Unitymedia-Übernahme: EU fordert Nachbesserungen

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Offenbar hat die EU-Kommission nicht grundsätzlich etwas gegen die Übernahme von Unitymedia durch den Netzbetreiber Vodafone. Allerdings winkt die Kommission die Fusion nur durch, wenn es noch einmal grundlegende Änderungen der Vorgaben und Bedingungen gibt. Vodafone ist jedoch nach wie vor zuversichtlich, dass der Deal ein Erfolg wird.

EU-Kommission entscheidet

Der Kabelnetzbetreiber Vodafone bemüht sich um die Übernahme des Konkurrenten Unitymedia. Nachdem sich die beiden Unternehmen einig geworden sind, müssen nun noch die zuständigen Behörden grünes Licht geben. Dazu zählt unter anderem die Europäische Kommission, die prüfen muss, ob es bei der Übernahme Bedenken gibt oder nicht. Ende März wurde bekannt, dass sich die EU möglicherweise negativ zur geplanten Fusion äußern könnte.

Wie die Welt berichtet, ist die Kommission jedoch nicht grundsätzlich gegen eine Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. Allerdings lehnt sie ihre Zustimmung zur derzeitigen Planung der beiden Unternehmen ab. Ein entsprechendes „Statement of Objections“ ist beiden Anbietern in dieser Woche zugegangen. In diesem fordert die EU-Kommission Nachbesserungen bei der Vertragsgestaltung, den Vorgaben und Regeln und den Verpflichtungen, die beide Unternehmen abgeben.

Vodafone und Unitymedia müssen nachbessern

„Wir werden den Inhalt nun prüfen und unseren konstruktiven Dialog mit der Kommission weiter fortsetzen“, wird Vodafone von der Welt zitiert. Offenbar macht sich der Netzbetreiber keine Sorgen, dass die Forderungen der EU den Zeitplan der Übernahme gefährden könnten. Denn ein solches Vorgehen sei ein erwarteter Teil des Prüfverfahrens, heißt es. „Wir erwarten eine finale Freigabe im Sommer dieses Jahres.“

Nachbesserungen fordert die EU vor allem bei der Frage, wie Vodafone in Zukunft mit kleinen Rundfunksendern und Wettbewerbern umgeht. Denn diese verlieren durch die Fusion einen Teil ihrer Machtposition und sehen sich dann einem mächtigen Anbieter gegenüber. Das könnte sich negativ auf die Verhandlungspositionen auswirken und zu einer Art Zugzwang führen. Des Weiteren prüft die Kommission, inwieweit der Wettbewerb durch die Fusion gefährdet ist.

Vodafone sieht Plan nicht gefährdet

Vodafone und Unitymedia bieten in Deutschland Kabelverträge und -tarife an. Dabei ist Unitymedia in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv. Vodafone bietet die hauseigenen Kabel-Dienste in den übrigen 13 Bundesländern an. Durch die Übernahme steigt Vodafone zum größten Kabelnetzbetreiber Deutschlands auf, der Kunden in ganz Deutschland beliefern kann.

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