Sky Urteil: Gebühren für 01806 Kundenservice-Hotline zu hoch

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unsplash/Quino Al
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Für die Nutzung einer Kundenservicehotline dürfen keine Gebühren erhoben werden, die über einen normalen Flatrate-Tarif hinausgehen. Das entschiede das Landgericht München I Anfang des Monats. Die Verbraucherzentrale Bayern hatte gegen den Pay TV Anbieter Sky geklagt, der eine kostenpflichtige 01806-Kundenservicehotline anbietet.

Hohe Kosten für Sky Kundenhotline

Sky-Kunden erreichen den Kundenservice über eine kostenpflichtige 01806-Hotline. Dabei bezahlen Anrufer für den Anruf der Nummer 0180 6 11 00 00 aus dem deutschen Festnetz pauschal 20 Cent pro Anruf. Aus dem Mobilfunknetz werden hingegen 60 Cent pro Anruf fällig. Diese Gebühren empfand die Verbraucherzentrale Bayern als zu hoch und ging gegen Sky gerichtlich vor. „Nach Auffassung der Verbraucherzentrale Bayern übersteigen diese Kosten das Entgelt für die bloße Nutzung des Telekommunikationsdienstes, was rechtlich unzulässig ist“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Landgericht München I bestätigte nun diese Ansicht und urteilten unter dem Aktenzeichen 37 O 15341/17 gegen Sky. Im Urteil heißt es, dass zur Beurteilung der Gebühren die europarechtliche Vorgaben herangezogen wurden. Dabei sehen diese vor, dass sich Hotline-Gebühren an den üblichen Kosten des Grundtarif orientieren müssen. In den Augen der zuständigen Richter werden darunter die gängigen Telefonkosten eines Nutzers verstanden.

Flatrate-Tarife sind in Deutschland üblich

Da hierzulande mittlerweile Flatrate-Tarife üblich sind, gelten diese als Grundlage für die Gebührenhöhe. Allerdings übersteigen die von Sky erhobenen Gebühren diese üblichen Entgelte deutlich und sind deswegen unzulässig.

Sky muss nun auf das Urteil reagieren, kann gegen die Entscheidung jedoch noch Rechtsmittel einlegen. Derzeit ist das Urteil des Landgerichts München I noch nicht rechtskräftig. Dennoch ist man bei der Verbraucherzentrale Bayern zuversichtlich.

„Wir begrüßen die Entscheidung, denn zusätzlich anfallende Kosten für eine Kundenservicehotline können Verbraucher von der Ausübung ihrer Rechte abhalten“, meint Tatjana Halm, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

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