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Handyvertrag oder Prepaid-Tarif – Vorteile und Nachteile im Überblick

Der deutsche Mobilfunkmarkt hält sowohl zahlreiche Vertrags- als auch Prepaidtarife bereit. Interessenten fällt es oft schwer, sich für einen Tarif und eine Abrechnungsart zu entscheiden. Dabei haben beide Optionen ihre Vor- und Nachteile, die es zu beachten gilt.

Inhaltsverzeichnis

Handyvertrag oder Prepaid-Tarif?

Wer sich für einen neuen Handytarif interessiert, muss nicht nur eine Entscheidung über dessen Inhalte treffen. Oft steht auch die Frage im Raum, ob es ein Laufzeitvertrag oder eine Prepaidkarte werden soll. Dabei unterscheiden sich beide Varianten vor allem bei der Abrechnung. Außerdem sprechen ein Vertrag und eine Prepaidkarte unterschiedliche Nutzergruppen an. Aber auch sonst bieten beide Modelle Vor- und Nachteile. Um den besten Handytarif für sich selbst zu finden, sollte man sich daher im Vorfeld ausreichend informieren.

Was ist Prepaid?

  • in der Rede voraus bezahlten Mobilfunktarif
  • Aufladung mit Guthaben notwendig, um den Prepaid-Tarif nutzen zu können
  • dadurch sehr flexibel und unregelmäßig nutzbar
  • Beispiele: Telekom MagentaMobil Start, Vodafone CallYa und die o2 Prepaid Tarife
  • Sonderform Pseudo-Prepaid: Prepaidkarte mit automatischer Abbuchung vom Konto oder PayPal (Achtung, ggf. Kostenfalle)

Was ist ein Postpaid?

  • Laufzeitvertrag wird erst im Nachgang abgerechnet – Kunden erhalten dafür eine Rechnung
  • oft mit Mindestvertragslaufzeit zwischen 1 und 24 Monaten
  • regelmäßig Bezahlung des Vertrages Pflicht – auch dann, wenn er nicht genutzt oder benötigt wird
  • Wer nicht bezahlt, verstößt gegen die Vertragsbedingungen –  Konsequenzen sind Mahnungen und Inkasso

Trotz der Ungebundenheit sind Prepaidtarife keine „Karten für die Schublade“. Das heißt, dass auch sie regelmäßig genutzt werden müssen, um ihre Gültigkeit zu behalten. Dafür ist die regelmäßige Aufladung mit neuem Guthaben notwendig.

Vorteile und Nachteile einer Aufladekarte

Der Hauptvorteil einer Prepaidkarte ist die einfache Kostenkontrolle. Dadurch, dass eine Nutzung nur nach einer Guthabenaufladung möglich ist, verlieren Nutzer nicht so schnell den Überblick über die Kosten. Außerdem können sie problemlos selbst bestimmen, wie viel sie im Monat für ihren Mobilfunktarif ausgeben möchten. Darüber hinaus sind Aufladetarife viel flexibler als die starren Handyverträge. Prepaidnutzer können jeden Monat selbst entscheiden, welchen Tarif bzw. Option sie verwenden möchten. Prepaid-Pakete können bequem zu- und abgebucht werden. Auch das „Stilllegen“, also die zeitweise Nichtnutzung, ist jederzeit möglich, ohne dass dafür Kosten entstehen.

Prepaid Vorteile

  • einfache Kostenkontrolle
  • flexible Nutzung
  • Stilllegung (zweitweise) möglich

Prepaid Nachteile

  • oft teurer als Postpaid
  • Aufladung notwendig
  • genügend Guthaben für Paketbuchung erforderlich

Deaktivierung von Prepaid-Optionen

Diese Kontrollnotwendigkeit kann dazu führen, dass eine Prepaidkarte als weniger bequem empfunden wird. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich das Paket nicht automatisch wieder aktiviert, wenn einmal nicht genügend Guthaben vorhanden war. Zwar pausieren die Pakete in diesem Fall bei den meisten Anbietern, bei einigen finden jedoch auch komplette Deaktivierungen statt, wie z.B. bei Aldi Talk. Kostenfalle automatische Aufladung und Drittanbieter

Auch durch die automatische Aufladung können unbewusst Kosten entstehen. Etwa durch die bereits angesprochene Beendigung von Paketen, sobald das Guthaben nicht für eine Verlängerung ausreicht. Zudem stelen Abos und Drittanbieterdienste eine Gefahr dar und können unbemerkt Geld abziehen und so für regelmäßige Aufladungen vom Bankkonto sorgen.

Vorteile und Nachteile eines Handyvertrages

Im Gegensatz zur Prepaidkarte muss ein Laufzeitvertrag vom Kunden deutlich weniger überwacht werden. Der Kunde bucht einen verbindlichen Tarif, der ihm jeden Monat zum vereinbarten Preis zur Verfügung steht und festgelegte Inhalte bietet. Die Aufladung von Guthaben oder die Kontrolle der gebuchten Pakete, ob diese ordnungsgemäß verlängert wurden und dergleichen entfallen. Dadurch sind Laufzeitverträge für die meisten Kunden die bequemere Variante. Außerdem bieten Verträge meist deutlich bessere Inhalte als Prepaidkarten. Durch die Laufzeit ergibt sich auch eine Verbindlichkeit. Der Anbieter darf den Tarif nicht einfach so ändern und beispielsweise verschlechtern oder ganz einstellen. Bei Prepaidkarten, deren Pakete meist nur einen Monat gelten, kann das jederzeit erfolgen. Bei Laufzeitverträgen ist sowas erst zum Ende der Laufzeit möglich. Auch eine Kündigung darf nicht einfach „zwischendrin“ erfolgen – anders als bei Prepaidkarten, die der Anbieter jederzeit kündigen darf.

Vorteile

  • weniger Kontrolle notwendig
  • bessere Inhalte
  • Preisgarantie für Dauer der Laufzeit

Nachteile

  • ggf. lange Laufzeit
  • keine Pausierung möglich
  • Bindung an Tarif, Preis und Mobilfunknetz

Vertrag mit Smartphone und Preisvorteil

Wer ein Top-Smartphone zusammen mit einem Tarif erwerben möchte, kommt in vielen Fällen nicht um die Tarifvariante „Handy mit Vertrag“ herum. Die meisten Mobilfunkanbieter bieten gute Handys nur zusammen mit einem Vertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten an.
Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Zudem erhalten Kunden bei der Kombination von Handyvertrag und Smartphone oft Preisvorteile im Vergleich zum Handykauf ohne Vertrag. Zum Teil sind auch andere Modelle, etwa die o2 My Handy Finanzierung, in Anwendung.

Kostenfalle durch Abos von Drittanbietern

Auch bei den Kosten können sich negative Auswirkungen ergeben. Durch die nachträgliche Abrechnung können unbemerkt Kosten entstehen, die erst auf der Rechnung auffallen. Zum Beispiel durch Abos oder Drittanbieterdienste. Diese muss man dann im Nachgang reklamieren. Auch Abrechnungsfehler werden meist erst auf der Rechnung bemerkt und sind nur mit einer Reklamation behebbar. Nicht selten ist eine Reklamation der Handyrechnung mit viel Geduld und Aufwand verbunden. Dies gilt vor allem bei ungewollten SMS- und Handy-Abos. Oftmals können Rückzahlungen nur mit Hilfe eines Anwalts durchgesetzt werden, durch den weitere Kosten entstehen.

Kein Vertragsende ohne Kündigung

Ein Handyvertrag bedarf zudem einer Kündigung. Ohne fristgerechte Kündigung läuft er einfach weiter und verursacht weiter Kosten. Außerdem sollten Vertragskunden etwaige Rabatte und Nachlässe im Auge behalten. Meist gelten diese nur für 24 Monate. Wer die Kündigung vergisst, bezahlt anschließend in der Regel mehr und kommt erst 12 Monate später wieder aus dem Vertrag raus.

FAQ zu de Vor- und Nachteilen von Prepaid und Vertrag

Was ist besser? Prepaid oder Vertrag?

Ob ein Prepaidvertrag oder ein Laufzeitvertrag besser zu den eigenen Bedürfnissen passt, ist unterschiedlich. Dabei spielen maßgeblich die Wünsche und Vorstellungen eine Rolle. Beide Abrechnungsarten haben ihre Vor- und Nachteile. Deswegen muss jeder Kunde individuell prüfen, was für ihn das richtige ist.

Was unterscheidet Prepaid und Vertrag?

Grundsätzlich unterscheiden sich beide Tarifarten in der Abrechnung. Denn bei einem klassischen Prepaidtarif laden Kunden Guthaben auf und bezahlen von diesem die Paketpreise und Kontingente. Bei einem Laufzeitvertrag, auch Postpaid genannt, wird kein Guthaben aufgeladen. Stattdessen können Kunden diesen nutzen und bezahlen die einmal im Monat. Meist per Abbuchung vom Konto. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile und sind nicht für jedes Bedürfnis gleichermaßen geeignet.

Warum Prepaid und keinen Vertrag?

Das kann individuelle Gründe haben. Oft entscheiden sich Kunden für einen Prepaidtarif, damit sie die Kosten besser im Blick behalten können. Auch die fehlende Laufzeit spielt eine Rolle. Hinzukommen die oft attraktiven Prepaidtarife und die Bonität. Denn wer eine schlechte Bonität hat, bekommt meist keinen Vertäge mehr und muss auf Prepaid ausweichen.

Gibt es Mischformen aus Prepaid und Vertrag?

In den letzten Jahren sind solche Mischformen populärer geworden. So ist beispielsweise der CallYa Digital eigentlich ein Vertrag ohne Laufzeit, der sich als Prepaid-Angebot tarnt. Auch die sogenannten Pseudo-Prepaids, also Prepaid-Tarife mit automatischer Aufladung vom Bankkonto oder PayPal, vermischen die beiden Tarifformen miteinander. Hier sollten Kunden also prüfen, ob die Vorteile für sie die Nachteile und stärkere Gefahr der unkontrollierten Kosten überwiegen.

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