Vodafone-Chef: Bis zu 4 Millionen Kunden im Funkloch – wegen 1&1

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Bis zu vier Millionen Smartphone-Nutzer in einem Funkloch, befürchtet Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter in den nächsten Jahren. Zumindest dann, wenn erneut wichtige Frequenzen versteigert werden und 1&1 als vierter Netzbetreiber bei der Auktion mitmischt.

4 Millionen Kunden im Funkloch

Die Frequenzauktion 2019 war ein zähes Ringen um wichtige Frequenzen für den 5G-Ausbau. Wochenlang überboten sich die Akteure Vodafone, Telekom, Telefónica und 1&1 Drillisch aufs neue. Insgesamt kostete die Versteigerung die Anbieter 6.549.651.000 Euro. In Kürze steht erneut die Wiedervergabe von Frequenzen an. Denn 2025 laufen die aktuellen Inhaberschaften für die wichtigen Flächenfrequenzen im 800-Megahertz-Bereich  aus.

Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter sieht hier eine große Gefahr für Millionen Kunden. Gegenüber dem Redak­tions-Netz­werk Deutsch­land RND erklärte der CEO, dass eine erneute Versteigerung der Frequenzen zu Chaos führen könnte:

Wenn man die so wichtigen Flächenfrequenzen im 800-Megahertz-Bereich nach bekanntem Auktionsverfahren vergäbe, könnte nicht nur extrem viel Geld verloren gehen, das später für neue Stationen fehlt. Noch viel schlimmer: Die Mobilfunknetze in Deutschland könnten sogar deutlich langsamer werden als bislang.

Gefährlich könnte hier vor allem 1&1 werden, der als vierter Netzbetreiber um die begehrten Frequenzen mitbieten dürfte. Denn bislang teilen sich die 800 MHz Bereiche nur unter Vodafone, Telekom und Telefónica auf. Will nun 1&1 auch etwas vom Kuchen ab haben, könnte das für alle Beteiligten sehr teuer werden. Ametsreiter fürchtet:

Zieht einer der jetzigen Betreiber dabei den Kürzeren, dann könnten bis zu vier Millionen Kunden in diesem Netz plötzlich in einem LTE-Funkloch leben. Die Menschen auf dem Land drohen, digital abgehängt zu werden.

Frequenzauktionen verschlingen Unsummen

Kritik am Vergabeverfahren der Bundesnetzagentur wurde bereits 2019 laut. Damals versuchten die Netzbetreiber den Ablauf als Auktion per Eilverfahren zu verhindern. Vergeblich, wer die begehrten Frequenzen haben wollte, musste mitbieten. Dabei zeigen andere Länder, wie es besser geht. Denn im europäischen Ausland werden Frequenzen oft nicht versteigert, sondern zugeteilt – inklusive verpflichtender Ausbauauflagen.

Auch für Deutschland würde sich Hannes Ametsreiter ein solches Verfahren wünschen. Sein Vorschlag: Verlängern statt neu vergeben:

Mit einer Verlängerung der Lizenzen um fünf Jahre zu entsprechenden Bedingungen können exzellente Netze in Deutschland endlich Realität werden – ohne dass der Wettbewerb leidet. Wir können beim Mobilfunk den Aufstieg vom Mittelfeld in die Champions League schaffen.

Wollen wir einen Auktionsmarathon oder einen Ausbauantrieb? Entscheiden wir uns erneut für einen Auktionsmarathon, könnte die digitale Spaltung zwischen Stadt und Land nicht kleiner, sondern deutlich größer werden

Allerdings bedeutet die Verlängerung des aktuellen Status Quo auch, dass lediglich Telekom, Vodafone und Telefónica profitieren und ihre bereits gesicherten Frequenzen weiterhin nutzen können. Der Provider 1&1 hingegen, der sich diese erst noch sichern muss, geht leer aus. Ein Umstand, der bei dem Anbieter, der im Herbst mit dem Aufbau des eigenen und damit in Deutschland vierten Netzes beginnen will, nicht auf Gegenliebe stoßen dürfte.

Dieses Angebot jetzt selbst bewerten:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1,00 /5 aus 1 Bewertungen)
Loading...
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

simplytel Angebote: Allnet-Flat mit 12 GB LTE für 11,99 Euro

- Anzeige -
Newsletter Anmeldung
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email