Telefónica: o2 und Nokia testen 5G-Netz in Berlin

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Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland und das Unternehmen Nokia starten mit einer gemeinsamen Erprobung des künftigen 5G-Mobilfunkstandards in Berlin. Dazu wurde zunächst der Aufbau von fünf Funkzellen abgeschlossen.

Telefónica und Nokia testen in Berlin 5G-Netz

Obwohl die Versteigerung der 5G Frequenzen noch nicht begonnen hat, wird hinter den Kulissen bereits eifrig am zukünftigen Mobilfunkstandard gearbeitet. Erst kürzlich hatte Vodafone den ersten 5G Mobilfunkmast in Deutschland in Betrieb genommen. Nun testet der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland gemeinsam mit Nokia das 5G-Netz in Berlin. Dies gab das Mobilfunkunternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

Dazu haben o2 und Nokia im Berliner Stadtteil Friedrichshain den Aufbau ihres gemeinsame Early 5G Innovation Cluster” abgeschlossen. Das Pilotprojekt beinhaltet fünf Mobilfunkzellen, die die Erprobung und Entwicklung neuer 5G-Dienste ermöglichen. Die Standorte sind mit der 5G-fähigen Airscale-Funktechnologie ausgestattet und sollen die Leistung sowie Netzabdeckung von 5G-Diensten in einem dicht besiedelten Gebiet testen.

5G-Technologie gemeinsam testen und vorantreiben

„Mit unserem gemeinsamen Innovationscluster in Berlin treiben wir die Entwicklung von 5G intensiv voran. Mit dem Portfolio von Nokia können wir die neuesten Technologien testen, um bei der Einführung von 5G in unserem Netz zügig voranzukommen“, ist Cayetano Carbajo Martín, Vorstand und Chief Technology Officer (CTO) von Telefónica Deutschland, überzeugt.

Anfang 2018 hatten sich beide Unternehmen, Netzlösungen und -technologien auf dem Weg zu 5G gemeinsam zu testen. Das Early 5G Innovation Cluster bietet für Nokia die Gelegenheit die 5G-Technologie unter realen Bedingungen zu testen. Anschließend soll die Technologie mit realen Anwendern im Telefónica-Netz erprobt werden.

Richtfunk für 4.5G-, 4.9G- und 5G-Netze

Die im Innovationscluster getestete moderne Mikrowellentechnologie ist eine zentrale Transporttechnologie für zukünftige 4.5G-, 4.9G- und 5G-Netze. Ein Mikrowellen-Backhaul (die Anbindung einer Mobilfunkzelle per Funk an das übrige Netz) wird typischerweise verwendet, um kleine Funkzellen (sog. „Small Cells“) mit Glasfaser-Zugangspunkten zu verbinden. Die Nokia Wavence-Technologie unterstützt Durchsatzraten im Multi-Gigabit-Bereich sowie Carrier-SDN (Software Defined Networking) und ermöglicht damit einen hohen Automatisierungsgrad innerhalb des Netzes.

2 Gbit/s mittels Dual-Band-Technologie

Bereits vor dem Einsatz im o2 Mobilfunknetz wurde die Technologie im Münchner Labor des Netzbetreibers getestet. Mittels Dual-Band-Technologie erreichte Nokia Wavence-Datenraten von 2 Gbit/s bei 18 und 80 GHz. Durch ein Software-Upgrade lassen sich jedoch bis zu 10 Gibt/s erreichen. Durch die Verwendung von mehr als einer Trägerfrequenz steigt der Datendurchsatz deutlich an. Im „Early 5G Innovation Cluster“ werden fünf Trägerfrequenzen für den Download und zwei für den Upload verwendet, um hohe Datendurchsatzraten zu erzielen.