Telekom, Vodafone und o2 schummeln bei den Netztest der BNtzA?

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Photo by Leon Seibert on Unsplash

Schummeln die Netzbetreiber bei den Netztests der Bundesnetzagentur? Ein Insider behauptet genau das. Seinen Aussagen zufolge würden Telekom, Vodafone und o2 erkennen, sobald die Aufsichtsbehörde das Netz testet und gezielt gegensteuern.

Fingierte Netztests für die Bundesnetzagentur?

Wenn die Bundesnetzagentur einen Spendetest in den Netzen der Telekom, Vodafone und o2 durchführt, erhält sie unter Umständen keine korrekten Ergebnisse. Das zumindest behauptet ein Insider im Gespräch mit den Kollegen von Golem.de. Seinen Aussagen nach erkennen die Netzbetreiber die laufenden Tests der Aufsichtsbehörde und steuern gezielt gegen, damit das Ergebnis möglichst positiv ausfällt.

So werden „durch Sonderschaltungen bei Messungen alles freigeräumt, um die Datenübertragungsrate zu steigern“, heißt es. Dass die Netzbetreiber erkennen können, wann die Bundesnetzagentur prüft, stellt für sich gesehen schon ein Kuriosum dar. Problematisch wird es dann, wenn diese Tests durchgeführt werden, um zu erkennen, ob beim Kunden die versprochene Leistung ankommt. Denn Nutzer können gegen ihren Anbieter vorgehen, wenn dieser nicht wie zugesagt liefert. Um das nachzuweisen sind jedoch Netztests mit dem Tool der Bundesnetzagentur notwendig.

Fingierte Netztests können Probleme machen

Liefern diese Tests keine korrekten Ergebnisse, weil die Netzbetreiber eingreifen und die Ergebnisse beschönigen, können Kunden möglicherweise nicht gegen ihren Anbieter vorgehen – obwohl dieser Ihnen nicht die versprochene Leistung bieten kann. Berichte darüber, dass die Anbieter recht einfach erkennen, wann ein Netztest durchgeführt wird und auf diesen Einfluss nehmen, gab es schon vor ein paar Jahren. Damals in Bezug auf den etablierten und bekannten Netztest der Zeitschrift connect.

Generell seien die Netze via Kabel, Glasfaser und DSL heute vorrangig Shared Ressourcen, so der Insider, die immer zu Kapazitätsproblemen führen können. Das liege daran, dass seit Jahren vermehrt auf die paket- und nicht mehr auf die leitungsvermittelte Übertragung gesetzt werde:

[…] Paket-vermittelnde Netze sind viel effektiver, da sie nur für ein Kundenpaket – und nicht mehr für die Verbindungsdauer – eine Ressource innerhalb des Betreibernetzes belegen. Da mittlerweile alle Netze grundsätzlich zur Paketvermittlung übergangen sind, ist das gesamte Netz hinter den Zugangsnetzen im Prinzip Shared Ressource.

Bei einzelnen Paketen sei das grundsätzlich auch kein Problem. Kritisch werden jedoch Streamingdienste und Co., die oft mindestens in der Bandbreite des jeweiligen Videos die Leitung belegen. Dafür gebe es zwar Mechanismen, um diesen Problemen zu begegnen, ob die Netzbetreiber diese jedoch im geeigneten Maß einsetzen, bleibt offen. Denn die Netzdimensionierung ist ein gut gehütetes Geheimnis und dringt so gut wie nie nach außen. „Letztendlich liegt eine mangelnden Datenrate bei Endkunden damit offenbar daran, dass zu wenig in die Netzkapazität investiert wird“, so der Schlusssatz der Golem-Kollegen.

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