Vodafone meldet Unitymedia-Übernahme offiziell an

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Vodafone konkretisiert die im Frühjahr 2018 bekannt gewordenen Übernahmepläne. Demnach hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die geplante Übernahme Unitymedias vor wenigen Tagen bei der EU-Kommission beantragt und das Bundeskartellamt informiert. Nun müssen beide Institutionen grünes Licht geben.

Vodafone will Unitymedia übernehmen

Seit Mai 2018 ist bekannt, dass Vodafone den Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernehmen möchte. Damals hieß es, dass die Übernahme – zu der nicht nur Unitymedia, sondern auch Kabelnetze in der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien gehören – bis Mitte 2019 abgeschlossen sein soll. Allerdings war es seit der Ankündigung ruhig um die Übernahmepläne geworden. Dabei arbeitet Vodafone allem Anschein nach mit Hochdruck an den notwendigen Formalitäten.

Den Angaben nach hat das Unternehmen die Übernahme nun bei der EU-Kommission eingereicht. Außerdem wurde das Bundeskartellamt informiert. Nun müssen beide Institutionen die Sachlage prüfen und Stellung beziehen. Sollte das Bundeskartellamt keine Einwände haben, erteilt es in etwa zwei Wochen grünes Licht. Die EU-Kommission hat für die Prüfung etwas mehr Zeit. Hier wird frühestens im Dezember mit einem Statement gerechnet.

Unitymedia-Übernahme erntet Kritik

Vor allem die Mitbewerber Vodafones stehen mit den Übernahmeplänen auf Kriegsfuß. Sie befürchten eine Monopolisierung des Kabelmarktes und eine ungesunde Marktmacht Vodafones. Denn: Mit der Implementierung Unitymedia würde Vodafone zum größten Kabelanbieter Deutschlands aufsteigen. Zwar konnte sich der Netzbetreiber durch die Übernahme Kabel Deutschlands vor wenigen Jahren bereits große Teile Deutschlands sichern, in drei Bundesländer herrscht jedoch noch immer Unitymedia über den Kabelmarkt. Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg sind derzeit weiße Flecken für Vodafone. Mit der Übernahme kämen diese Regionen zum Vodafone-Angebot hinzu, welches dann in allen 16 Bundesländern zur Verfügung stünde.

Unitymedia ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv

Durch die Übernahme sieht vor allem die Telekom ihre Marktposition in Gefahr. Aber auch Telefónica übt Kritik. Die o2-Mutter befürchtet vor allem, dass der Breitband-Festnetzmarkt in Deutschland künftig von der Telekom und Vodafone beherrscht wird und kleineren Wettbewerbern kaum Chancen lässt. Das könnte sich nicht nur auf den Wettbewerb auswirken, sondern auch die Preise für die Produkte beeinflussen, die Verbraucher zahlen müssen.

Entscheidung zur Unitymedia Übernahme noch offen

Ob das Bundeskartellamt der Übernahme vorbehaltlos zustimmt, bleibt abzuwarten. Ebenso ist offen, welche Entscheidung die EU-Kommission trifft. Sollten Bedenken bestehen sind Auflagen denkbar, die Vodafone erfüllen muss. Ähnlich lief auch die Übernahme von E-Plus durch Telefónica im Jahr 2014 ab. Auch hier musste der Netzbetreiber Zugeständnisse