Telekom IP-Umstellung scheitert auf dem Land am schlechten Netz

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Bis Ende 2019 will die Telekom private ISDN-Anschlüsse komplett abschaffen. Betroffene Kunden sollen auf All-IP umgestellt werden. Doch das ist vielerorts gar nicht möglich und scheitert an den schlecht ausgebauten Netzen. Dennoch schaltet die Telekom alte ISDN-Anschlüsse nach und nach ab.

Telekom stellt ISDN auf All-IP um

Seit Jahren stellt die Telekom alte ISDN-Anschlüsse nach und nach auf IP um. Da das Unternehmen dabei nicht unbedingt zimperlich vorgeht und wechselunwilligen Kunden schonmal die Kündigung androht, verlief das Medienecho bislang nicht gerade positiv. Zwar nutzt die Mehrheit der Kunden mittlerweile All-IP, beim letzten Rest scheint die Telekom jedoch am eigenen Ausbaustatus zu scheitern. Denn in den letzten Regionen ist eine Umstellung auf All-IP gar nicht so einfach möglich.

Vor allem auf dem Land fehlt es oft an der notwendigen Infrastruktur, um alte ISDN-Anschlüsse auf die IP-Technik umzustellen. Bei dieser funktioniert der gesamte Anschluss über das Internet. Das heißt, dass IP-Nutzer über diese Leitung nicht nur surfen, sondern auch telefonieren. Dafür ist jedoch eine Mindestbandbreite von etwa 120 KBit/s notwendig. In vielen abgelegenen Regionen, zum Beispiel im ostfriesische Leer, schaffen die alten Kupferleitungen jedoch gerade einmal 40 KBit/s. Deutlich zu wenig, um damit vernünftig zu telefonieren.

Was droht betroffenen Kunden nun?

Wie ZDF heute berichtet, sind von den Problemen zahlreiche Kunden im ländlichen Raum betroffen, die derzeit über ISDN ins Internet gehen. Ihnen schickt die Telekom derzeit verstärkt Kündigungsschreiben zu. Denn bis Ende 2019 will das Unternehmen private ISDN-Anschlüssen endgültig eliminieren. Die in den Schreiben beworbenen MagentaZuhause Tarife, die die Telekom als Alternative anbietet, sind vor Ort mangels Leitungskapazität oft gar nicht realisierbar.

Schaltet der Netzbetreiber ISDN endgültig ab, bleibt vielen Kunden nur noch ein analoger Telefonanschluss ohne Internet. Wer vor Ort auf ein gut ausgebautes Mobilfunknetz zugreifen kann, kann unter Umständen auf UMTS, HSDPA oder LTE ausweichen. Oft scheitert es in den betroffenen Regionen jedoch auch an einer ausreichenden Mobilfunkversorgung.

Gibt es keine andere Lösung?

Eine Lösung für die betroffenen Regionen hat die Telekom allem Anschein nach noch nicht. Dennoch wird ISDN vielerorts bereits abgeschaltet. Betroffene Kunden bleiben ohne echte Alternative zurück. So wie die sächsische Gemeinde Kitzen, ein Ortsteil von Pegau in der Nähe von Leipzig. Hier hatte die Telekom bereits im Sommer 2018 entsprechende Kündigungen ausgesprochen und unter anderem den KfZ-Betrieb von Uwe Bartsch, die Praxis des Landarztes Albrecht Kunzmann und die Kirchgemeinde des Ortes vom ISDN-Netz abgeklemmt, berichtet das MDR-Magazin Exakt. Die im Ort verlegten Leitungen lassen die Nutzung von IP nicht zu. Viele Betroffene nutzen wieder alte Analog-Anschlüsse, um wenigstens telefonieren zu können. Doch in Kitzen besteht Hoffnung, nachdem ein lokaler Breitbandanbieter wohl demnächst schnelle Geschwindigkeiten anbieten kann. Wann das jedoch sein wird, bleibt offen. In Regionen ohne diesen Vorteil schauen Kunden bald endgültig in die Röhre.

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