Verbraucherzentrale mahnt Vodafone wegen irreführender Werbung ab

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Werbung muss auffallen, dachte sich ein Vodafone Mitarbeiter und verschickte in der Oberpfalz Werbeschreiben für die hauseigenen Kabelanschlüsse. Das Problem: Für die Empfänger waren die Informationen nicht als Werbung zu erkennen. Ein Umstand, den nun die Verbraucherzentrale Bayern erfolgreich abgemahnt hat.

Irreführende Werbung von Vodafone

Die Verbraucherzentrale Bayern hat den Netzbetreiber Vodafone abgemahnt. Schuld ist das Vorgehen des Anbieters in einer Kleinstadt in der Oberpfalz. Denn dort erhielten die Einwohner Werbeschreiben des Unternehmens, die nicht als solche zu erkennen waren. Das sei irreführende Werbung, meinte die Verbraucherzentrale und sprach eine Abmahnung aus.

In den in der Oberpfalz verschickten Werbebriefen kündigte der Netzbetreiber eine allgemeine Prüfung des Kabelanschlusses an. An einem bereits festgelegten Termin sollte diese durch einen Mitarbeiter vor Ort stattfinden. Außerdem hieß es in dem Brief, dass Festnetztelefone ohne Internet demnächst abgeschaltet werden und eine Prüfung deswegen dringend erforderlich sei.

Warum mahnte die Verbraucherzentrale ab?

Diese Informationen schürten bei vielen Empfängern natürlich die Sorge, dass sie in Kürze ohne Telefon dastehen. Gerade ältere Verbraucher, bei denen das Telefon oft der einzige Kontakt zu Verwandten und Bekannte ist, gerieten dadurch unter Druck. „Diese Art der Werbung halten wir für irreführend und haben das Unternehmen deshalb abgemahnt“, erklärt Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Derartige Tricks sind nicht neu. Auch andere Telekommunikationsunternehmen versuchen immer wieder, sich unter dem Vorwand der Anschlussprüfung oder ähnlicher Szenarien Zugang zu den Wohnungen potentieller Kunden zu verschaffen. Dort geht es dann jedoch meist nicht um die abgekündigte Prüfung, sondern um das Verkaufen von Verträgen. Nicht immer agieren die Vertreter dabei seriös, sondern treten aggressiv auf und setzen die Kunden unter Druck, um sie zum Abschluss zu bewegen. Mitunter werden auch nicht existente Horrorszenarien genutzt. Zum Beispiel die baldige Abschaltung des Telefons, sofern der Kunde jetzt nicht reagiert. Tatjana Halm rät:

Verbraucher sollten niemanden ins Haus lassen, wenn sie nicht selbst den Termin vereinbart haben und keinesfalls Unterschriften tätigen, wenn sie sich überrumpelt fühlen.

Und was sagt Vodafone?

Bei Vodafone hat man auf die Abmahnung bereits reagiert und eine Unterlassungserklärung abgegeben. Den Angaben des Unternehmens zufolge hatte die irreführende Werbepost ein eigenständiger Vertriebspartner kreiert und in Eigenregie verschickt. Das habe man diesem bereits für die Zukunft untersagt, heißt es.

Verbraucher sollten derzeit auch an anderer Stellen wachsam sein. In Kürze wird Vodafone d