Wegen Unitymedia-Übernahme: Vodafone öffnet Kabelnetz für o2

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Um den Wettbewerber Unitymedia übernehmen zu können, geht Vodafone einen ungewöhnlichen Schritt. Damit die EU-Kommission der Fusion zustimmt, öffnet der Kabelnetzbetreiber das eigene Netz für einen Wettbewerber. In Zukunft könnte dadurch auch Telefónica o2 hauseigene Kabelprodukte über die Vodafone-Infrastrukturen anbieten.

Update vom 20.10.2020

o2-Kabel-Tarife starten im November

Kurz vor Jahresende machen o2 und Vodafone ihr Versprechen wahr. Ab 3. November 2020 bietet o2 die ersten eigenen Kabel-Tarife an, die über das Vodafone-Kabelnetz realisiert werden. Dabei kommt das neue o2 my Home Portfolio zum Einsatz, über das Kunden je nach Verfügbarkeit die Technologien DSL, Glasfaser, Kabel oder Mobilfunk nutzen können. Das ist nicht nur über das DSL-Netz (demnächst auch Glasfaser) der Telekom, sondern auch über das Kabelnetz von Vodafone, welches aus dem Zusammenschluss mit Unitymedia entstanden ist, möglich. Insgesamt kommen so rund 24 Millionen Haushalte in den Genuss von o2 Kabel.

Allerdings gilt das vorerst nur für die o2 my Home Tarife M, L und XL. Denn Vodafone räumt o2 keinen Zugriff auf die vollen Gigabitgeschwindigkeiten ein, sondern maximal bis zu 300 Mbit/s. Das heißt, dass Kunden hier zum Start mit bis zu 250 Mbit/s im o2 my Home XL surfen können.

Ursprünglicher Artikel

Vodafone öffnet Kabelnetz für o2

Seit einigen Monaten bemüht sich Vodafone um Unitymedia. Dabei will der Kabelnetzbetreiber den Wettbewerber gern übernehmen und hat mit diesem bereits alles ausgehandelt. Allerdings stellt sich derzeit noch die EU-Kommission quer. Zwar hat diese keine generellen Bedenken gegen die Übernahme, fordert jedoch einige Auflagen. Denn in den Augen der EU könnte Vodafone durch die Fusion zu einem marktbeherrschenden Anbieter aufsteigen.

Damit sich diese Sorgen zerschlagen, will Vodafone nun verschiedene Maßnahmen ergreifen. Maßnahme Eins und gleichzeitig auch die wichtigste ist die Öffnung des Kabelnetzes für andere Anbieter. „Für noch mehr Wettbewerb im Breitbandmarkt hat Vodafone jetzt einen Kabel-Großhandelsvertrag mit Telefónica Deutschland geschlossen“, teilt der Netzbetreiber in einer Presseerklärung mit. Dadurch kann Telefónica in Zukunft eigene Kabelprodukte über die Infrastrukturen von Vodafone anbieten.

o2 Kabeltarife ab 2020

Durch den Vertrag mit Vodafone erreicht Telefónica o2 in Zukunft rund 23,7 Millionen Haushalte via Kabel mit maximalen Surfgeschwindigkeiten von 300 Mbit/s. Hier liegt auch die Krux des Deals. Denn zum Start der Zusammenarbeit gewährt Vodafone Telefónica lediglich Zugriff auf bis zu 300 Mbit/s. Die schnelleren Geschwindigkeiten von 500 Mbit/s und mehr hält das Unternehmen vorerst für die eigenen Tarife vor. Für Telefónica ist das dennoch von Vorteil. Denn bis zu 300 Mbit/s via Kabel sind deutlich schneller als die VDSL-Supervectoring-Geschwindigkeiten der Telekom, die bei maximal 250 Mbit/s liegen.

Als zweite Maßnahme will Vodafone offener im Bereich TV agieren und Fernsehsendern mehr Möglichkeiten geben, unabhängig von Vodafone Kundenbeziehungen einzugehen. So heißt es:

Damit die Fernsehsender von dieser Entwicklung profitieren können, verpflichtet sich Vodafone, Sendern die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet nicht einzuschränken und die Netzübergänge so zu gestalten, dass ausreichende Übertragungungs-Kapazität über das Internet vorhanden ist. TV-Sender werden damit unabhängiger vom klassischen TV-Kabelnetz und damit von Vodafone.

Deal steht erst, wenn die Fusion zustande kommt

Allerdings schränkt Vodafone den Deal mit o2 auch ein. Denn dieser kommt nur zustande, wenn der Netzbetreiber Unitymedia tatsächlich übernimmt. Spricht sich die EU-Kommission weiterhin gegen die Fusion aus oder kommen andere Aspekte dazwischen, ist auch die Vereinbarung mit o2 gestorben. Bei Vodafone geht man jedoch davon aus, dass die Kommission die Entscheidung über die Transaktion bis Juli 2019 abschließen wird. Anschließend plant das Unternehmen die Übernahme bereits für den nächsten Monat. Bis Ende Mai 2019 unterzieht die EU das Maßnahmenpaket nun einem Markttest. Sollte alles laufen wie von Vodafone gewünscht, könnte o2  ab Ende 2019 bzw. Anfang 2020 mit eigenen Kabeltarifen an den Start gehen.

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