Drittanbietersperre gegen Abo-Abzocke einrichten – So geht´s

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Um sich vor ungewollten Abos und Drittanbieterdiensten auf der Rechnung zu schützen, können Mobilfunkkunden eine Drittanbietersperre einrichten lassen. Dabei können diese Möglichkeit sowohl Kunden mit einem Handyvertrag oder Prepaid-Tarif nutzen. Die Drittanbietersperre sorgt dafür, dass ungewollte Abodienste und ähnliche Services nicht mehr über die Rechnung oder das Guthaben eingezogen werden.

Was ist eine Drittanbietersperre?

Unter dem Begriff „Drittanbietersperre“ versteht man eine netzseitige Sperrung bestimmter Abrechnungstypen. Dadurch können diese in Zukunft nicht mehr über die Handyrechnung und das Guthaben abgerechnet werden. Das ist vor allem für Abo-Verträge und andere Drittanbieterdienste interessant, die häufig auf dubiosen Wegen auf die Rechnung finden und nur selten vom Kunden aktiv gebucht wurden. Die Abos los zu werden ist oft sehr schwierig. Außerdem ist das bereits an die Dienste gezahlte Geld meist verloren bzw. kann nur mit viel Aufwand zurückgefordert werden.

Abrechnung per WAP-Billing

Dabei ist die Abrechnung von Abos und Drittanbieterleistungen für dubiose Unternehmen ebenso lukrativ wie für die Netzbetreiber und Mobilfunkanbieter. Die Abrechnung erfolgt über das sogenannte WAP-Billing. Das heißt, dass die Begleichung der angefallenen Kosten über die Mobilfunkrechnung erfolgt. Allerdings prüfen die Anbieter nur selten, ob der Kunde tatsächlich einen rechtsgültigen Vertrag mit dem Drittanbieter eingegangen ist. Dieser fordert nun Geld, welches er vom Mobilfunkanbieter erhält. Der wiederum holt sich die Summe von seinem Kunden wieder – und behält in der Regel einen Teil davon als eine Art Provision.

Abo-Abzocke durch Werbebanner-Klicks

Deswegen haben die Mobilfunkanbieter in der Regel auch kein Interesse daran, etwas gegen die oft dubiosen Machenschaften der Abo-Anbieter zu unternehmen. Für Kunden kommt der kostenpflichtige Dienst, der plötzlich auf der Rechnung auftaucht oder das Guthaben leer saugt, meist überraschend. Eine aktive Abo-Buchung hat nur selten tatsächlich stattgefunden. Gern verstecken Abo-Anbieter ihre Dienste hinter Werbebannern, etwa in Apps, die bei einem versehentlichen Klick ausgelöst werden. Die hierzulande gültige Vorgaben, dass kostenpflichtige Dienste deutlich erkennbar sein müssen, Preise nicht im Kleingedruckten versteckt werden dürfen und ein deutlich beschrifteter „Kaufen-Button“ eingesetzt werden muss, ignorieren die oft im Ausland ansässigen Firmen immer wieder.

Bildquelle: Verbraucherzentrale.de

Um diesem Problem Herr zu werden hat der Gesetzgeber Kunden das Mittel der Drittanbietersperre an die Hand gegeben. Dadurch können sie dubiose Dienste und ungewollte Posten auf der Rechnung von vornherein untersagen und böse Überraschungen vermeiden. Allerdings ist eine Drittanbietersperre in der Regel nicht voreingestellt, sondern muss aktiv vom Kunden eingerichtet werden.