Roaming-Gebühren in Großbritannien nach Brexit (Telekom, o2 & Vodafone)

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In einem Volksentscheid haben die Bürger Großbritanniens gegen den Verbleib in der EU abgestimmt. Müssen deutsche Mobilfunkkunden nach einem Brexit wieder mit Roaming-Gebühren im Vereinigten Königreich rechnen? Wir informieren über den aktuellen Stand und den künftigen Roaming-Preisen der Telekom, Vodafone und o2.

Großbritannien verlässt EU bei Brexit

Für deutsche Mobilfunkkunden und Bürger anderer EU-Staaten könnte der Brexit bei einer Reise in das Vereinigte Königreich in naher Zukunft folgen haben – zumindest bei der Handyrechnung. Denn nach einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union greift die EU-Regulierung von Roaming-Gebühren unter Umständen nicht mehr. D.h. die Betreiber der Handynetze in Großbritannien (England, Nordirland, Wales und Schottland) könnten für die Handynutzung künftig Roaming-Kosten in Rechnung stellen. Gleiches würde allerdings auch für Bürger Großbritanniens bei der Handynutzung im EU-Ausland gelten.

EU-Roaming-Regulierung trotz Brexit

Grundsätzlich kann der bestehende EU-Roaming-Vertrag zwischen Großbritannien und anderen EU-Ländern selbst nach einem Brexit fortbestehen. So sind beispielsweise die Länder Norwegen, Liechtenstein und Island nicht EU-Mitglieder, aber nehmen an der EU-Roaming-Verordnung teil. Ein EU-Austritt von Großbritannien ist somit nicht automatisch an das Ende der EU-Roaming-Regulierung gekoppelt.

EU-Roaming-Regulierung
Noch ist nicht entschieden, ob Großbritannien und die EU die Roaming-Regulierung fortsetzen. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass Großbritannien künftig nicht mehr an der EU-Roaming-Regulierung teilnehmen möchte.

Bei einem Brexit können die deutschen Netzbetreiber daher nicht automatisch Roaming-Gebühren berechnen bzw. Roaming-Preise veranschlagen. Zumindest tariflich könnte Großbritannien weiterhin ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union bleiben. Doch welche Roaming-Kosten könnten den Kunden drohen? Wir haben uns bei den Mobilfunkanbietern umgehört.