Vodafone übernimmt Unitymedia – 7,2 Millionen Kunden betroffen

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Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich Vodafone und die Unitymedia-Mutter Liberty Global auf eine Übernahme geeinigt. Unitymedia wird in Kürze in das Netz von Vodafone integriert. Der Düsseldorfer Betreiber steigt damit zum größten Kabelanbieter Deutschlands auf.

Vodafone übernimmt Unitymedia

Die seit Februar 2018 laufenden Verhandlungen zwischen Vodafone und Liberty Global haben zu einer Einigung geführt. Der Düsseldorfer Netzbetreiber wird Teile von Liberty Global übernehmen. Dazu zählen der deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia sowie Kabelnetze in der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien. Die Transaktion hat einen Gesamtwert von 18,4 Milliarden Euro.

Unitymedia ist derzeit in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv und betreibt das dortige Kabelnetz. Vodafone stellt seit der Übernahme von Kabel Deutschland vor einigen Jahren den hauptsächlichen Kabelzugang in den übrigen 13 Bundesländern. Durch den Zusammenschluss mit Unitymedia steigt das Unternehmen zum größten Kabelnetzbetreiber Deutschlands auf.

Unitymedia-Übernahme bis Mitte 2019

Sowohl Vodafone als auch Liberty Global gehen davon aus, dass die Übernahme bis Mitte 2019 abgeschlossen sein wird. Betroffen sind nach derzeitigen Stand rund 7,2 Millionen Kunden, die ihren Kabelzugang über Unitymedia beziehen. Welche Veränderungen konkret auf sie zukommen werden, bleibt abzuwarten.

Ganz final ist der Deal zwischen den beiden Netzbetreibern jedoch noch nicht. Die Übernahme wurde vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden vereinbart. Diese werden den Vorgang wahrscheinlich sehr genau prüfen und ggf. Bedingungen stellen, um Nachteile für den Wettbewerb und die Verbraucher zu verhindern. Diese befürchten vor allem die Konkurrenten. Sowohl Telefónica als auch die Telekom haben Sorge, dass Vodafone die neue Vormachtstellung ausnutzen könnte, um den Wettbewerb zu eigenen Gunsten zu beeinflussen. Denn: Zusammen mit dem Netz von Unitymedia erreicht Vodafone dann knapp zwei Drittel aller deutschen Haushalte und könnte attraktive Bundle-Angebote aus Internet, Fernsehen, Telefon und Mobilfunk anbieten.

Außerdem will das Unternehmen bis 2022 rund 25 Millionen Gigabit-Anschlüsse für 50 Millionen Menschen bauen. Dabei sei das Ziel, in vier Jahren zwei Drittel aller Deutschen mit Gigabit-Geschwindigkeiten zu versorgen, so Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland. Die Telekom – derzeit Hauptversorger der Deutschen – kann mit ihrer derzeitigen Technik mit diesen Zielen nur schwer mithalten.

Für den Verbraucher bedeutet der Zusammenschluss erstmalig großflächig schnelle und bezahlbare Gigabit-Anschlüsse. Im Wettbewerb schaffen wir eine echte bundesweite Alternative. Damit beschleunigen wir nicht nur unser eigenes Netz, sondern bringen auch die anderen Anbieter dazu, in den Ausbau von Gigabit-Netzen zu investieren und den Infrastruktur-Ausbau voranzutreiben. Wir sorgen für mehr Auswahl, mehr Innovation und besseren Service. Davon profitieren Verbraucher und Unternehmen.

Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland