüllen, um einer Strafe zu entgehen. Eine erste Zwischenfrist läuft Ende Juni ab. Nun hat Telefónica die Aufsichtsbehörde um Aufschub gebeten. Offenbar schafft es der Anbieter nicht, die geforderte Aufrüstung fristgerecht umzusetzen.

Update vom 11.08.2020

Bundesnetzagentur verzichtet auf Strafe

Die Bundesnetzagentur bestätigt, dass Telefónica die Ausbauauflagen pünktlich bis zum Ende der Nachfrist am 31. Juli 2020 erfüllt hat. Deswegen verzichtet die Aufsichtsbehörde auf die angedrohte Strafzahlung von 600.000 Euro und zieht diese Sanktion zurück. Nun muss Telefónica bis Ende September das nächste Ausbauziel erfüllen.

Update vom 27.07.2020

o2 hat erforderliche LTE-Standorte vollständig ausgebaut

Gegenüber der DPA erklärte Telefónica, dass die für die Zielerreichung Ende Juni notwendigen LTE-Standorte vollständig nachgerüstet worden sind. Bis zum 30. Juni 2020 sollte der Netzbetreiber 40 Prozent der noch fehlenden 7.600 Standorte aufrüsten. Allerdings konnte o2 diese Frist nicht einhalten und bat die Bundesnetzagentur Ende Juni um eine Verlängerung der Frist. Diese gewährte einen Aufschub bis Ende Juli, drohte jedoch gleichzeitig eine Strafzahlung an, sollte der Anbieter die Nachfrist erneut nicht schaffen. Die nächste Frist läuft nun Ende September aus. Diese wolle man jedoch einhalten, heißt es seitens Telefonica.

Update vom 09.07.2020

Telefónica droht nun doch eine Strafzahlung

Die Bundesnetzagentur hat gegenüber Telefónica nun doch ein Zwangsgeld angedroht. Denn der Netzbetreiber konnte das Zwischenziel zur Erreichung der Versorgungsauflagen nicht erfüllen. Bis zum 30. Juni 2020 sollte das Unternehmen 40 Prozent der erforderlichen 7.600 Standorte ausbauen. Das konnte Telefónica jedoch nicht erreichen und hatte deshalb bereits um eine Verlängerung gebeten. Die in Corona begründete Verzögerung habe die Bundesnetzagentur berücksichtigt und in die Höhe des Zwangsgeldes einfließen lassen, heißt es.

Dennoch droht dem Netzbetreiber nun eine Strafzahlung von 600.000 Euro – sofern die für den 30. Juni geplanten Ziele nicht bis zum 31. Juli 2020 erreicht werden. Denn die Aufsichtsbehörde hat gleichzeitig auch der Verlängerung zugestimmt. Allerdings nur in Form einer Gnadenfrist. Für diese habe gesprochen, dass das Unternehmen zum Stichtag bereits 75 Prozent der geforderten Ausbauten realisieren konnte.

Update vom 07.07.2020

NRW erfüllt als erstes Bundesland die Auflagen

Kurz nach Start des neuen Monats teilt Telefónica mit, dass das erste Bundesland die Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur vollumfänglich erfüllt. Konkret versorgt das o2-Netz im Flächenbundesland Nordrhein-Westfalen nun mindestens 97 Prozent der Bevölkerung mit LTE. Markus Haas, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland/o2, zeigt sich erfreut:

Wir treiben unseren LTE-Ausbau in Deutschland massiv voran und setzen alles daran, um die geltenden Versorgungsauflagen in der Nachspielzeit zu erfüllen. In Nordrhein-Westfalen haben wir unsere Netz-Hausaufgaben gemacht und sind trotz Corona-Lockdown mit dem Ausbau des O2 Netzes gut vorangekommen. Wir wollen jetzt so schnell wie möglich aufholen und die Auflagen der BNetzA für ganz Deutschland erreichen.

Das soll – und muss – bis Ende des Jahres der Fall sein. Dafür nimmt der Netzbetreiber gut 7.600 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb. 400 davon sind in diesem Jahr neu in NRW entstanden. An 600 weiteren Standorten wurden die vorhandenen Standorte ausgebaut, so dass in dem Bundesland nun gut 1.000 neue LTE-Sender funken. Derzeit gehen deutschlandweit pro Woche etwa 250 neue LTE-Stationen ans Netz. Dadurch konnte der Netzbetreiber die Versorgung der Bevölkerung seit Jahresanfang bereits von 84 Prozent auf 90 Prozent steigern.

Ursprünglicher Artikel

Telefónica bittet um Verlängerung

Im Rahmen der Frequenzversteigerung 2015 hatte die Bundesnetzagentur konkrete Ausbauauflagen festgelegt. Diese mussten die Netzbetreiber bis Ende 2019 erfüllen. Allerdings konnte sowohl die Telekom und Vodafone als auch Telefónica diese nicht fristgerecht umsetzen. Die Bundesnetzagentur hat den Anbietern nun bis Ende des Jahres Zeit gegeben, um die Vorgaben umzusetzen. Dabei müssen Telekom, Vodafone und o2 jedoch bereits Zwischenziele schaffen. Eine dieser Fristen läuft Ende Juni aus.

Offenbar gelingt es Telefónica nicht, die bis Ende Juni umzusetzenden Auflage vollständig zu erfüllen. Denn lauf DPA hat das Unternehmen einen Aufschub bei der Bundesnetzagentur beantragt. Der Netzbetreiber schaffe es nicht, die geforderten 3.040 LTE-Standorte bis Ende Juni 2020 vollständig nachzurüsten, heißt es. Das sind rund 40 Prozent aller Standorte, die bis Ende des Jahres ausgebaut werden müssen.

Corona-Krise hat Ausbau verhindert

Als Begründung für die Verzögerung gibt Telefónica die Corona-Pandemie an. Diese und die damit einhergehenden Einschränkungen hätte dazu geführt, dass unter anderem wichtige Komponenten für den Ausbau nicht rechtzeitig geliefert wurden. Allerdings könne man die Arbeiten und Ausbauten bis Ende Juli nachholen und die geforderten Standorte vollständig abschließen.

Nun bittet das Unternehmen darum, für diese Verzögerung nicht zur Kasse gebeten zu werden. Denn die Bundesnetzagentur hatte angekündigt, konsequent gegen die Anbieter vorzugehen, sollten diese die Auflagen erneut nicht fristgerecht umsetzen. Dabei drohen hohe Strafzahlungen, die Telefónica mit dem Antrag auf Fristverlängerung gern umgehen möchte.

LTE-Ausbau in vollem Gange

Bislang scheint es bei Vodafone und Telekom besser zu laufen. Denn beide Unternehmen haben bislang keine Antrag auf Schonfrist eingereicht und scheinen ihr Ausbauziel bis Ende Juni zu erreichen. Allerdings schnitten beide Unternehmen bei der Überprüfung der Bundesnetzagentur auch besser ab und waren den Ausbauzielen Ende 2019 deutlich näher als Telefónica. Entsprechend müssen sie weniger nachholen und können den Ausbau entspannter angehen.

Nichtsdestotrotz gilt auch für sie die Ausbauauflage bis Ende des Jahres inklusive der festgelegten Zwischenziele. Kommt es hier zu Verzögerungen droht ihnen ebenfalls eine Strafe.

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