Telekom und Co.: Papierrechnung oft weiterhin kostenfrei verfügbar

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Photo by Sabine Peters on Unsplash

Die Telekom und andere Mobilfunkanbieter stellen immer mehr Kunden von der Papier- auf die Onlinerechnung um. Dabei können Kunden weiterhin auf die postalische Zusendung einer Rechnung bestehen. Oft muss diese sogar kostenfrei angeboten werden.

Online- statt Papierrechnung

In den letzten Jahren ist es üblich geworden, Rechnungen für Mobilfunk- und Internet-Verträge online zu erhalten. Dabei stellen die Anbieter diese entweder per Email zu oder bieten sie zum Abruf im Online-Login an. Doch was passiert mit Kunden, die eine Online-Rechnung nicht abrufen können? Zum Beispiel, weil es am Internetzugang mangelt. Müssen diese die Umstellung von Papier- auf Onlinerechnung hinnehmen? Und darf der Anbieter für das Papierdokument immer eine Gebühr erheben?

Das Magazin MDR Aktuell ist dieser Frage nachgegangen und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. „Im Umsatzsteuergesetz steht, dass eine Rechnung entweder auf Papier oder in elektronischer Form ausgestellt werden darf. Wenn allerdings der Rechnungsempfänger gerne eine Papierform wünscht, dann kann er das auch explizit verlangen“, erklärt der auf Medienrecht und digitale Inhalte spezialisierte Rechtsanwalt Christian Solmecke gegenüber dem Magazin.

Ist eine Papierrechnung in jedem Fall kostenpflichtig?

In vielen Fällen ist eine Papierrechnung weiterhin möglich, wird jedoch gesondert in Rechnung gestellt. Zusätzliche Gebühren von 1,50 Euro und mehr sind keine Seltenheit. Dabei sind diese Zusatzkosten nur dann rechtlich umsetzbar, wenn der Anbieter ein reines Onlinegeschäft betreibt. Anbieter wie die Telekom, Vodafone und o2 dürfen für die gedruckte Abrechnung keine Gebühren erbeben. Denn die drei Netzbetreiber betreiben nicht nur einen Onlineshop, sondern auch Filialen vor Ort.

Bei der Telekom ist man sich dieser rechtlichen Situation offenbar durchaus bewusst. Markus Jodl, Pressesprecher Deutsche Telekom, bestätigt:

Telekom-Kunden können auf Wunsch ihre Telefonrechnung nach wie vor ohne Mehrkosten auf Papier und per Post erhalten. Das gilt für Festnetz- und Mobilfunkkunden.

Gibt es Stolpersteine beim Vertragsabschluss?

Eine wichtige Sonderregelung gibt es jedoch, wenn die digitale Rechnung von Anfang an vertraglich vereinbart wird. Weist ein Anbieter darauf hin, dass es die Rechnung lediglich online gibt, haben Kunden im Nachgang schlechte Karten. „Dann kann der Rechnungsempfänger nachher auch nicht mehr umswitchen und sagen, er möchte jetzt noch die Papierform haben“, so Christian Solmecke.

Doch warum fokussieren die Anbieter seit einigen Jahren so vehement die Onlinerechnung? Das dürfte vor allem wirtschaftliche Gründe haben. Denn je weniger gedruckte Abrechnungen versendet werden, desto weniger Porto- und Versandkosten fallen an. Aber auch die Umwelt und der Ressourcenschutz spielen eine Rolle. Denn Dank der Verbreitung der Allnet-Flats sehen sich viele Kunden ihre Rechnungen gar nicht mehr an. Die Briefe landen entweder ungeöffnet im Müll oder in einer Ablage. Dabei sollte alle Kunden ihre Abrechnungen regelmäßig auf Unstimmigkeiten prüfen. Denn nur so fallen etwaige falsche Abrechnungen schnell auf und können innerhalb der Fristen beanstandet werden. Dafür haben Nutzer je nach Anbieter bis zu acht Wochen Zeit. Wer eine falsche Rechnung nicht reklamiert und sogar bezahlt, hat es im Nachgang meist schwer, die Fehler korrigieren zu lassen.

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