DSGVO2022.info – 5.000 € für Facebook-Datenskandal?

Aktuell erhalten Handynutzer unaufgefordert eine SMS aufgrund eines Facebook-Datenskandals. Dabei suggeriert die Nachricht mit einem Verweis auf die Webseite www.dsgvo2022.info einen Anspruch auf 5.000 Euro Schmerzensgeld. Doch wie seriös ist dieses Angebot und kann man dieser SMS trauen?

Inhaltsverzeichnis

DSGVO2022.info verspricht 5.000 Euro

Die Nachricht kommt überraschend und verspricht 5.000 Euro Schmerzensgeld. „Du bist auch vom Facebook Datenskandal betroffen“, heißt es in der SMS. „und hast somit Anspruch auf 5.000 Euro.“ Weitere Details und Informationen gibt es nicht. Wer mehr wissen will, wird dazu aufgefordert, auf den enthaltenen Link zur Seite dsgvo2022.info zu klicken. 

Auf der Seite selbst sollen die vermeintlich Betroffenen dann persönliche Daten eingeben. Zuerst die Handynummer, mit der geprüft werden soll, ob die Zahlenfolge überhaupt vom Datenskandal betroffen ist. Ist sie das – und das dürfte sie quasi immer sein – werden weitere Daten gefordert. Zum Beispiel E-Mail-Adresse, Anschrift und Co.  Wer bis hierhin mitgemacht und alle Informationen eingetragen hat, erhält schließlich die Information:

„Vielen Dank, und nun geht es sofort weiter, damit Du schnell an dein Geld in Höhe von bis zu 5.000 € kommst. Hierzu senden wir Deinen Fall an unsere spezialisierte Verbraucherkanzlei. Diese wird dich dann für ein Erstberatungsgespräch kontaktieren.“

DSGVO2022.info – seriös oder nicht?

Ob das versprochene „Erstberatungsgespräch“ tatsächlich stattfinden wird bleibt abzuwarten. So oder so hinterlässt das gesamte Vorgehen mit einer unaufgeforderten SMS, der Abfrage persönlicher Daten und den fehlenden Hinweisen, weshalb diese erhoben und wie diese genutzt werden, einen faden Beigeschmack. Natürlich ist das alles noch kein handfester Hinweis darauf, dass sich hinter DSGVO2022.info eine Betrugsmasche verbirgt, Empfänger der dubiosen Nachricht sollten jedoch zurecht vorsichtig sein. Denn rechtlich konform ist die Herangehensweise und Abfrage von Daten nicht. Und das lässt sich an mehrere Punkten festmachen:

1. Unaufgeforderte SMS-Benachrichtung

Vorgeblich Betroffene erhalten eine unaufgeforderte SMS, der sie nicht zugestimmt haben. Seit einigen Jahren ist eindeutig rechtlich geregelt, dass eine Kontaktaufnahme zu Werbezwecken – und darum handelt es sich schließlich – die eindeutige Einwilligung des Empfängers erfordert. Es ist anzunehmen, dass diese Erlaubnis mehrheitlich nicht erfolgt ist.

SMS von DSGVO2022.info

2. Webseite dsgvo2022.info bietet kaum Infos

Die Webseite, auf der angeblich Betroffene prüfen können, ob diese bis zu 5.000 Euro erhalten können, ist bislang gänzlich unbekannt und macht zudem keinen seriösen Eindruck. Es handelt sich um einen schnell gebastelten Onepager, der offenbar nur dazu dienen soll, Adressdaten und andere persönliche Details von Besuchern abzufragen. Auch das Impressum ist fehlerhaft, wichtige Daten fehlen. Die angegeben Adresse ist nicht existent. 

3. Impressum fehlerhaft, Adresse falsch

Wichtigstes Indiz für seriöse und unseriöse Seiten ist in der Regel das Impressum. Dank Impressums-Pflicht ist gesetzlich festgelegt, welche Pflichtangaben ein Impressum enthalten muss. Diese lassen sich nachprüfen. So existiert die Straße (Adresse) in Markt Nordheim offenbar gar nicht. Weitere wichtige Daten wie Steuernummer und die Zugehörigkeiten zu Kammern und ähnlichem fehlen ganz. Da es sich bei er Abfrage der Daten offenbar um eine rechtliche Vermittlung zu einer Rechtsberatung handelt, sollten hier mehr als die wenigen vorhanden Informationen stehen. Ob der angegebene Verantwortliche wirklich existiert ist ebenfalls fraglich

Impressum von DSGVO2022.info (Stand: 05.12.2022)

4. Aufforderung zur Eingabe persönlicher Daten

Ebenfalls unseriös wirkt die direkte Aufforderung zur Eingabe persönlicher Daten, ohne die Verwendung genauer zu erklären. Auch die Information, dass man angeblich telefonisch kontaktiert wird, kommt erst nach der vollständigen Eingabe der persönlichen Daten. Das verstärkt den Eindruck, dass es den Betreibern nicht um echte Hilfe bei einem Datenklau geht, sondern nur um das Abgreifen möglichst vieler Datensätze. Unter dem Punkt „Datenschutz“ heißt es zudem, dass der Nutzer einen „Newsletter“ erhält, ohne das dieser überhaupt irgendwo bei der Dateneingabe erwähnt wurde.

All das sind Hinweise darauf, dass Betroffene es nicht mit einer echten Hilfe zu tun haben, sondern dass hier vorrangig versucht wird, schnell an persönliche Daten wie Adresse, Handynummer und Name zu gelangen. Seriöse Anbieter würden meist an den genannten Punkten anders agieren und vor allem nicht mit Details und Informationen sparen. 

Vorsicht vor DSGVO2022.info

Anhand der genannten Indizien raten wir davon ab, auf der Seite DSGVO2022.info persönliche Daten einzugeben. Unserer Meinung nach sollen Datensätze generiert werden und es besteht die Option, dass die so erlangten Datensätze anschließend weiterverkauft und an Werbetreibende und andere Dritte veräußert werden. 

Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich hinter der Seite indirekt ein Anwaltsservice oder eine Rechtsberatung handelt, die Betroffenen tatsächlich helfen möchte. Sollten Nutzer bereits Daten eingegeben haben lässt sich derzeit leider nicht prüfen, was mit diesen geschieht. Bei Problemen und Fragen können hier auch die Verbraucherzentralen weiterhelfen. Grundsätzlich gilt:

Lassen Sie sich nicht von Geldversprechen oder anderen Zusagen, die zu gut um wahr zu sein, in die irre führen. Prüfen Sie immer sehr genau, wo Sie Ihre persönlichen Daten eingeben und ob diese Seite vertrauenswürdig ist. Bei Seiten, die schnell erstellt wirken, kaum weiterführende Informationen bieten, fehlerhafte oder unvollständige Angaben im Impressum aufweisen oder anderweitig verdächtig wirken, sollte besondere Vorsicht gelten. 

Suchen Sie die Seite ggf. per Suchmaschine und prüfen Sie, ob es bereits Bewertungen und Reaktionen gibt. Hier lässt sich meist schnell ermitteln, wie seriös andere Besucher diese einschätzen. Auch dann, wenn gar keine und nur sehr wenige Informationen existieren, ist Vorsicht geboten.

FAQ zu DSGVO2022.info

Was ist DSGVO2022.info?

Auf der Seite sollen Betroffene eines Facebook Datenklaus prüfen können, ob sie Anspruch auf Schadenersatz haben. Angeblich möchte der Betreiber eine Rechtsberatung vermitteln.

Ist DSGVO2022.info seriös?

Auf dem ersten Blick macht die Seite keinen seriösen Eindruck. Denn diese hat ein fehlerhaftes Impressum und dient offenbar nur dazu, schnell an persönliche Daten zu kommen. Wir empfehlen daher, keine persönlichen Daten preiszugeben.

Ich habe meine Daten schon eingeben. Was tun?

Leider lässt sich aktuell nicht sagen, was mit den Daten passiert, die unvorsichtige Nutzer auf DSGVO2022.info eingeben. Behalten Sie die nächste Zeit Abbuchungen, Rechnung, Briefpost und Email im Blick und reagieren Sie frühzeitig auf ungewollte Verträge, Rechnungen und ähnliches. Hier kann auch die Verbraucherzentrale helfen. 

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