Vodafone ist mit 5G-Auktion unzufrieden – und hofft auf Regierung

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Vodafone CEO Hannes Ametsreiter

Bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen sind mehr als 6 Milliarden Euro geflossen. Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter ist mit dem Ausgang der Auktion unzufrieden. Und hofft nun auf die Bundesregierung, die die Gelder sinnvoll einsetzen sollte.

5G-Auktion kostet Milliarden

Im Frühjahr 2019 hat die Bundesnetzagentur die begehrten 5G-Frequenzen versteigert. Das Gerangel um den besten Deal zog sich wochenlang hin und kostet insgesamt rund 6,55 Milliarden Euro. Deutlich mehr als die Netzbetreiber und 1&1 Drillisch ausgeben wollten. Vor allem, weil diese Gelder nun für den Ausbau der Netze fehlen. Dennoch haben sowohl Vodafone als auch die Telekom bereits ein eigenes 5G-Netz gestartet.

Vodafone-CEO Hannes Amtsreiter ist unzufrieden mit dem Ausgang der Versteigerung. Das bestätigte der Manager gegenüber dem Magazin t3n. Dabei ärgert er sich vor allem darüber, dass die Auktion nach dem seit Jahren bekannten Schema ablief, obwohl die negativen Auswirkungen auf Investitionen, Preise und Ausbau bekannt seien: „Ich glaube, dass man einfach nichts gelernt hat. Man ist in dasselbe Loch gefallen und hat es noch tiefer geschaufelt, statt es dicht zu machen.“

Was sollte jetzt passieren?

Allerdings sieht der CEO noch Chancen. Nämlich dann, wenn die Bundesregierung die eingenommenen 6,55 Milliarden Euro sinnvoll nutzt und in den Netzausbau investiert. Zum Beispiel, um die noch existierenden Funklöcher zu schließen:

Man könnte mit dem Geld 40.000 Mobilfunkstationen bauen, die alle Provider nutzen könnten.Wenn man das Geld jetzt aber für andere Dinge einplant, dann wird es wohl nicht so wichtig sein – dann darf man sich aber auch nicht beschweren.

Der vielerorts noch immer schlechte oder gar nicht vorhandene Handyempfang ist vor allem für Kunden ein Ärgernis. Während die Städte und Ballungsgebiete mittlerweile gut ausgebaut sind, fehlt es vor allem auf dem Land an Netz. Um diesen Missstand zu beheben, hofft Vodafone offenbar auch auf den Provider 1&1 Drillisch. Dass dieser von einer Investition der eingenommenen Gelder profitiert, sieht Ametsreiter nicht als Problem:

Es geht ja gerade um die weißen Flecken, die noch niemand ausgebaut hat. Im Sinne des Kunden ist es doch in Ordnung, wenn 1&1 hier die Chance bekommt, günstig einzusteigen und weiße Löcher zu schließen.