Wegen Unitymedia-Übernahme: Vodafone öffnet Kabelnetz für o2

0
488

Um den Wettbewerber Unitymedia übernehmen zu können, geht Vodafone einen ungewöhnlichen Schritt. Damit die EU-Kommission der Fusion zustimmt, öffnet der Kabelnetzbetreiber das eigene Netz für einen Wettbewerber. In Zukunft könnte dadurch auch Telefónica o2 hauseigene Kabelprodukte über die Vodafone-Infrastrukturen anbieten.

Vodafone öffnet Kabelnetz für o2

Seit einigen Monaten bemüht sich Vodafone um Unitymedia. Dabei will der Kabelnetzbetreiber den Wettbewerber gern übernehmen und hat mit diesem bereits alles ausgehandelt. Allerdings stellt sich derzeit noch die EU-Kommission quer. Zwar hat diese keine generellen Bedenken gegen die Übernahme, fordert jedoch einige Auflagen. Denn in den Augen der EU könnte Vodafone durch die Fusion zu einem marktbeherrschenden Anbieter aufsteigen.

Damit sich diese Sorgen zerschlagen, will Vodafone nun verschiedene Maßnahmen ergreifen. Maßnahme Eins und gleichzeitig auch die wichtigste ist die Öffnung des Kabelnetzes für andere Anbieter. „Für noch mehr Wettbewerb im Breitbandmarkt hat Vodafone jetzt einen Kabel-Großhandelsvertrag mit Telefónica Deutschland geschlossen“, teilt der Netzbetreiber in einer Presseerklärung mit. Dadurch kann Telefónica in Zukunft eigene Kabelprodukte über die Infrastrukturen von Vodafone anbieten.

o2 Kabeltarife ab 2020

Durch den Vertrag mit Vodafone erreicht Telefónica o2 in Zukunft rund 23,7 Millionen Haushalte via Kabel mit maximalen Surfgeschwindigkeiten von 300 Mbit/s. Hier liegt auch die Krux des Deals. Denn zum Start der Zusammenarbeit gewährt Vodafone Telefónica lediglich Zugriff auf bis zu 300 Mbit/s. Die schnelleren Geschwindigkeiten von 500 Mbit/s und mehr hält das Unternehmen vorerst für die eigenen Tarife vor. Für Telefónica ist das dennoch von Vorteil. Denn bis zu 300 Mbit/s via Kabel sind deutlich schneller als die VDSL-Supervectoring-Geschwindigkeiten der Telekom, die bei maximal 250 Mbit/s liegen.

Als zweite Maßnahme will Vodafone offener im Bereich TV agieren und Fernsehsendern mehr Möglichkeiten geben, unabhängig von Vodafone Kundenbeziehungen einzugehen. So heißt es:

Damit die Fernsehsender von dieser Entwicklung profitieren können, verpflichtet sich Vodafone, Sendern die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet nicht einzuschränken und die Netzübergänge so zu gestalten, dass ausreichende Übertragungungs-Kapazität über das Internet vorhanden ist. TV-Sender werden damit unabhängiger vom klassischen TV-Kabelnetz und damit von Vodafone.

Deal steht erst, wenn die Fusion zustande kommt

Allerdings schränkt Vodafone den Deal mit o2 auch ein. Denn dieser kommt nur zustande, wenn der Netzbetreiber Unitymedia tatsächlich übe