Telekom darf Glasfaser-Anschlüsse der Konkurrenz drosseln

2
580

Die Bundesnetzagentur hat der Telekom weitreichende Rechte bei der Begrenzung der Konkurrenz eingeräumt. Dadurch darf der Netzbetreiber immer dann regulierend eingreifen, wenn Konkurrenzangebote das hauseigene Vectoring stören.

Umstrittenes Vectoring vs. Glasfaser

Obwohl viele Experten Glasfaser gegenüber Vectoring bevorzugen hat die Telekom als Vectoring-Platzhirsch weitreichende Rechte bei der Internetbereitstellung an Verbraucher erhalten. Nun hat die Bundesnetzagentur dem Netzbetreiber ein weiteres Recht eingeräumt, mit dem die Telekom direkt Einfluss auf Konkurrenzangebote nehmen kann. Dadurch haben Glasfaser-Kunden der Wettbewerber zum Teil das Nachsehen.

Während das umstrittene Vectoring auf Basis von Kupferleitungen arbeitet, nutzen viele Wettbewerber der Telekom bereits Glasfaseranschlüsse. Liegen beide Technologien in einem Haus an kann es jedoch zu Problemen kommen. Das liegt daran, dass sich die Signale in den Kupferkabeln, die das Internet vom Keller in die Wohnungen leiten, überschneiden und gegenseitig stören. Die Folge sind Abbrüche, langsame Geschwindigkeiten und Ausfälle.

Telekom darf Wettbewerber drosseln

Treten diese Störungen auf, darf die Telekom nun gemäß der Entscheidung der Bundesnetzagentur die Konkurrenz ausbremsen. Das heißt, dass die Telekom verlangen kann, dass die Wettbewerber die Datenraten an ihren Glasfaseranschlüssen auf maximal 600 Mbit/s begrenzen. Im Extremfall kann der Netzbetreiber sogar die Abschaltung des Konkurrenzproduktes durchsetzen.

Zwar mögen maximale Surfgeschwindigkeiten von 600 Mbit/s nach viel klingen, im Hinblick auf die kommenden Gigabit-Geschwindigkeiten von mehr als 1000 Mbit/s haben Kunden der Wettbewerber in Zukunft jedoch das nachsehen. Für die Telekom wäre das ein möglicherweise entscheidender Wettbewerbsvorteil, der von der Bundesnetzagentur sogar legitimiert wird. „Der Regulierer räumt mit seiner Entscheidung der Vergangenheit Vorfahrt gegenüber der Zukunft ein“, meinen BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers und BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer in einer Mitteilung.