Unitymedia-Übernahme: Das kommt jetzt auf Kunden zu

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Vodafone übernimmt in Kürze Unitymedia und steigt damit zu einem der größten Internetanbieter Deutschlands auf. Doch was kommt nun auf die Kunden der beiden Marken zu? Gibt es überhaupt ein Sonderkündigungsrecht?

Fusion zwischen Vodafone und Unitymedia – auch Kunden betroffen

Nach 272 Tagen Prüfung hat die EU-Kommission grünes Licht für die Fusion zwischen Vodafone und Unitymedia gegeben. Dadurch kann der Netzbetreiber den Kabelanbieter nun übernehmen und das eigene Angebot auf alle 16 deutschen Bundesländer ausweiten. In den nächsten drei Jahren sollen so mehr als 25 Millionen Haushalte Gigabit-Geschwindigkeiten erhalten. Das sogenannte „Closing“, also den Vollzug des Kaufvertrags, erwartet das Unternehmen zum Ende des Monats. Dabei hat der Deal ein Volumen von 18,4 Milliarden Euro.

Während Vodafone jubiliert, fragen sich viele Kunden, wie es nun mit ihren Verträgen und Tarifen weitergeht. Vor allem bei Nutzern von Unitymedia in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg sind einige Punkte unklar. Darauf hat Vodafone bereits reagiert und erste Fragen beantwortet. Dabei dürfte die wichtigste Frage wohl die nach einem Sonderkündigungsrecht sein.

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei Unitymedia?

Obwohl sich durch die Übernahme einiges verändern wird, ist die Fusion selbst noch kein Grund für ein rechtlich gestütztes Sonderkündigungsrecht. Solange Tarife, Laufzeiten und Verträge unverändert weitergeführt werden, muss Vodafone ein solches nicht anbieten – kann es aber natürlich. Allerdings hat man sich im Unternehmen dafür entschieden, auf diese freiwillige Option zu verzichten. So heißt es auf einer Informationsseite:

Für Dich ändert sich durch den Zusammenschluss erst einmal nichts. Als Vodafone-Kunde bleibst Du weiterhin Vodafone-Kunde. Als Unitymedia-Kunde bleibst Du weiterhin Unitymedia-Kunde.
Alle Verträge, Tarife und Ansprechpartner im Service bleiben bis auf Weiteres bestehen.
Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nicht.

Das schließt ein, dass auch bei Support-Anfragen vorerst alles beim alten bleibt. Das heißt, dass sich Unitymedia-Kunden weiterhin an den Support des Kabelnetzbetreibers und Vodafone-Kunden an den Vodafone-Kundenservice wenden.

Fusion an Auflagen gekoppelt

Ganz ohne Kompromisse darf Vodafone die Fusion jedoch nicht vollziehen. Denn die EU-Kommission hat klare Vorgaben gemacht, die der Netzbetreiber einhalten muss. So muss er das hauseigene Kabelnetz für einen anderen Anbieter öffnen. Nach jetzigen Stand wird das o2 sein. Das heißt, dass o2 in Zukunft das Vodafone-Netz mitbenutzen darf und eigene Kabeltarife anbieten kann. Zum anderen müssen die Gebühren für frei empfangbare Fernsehsender unverändert bleiben. Hier darf Vodafone also keine Erhöhung durchführen, die Sender davon abhalten könnte, ihre Inhalte über Vodafone zu verbreiten.

Wie es mit dem Netz, den Tarifen, Verträgen und Angeboten weitergehen wird, bleibt jedoch abzuwarten. Hier ist bislang unklar, wie der Zusammenschluss tatsächlich ablaufen wird.