Prepaid-Guthaben einfach weg? Das können die Gründe sein

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Wer eine Prepaid-Karte nutzt, steht manchmal vor dem Problem, dass das Guthaben ohne erkennbaren Grund weniger wird. Doch wo ist das Geld hin? Und wie können sich Nutzer in Zukunft davor schützen, ungewollt Guthaben zu verlieren? Wir nennen Gründe für den plötzlich absinkenden Betrag und geben Tipps zur Abhilfe.

Prepaid Guthaben weg – wohin ist mein Geld?

Wer eine Prepaid-Karte nutzt, fühlt sich oft auf der sicheren Seite. Denn das Abrechnungsverfahren, bei dem Guthaben aufgeladen wird, bietet wenig Spielraum für Kostenfallen und Rechnungsprobleme. Dennoch kommt es vor, dass das aufgeladene Guthaben plötzlich verschwindet oder ohne erkennbaren Grund weniger wird. Doch wo ist das Guthaben hin und wie können sich Kunden in Zukunft vor diesem Mechanismus schützen?

Gründe für den Verlust von Guthaben

Eigentlich schützt das Abrechnungssystem klassischer Prepaid-Karten Nutzer vor Kostenfallen und hohen Rechnungen. Denn wer die Leistungen der Simkarte nutzen möchte, muss erst einmal Guthaben aufladen. Ist kein Guthaben vorhanden, ist auch keine Nutzung möglich. Zumindest in der Theorie. Denn viele Anbieter bieten mittlerweile sogenannte Komfort-Aufladungen an. Dabei werden die Bankdaten hinterlegt und automatisiert aufgeladen. Zum Beispiel bei Unterschreitung eines bestimmten Guthabenwertes oder zu einem festgelegten Zeitpunkt im Monat. Wer hier nicht aufpasst, kann natürlich unbemerkt sehr viel Geld verlieren. Vor allem die Aufladung bei Unterschreitung eines bestimmten Betrages kann schnell zur Kostenfalle werden. Folgende Faktoren können sich negativ auf das Guthaben auswirken:

  • Datennutzung ohne Internetoption
  • Abos und Drittanbieterdienste
  • fehlgeschlagene Verlängerung des Pakets

Die aufgezählten Gründe sind besonders häufig anzutreffen. Wenn plötzlich Guthaben verschwindet, sollten sich Betroffene fragen, ob einer der genannten Gründe in Frage kommt. Hier kann auch eine Nachfrage beim Anbieter helfen. Dieser sieht in der Regel, wohin das Geld verschwunden ist.

Leere Prepaidkarte durch Abos von Drittanbietern

Einen besonders häufigen Grund für den Guthabenverlust stellen Abos und Drittanbieterdienste dar. Da sich diese oft unbemerkt auf die Abrechnung schleichen, werden sie auch als Abo-Fallen bezeichnet. Dabei buchen sie wöchentlich oder monatlich einen bestimmten Betrag vom Guthabenkonto ab. Meist ohne sich anderweitig bemerkbar zu machen. Etwa durch eine Info-SMS. Und selbst wenn, sind diese oft so gestaltet, dass der Kunde diese nicht als solche erkennt. Das böse Erwachen kommt meist erst, wenn das Guthaben ohne eigenes Zutun immer weniger wird und der Kunden Ursachenforschung betreibt.

Allerdings gibt es einen sehr effektiven Schutz gegen diese Art der abzocke. Denn Kunden können über ihren Anbieter eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten lassen. Diese ist kostenfrei und verhindert, das Abo- und Drittanbieterdienste vom Guthaben oder der Rechnung abbuchen können.

Drittanbietersperre einrichten – so gehts:

  1. Kontaktieren Sie Ihren Anbieter, beispielsweise über die Hotline
  2. Verifizieren Sie sich und Ihre Rufnummer
  3. Bitten Sie den Mitarbeiter um die Einrichtung einer Drittanbietersperre
  4. Warten Sie die Bestätigungs-SMS (sofern vorhanden) ab
  5. Sie sind nun vor unerwünschten Abos geschützt.

Zum Teil ist die Einrichtung der Sperre auch über das persönliche Kundenlogin im Selfservice möglich.

In der Regel verhindert eine Drittanbietersperre nur neue Abos. Ist bereits eine Abofalle aktiv, wird sie durch die Aktivierung der Sperre nicht beendet. Diese müssen Kunden dennoch kündigen. Hilfestellungen dazu gibt es beim Anbieter.

Kostenfalle mobiles Internet

Ebenfalls besonders häufig anzutreffen ist die Kostenfalle Internet. Das heißt, dass Prepaid-Kunden ohne aktive Datenoption surfen. Das passiert besonders dann, wenn Simkarten neu aktiviert oder Pakete neu gebucht werden. Denn viele Kunden warten nicht auf die Bestätigungs-SMS, die ein aktives Paket bestätigt. Dadurch surfen diese nicht im gewünschten Paket, sondern im Basistarif. Bei diesem kostet in der Regel jedes verbrauchte Megabyte Geld. Das setzt diesen Mechanismus in Gang:

  1. Pro MB wird gemäß der Preisliste Geld vom Guthaben abgezogen
  2. Das Guthaben sinkt weiter und weiter
  3. Es reicht nicht mehr, um das gebuchte Paket zu bezahlen
  4. Die Berechnung findet bis zum Guthabenende statt

Im besten Fall verlieren Kunden so lediglich das aktuell aufgeladene Guthaben.Wer nun jedoch eine automatische Aufladung aktiviert hat, die bei Unterschreitung eines Guthabenwerts zum Einsatz kommt, kann auf diese Weise sehr viel Geld verlieren. Denn die Aufladung vom Bankkonto findet immer wieder statt. Und das solange bis der Kunde den Fehler bemerkt. Dann ist das Geld jedoch meist schon weg.

Wie bekommen Kunden ihr Geld wieder?

Eine Rückerstattung gestaltet sich oft schwierig. Denn grundsätzlich haben Kunden hier für eine Leistung bezahlt, die diese auch in Anspruch genommen haben. Nämlich das Surfen mit einer MB-genauen Abrechnung. Allerdings sind viele Anbieter in so einem Fall kulant und erstatten zumindest einen Teil der Kosten. Das setzt jedoch voraus, dass der Kunde den Mechanismus unterbindet, sobald er ihn bemerkt. Wer das Problem „aussitzt“, verschleudert viel Geld und hat kaum eine Chance, es wiederzubekommen.

Wie kann ich mich vor Kostenfallen schützen?

Warten Sie bei einer Paketbuchung immer die Bestätigungs-SMS ab. Erst wenn diese eingegangen ist, ist das Paket im System wirklich aktiv. Bis dahin sollten beispielsweise die mobilen Daten deaktiviert werden, um den Kreislauf der Kostenfalle zu verhindern. Einige Anbieter sind bereits dazu übergegangen, die mobile Datennutzung ohne Datenoption zu unterbinden. Deshalb gilt:

  • Warten Sie immer die Bestätigungs-SMS ab, dass das Paket aktiv ist
  • Deaktivieren Sie bis dahin die mobilen Daten in Ihrem Smartphone
  • Aktivieren Sie die mobilen Daten erst, wenn Sie sicher sind, dass das Paket aktiv ist
  • Achten Sie beim Kauf einer neuen Simkarte ggf. darauf, ob der Anbieter diese Kostenfalle von Haus aus unterbindet

Kein Guthaben – Aldi Talk deaktivert Paket

Kunden von Aldi Talk sollten besonders aufmerksam sein, wenn diese Pakete buchen. Denn der o2-Discounter agiert hier etwas anders als die große Mehrheit. Reicht das Guthaben zum Verlängern eines Pakets nicht aus, wird dieses komplett beendet. Das heißt, es wird deaktiviert und nicht nur pausiert. Das hat zur Folge, dass es nicht wieder automatisch anläuft, sobald Guthaben nachgeladen wurde. Stattdessen müssen Kunden ihr Wunschpaket wieder neu buchen. Daraus resultiert sehr oft diese Kostenfalle:

  • Kunden laden Guthaben auf und nehmen an, dass das Paket automatisch wieder anläuft
  • stattdessen kommt weiterhin der Basistarif von Aldi Talk zum Einsatz
  • in diesem kostet jedes MB 24 Cent
  • bei der Nutzung mobiler Daten kommt nun diese Abrechnung zum Einsatz
  • Folge: Das Guthaben ist schnell leer
Bei vielen Anbietern kostet 1 MB teure 24 Cent oder mehr

In diese Falle tappen Kunden vor allem, da Aldi Talk einer der wenigen Anbieter ist, der die Paketaktivierung so handhabt. Die große Mehrheit pausiert die Pakete bei nicht genügend Guthaben einfach und aktiviert sie automatisch nach einer Guthabenaufladung wieder. Das ist bei Aldi Talk nicht der Fall.

Wie schützen sich Kunden vor der Aldi Talk Kostenfalle?

Aldi Talk Kunden können sich dennoch vor der Kostenfalle schützen. Reicht das Guthaben zum Verlängern des Pakets nicht aus, sollten Sie so vorgehen:

  1. Deaktivieren Sie die mobilen Daten
  2. Laden Sie Guthaben auf (je nach Bedarf)
  3. Wunschpaket buchen
  4. Warten Sie die Bestätigungs-SMS ab
  5. Aktivieren Sie erst jetzt die mobilen Daten

Auch im Aldi Talk Forum von mobilfunk-talk.de führt die Kostenfalle durch den Aldi Talk Mechanismus zu häufigen Beschwerden.

Was tun nach Guthabenverlust?

Sobald Kunden sich nicht erklären können, wohin ihr Guthaben verschwindet, solltet sie aktiv werden. Das heißt, dass geprüft werden muss, was zum Verlust der Beträge führt. Denn nur so kann ein weiterer unterbunden werden. Gehen Sie dazu so vor:

  1. Prüfen Sie, ob ihr Paket oder die Datenoption ordnungsgemäß aktiv ist
  2. Deaktivieren Sie ggf. die mobilen Daten
  3. Überlegen Sie, ob Sie in letzter Zeit kostenintensive Dienste genutzt haben, bspw. Anrufe ins Ausland
  4. Prüfen Sie die Kostenübersicht oder den Einzelverbindungsnachweis
  5. Auch der Anbieter kann Auskunft geben, wohin das Geld verschwunden ist

Wichtig ist, dass sie den Einzelverbindungsnachweis aktiviert haben. Denn nur so sehen der Anbieter und Sie, welche Gründe der Guthabenverlust hat. Wenn Sie den Schuldigen gefunden haben, sollten Sie diese Schritte unternehmen:

  • Fehler bei Paketbuchung: Deaktivieren Sie die mobilen Daten und buchen Sie das Paket ordnungsgemäß
  • Abo-Falle: Kündigen Sie das Abo schnellstmöglich. Informationen dazu gibt es beim Anbieter. Richten Sie eine Drittanbietersperre ein
  • Andere Ursache: Kontaktieren Sie Ihren Anbieter und bitten Sie um Hilfe

Bekomme ich mein Geld wieder?

Ob Sie ihr Geld wiederbekommen ist ungewiss. Denn faktisch wurden Dienste in Anspruch genommen und korrekt abgerechnet. Das ist vor allem bei einer unzureichenden Paketbuchung der Fall. Bei Abo-Fallen schiebt der Anbieter gern die Verantwortung ab. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Nach der aktuellen Rechtssprechung ist bei allem, was die Abrechnung betrifft, der Anbieter Ihr Ansprechpartner. Sollte es keine Hilfe geben, können Sie auch bei den Verbraucherzentralen um Rat fragen.

FAQ

Warum verschwindet unbemerkt Guthaben?

Das kann mehrere Gründe haben. Die häufigsten sind:

  • unzureichende Paketbuchung
  • keine Paketbuchung
  • Abofallen und Drittanbieterdienste
  • Internetnutzung ohne Datenoption

Was kann ich bei Guthabenverlust tun?

Zu allererst sollten Sie auf Fehlersuche gehen und herausfinden, welche Ursache der Guthabenverlust hat. Nur so können Sie verhindern, dass weiteres Guthaben verschwindet. Kontaktieren Sie dadurch ggf. auch Ihren Anbieter.

Was ist an Aldi Talk besonders?

Bei Aldi Talk werden Pakete bei nicht ausreichend Guthaben nicht pausiert, sondern deaktiviert. Dadurch müssen sich nach erneuter Guthabenaufladung neu gebucht werden. Sie laufen nicht von allein wieder los. Da im Basistarif ein MB 24 Cent kostet, ist schnell viel Geld verloren.

Was ist eine Drittanbietersperre?

Mit einer Drittanbietersperre verhindern Kunden, dass Abos und Drittanbieterdienste vom Guthaben oder der Rechnung abgebucht werden. Sie ist der effektivste Schutz gegen unerwünschte Abos. Sie kann über den Anbieter kostenfrei eingerichtet werden.

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