Roaming-Gebühren in Großbritannien nach Brexit (Telekom, o2 & Vodafone)

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In einem Volksentscheid haben die Bürger Großbritanniens gegen den Verbleib in der EU abgestimmt. Ab dem 1. Februar 2020 tritt daher Großbritannien aus der EU aus. Müssen deutsche Mobilfunkkunden nach einem Brexit wieder mit Roaming-Gebühren im Vereinigten Königreich rechnen? Wir informieren über den aktuellen Stand und den künftigen Roaming-Preisen der Telekom, Vodafone und o2.

Update vom 10.06.2021

o2 stuft UK in Länderklasse 2

Möglicherweise fällt Großbritannien auch für deutsche Kunden bald aus dem EU-Roaming. Wie Teltarif berichtet, hat o2 das Land bereits in die Ländergruppe 2 eingestuft. Dort sind bereits die Schweiz und Andorra beheimatet. Allerdings gilt bis zum 31. Dezember 2021 eine Übergangsfrist, in der die Kommunikation in Großbritannien weiterhin gemäß dem EU-Roaming abgerechnet wird. Ab 2022 könnten dann jedoch Gebühren anfallen. Denn bis zum Jahresende wolle man „die poli­tischen Entwick­lungen sehr genau“ beobachten und dann entscheiden, ob Großbritannien die Vergünstigungen des EU-Roamings beibehält oder nicht, so o2.

Bei Vodafone und Telekom bleibt vorerst alles beim Alten. Hier gibt es derzeit keine Pläne, am Status von Großbritannien als EU-Roaming-Land etwas zu ändern.

Update vom 11.12.2020

Großbritannien vorerst weiterhin mit EU-Roaming

Obwohl die Übergangsfrist zum 31. Dezember 2020 endet, verbleibt Großbritannien vorerst weiterhin im EU-Roaming. Das haben die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und o2 gegenüber Teltarif bestätigt. Das heißt, dass Reisende auch nach dem 1. Januar 2021 weiterhin den EU-Roamingtarif und damit ihren Heimattarif wie Zuhause nutzen können. Allerdings behalten sich die Anbieter vor, an dieser Regel in Zukunft etwas zu ändern. Ob und wann das der Fall sein wird, steht jedoch noch nicht fest.

Ursprünglicher Artikel

Großbritannien verlässt EU bei Brexit

Für deutsche Mobilfunkkunden und Bürger anderer EU-Staaten könnte der Brexit bei einer Reise in das Vereinigte Königreich in naher Zukunft folgen haben – zumindest bei der Handyrechnung. Denn nach einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union greift die EU-Regulierung von Roaming-Gebühren unter Umständen nicht mehr. D.h. die Betreiber der Handynetze in Großbritannien (England, Nordirland, Wales und Schottland) könnten für die Handynutzung künftig Roaming-Kosten in Rechnung stellen. Gleiches würde allerdings auch für Bürger Großbritanniens bei der Handynutzung im EU-Ausland gelten.

EU-Roaming-Regulierung trotz Brexit

Grundsätzlich kann der bestehende EU-Roaming-Vertrag zwischen Großbritannien und anderen EU-Ländern selbst nach einem Brexit fortbestehen. So sind beispielsweise die Länder Norwegen, Liechtenstein und Island nicht EU-Mitglieder, aber nehmen an der EU-Roaming-Verordnung teil. Ein EU-Austritt von Großbritannien ist somit nicht automatisch an das Ende der EU-Roaming-Regulierung gekoppelt.

EU-Roaming-Regulierung
Noch ist nicht entschieden, ob Großbritannien und die EU die Roaming-Regulierung fortsetzen. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass Großbritannien künftig nicht mehr an der EU-Roaming-Regulierung teilnehmen möchte.

Bei einem Brexit können die deutschen Netzbetreiber daher nicht automatisch Roaming-Gebühren berechnen bzw. Roaming-Preise veranschlagen. Zumindest tariflich könnte Großbritannien weiterhin ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union bleiben. Doch welche Roaming-Kosten könnten den Kunden drohen? Wir haben uns bei den Mobilfunkanbietern umgehört.

Telekom: Großbritannien bleibt „EU-Land“

Auch nach einem Brexit und einem Ende der Roaming-Regulierung wird Großbritannien bei der Telekom zunächst als EU Mitgliedstaat behandelt. D.h. nach dem Austritt aus der Europäischen Union fallen für Telekom-Kunden keine Roaming-Gebühren bei der voreingestellten „All-inclusive-Option“ an. Hier ist z.B. aktuell auch die Schweiz vertreten. Allerdings ist es möglich, dass die Telekom zu einem späteren Zeitpunkt die Roaming-Kosten bzw. Handhabung für das Vereinigte Königreich anpasst.

o2: Großbritannien landet in Weltzone 2 oder 3

Telefonica bestätigt gegenüber MobiTalk.de, dass Großbritannien theoretisch bei einem Ende der EU-Roaming-Regulierung in der Weltzone 2 oder Weltzone 3 landet. Das Unternehmen geht jedoch nicht davon aus, dass es soweit kommt.

Obwohl Telefonica mit o2 Uk eine große Tochtergesellschaft in Großbritannien hat, werden deutsche Mobilfunkkunden bei einem Ende der Roaming-Vereinbarung zur Kasse gebeten. Denn Länder, die aus der EU-Zone austreten, landen wahrscheinlich in der Weltzone 3 und das wird für o2-Kunden richtig teuer.

Aus der Weltzone 3 werden ausgehende Anrufe nach Deutschland mit 1,49 € pro Minute abgerechnet. Für eingehende Gespräche berechnet der Netzbetreiber o2 noch 69 Cent pro Minute. Die Kosten für den Versand einer SMS liegen bei jeweils 39 Cent. Für die Nutzung des mobilen Internets werden je nach Basis-Tarif 99 Cent pro MB bzw. 1,99 € für 6 MB in Rechnung gestellt.

Vodafone rechnet nicht mit Ende der EU-Regulierung

Bei Vodafone geht man aktuell davon aus, dass sich auch nach einem Austritt Großbritanniens nichts an der bisherigen Regelung ändern. „Wir haben keinerlei Anzeichen dafür, dass Großbritannien künftig nicht mehr an der EU-Roaming-Regulierung teilnehmen will. Insofern gehen wir davon aus, dass sich selbst im Falle des Brexits an der bestehenden Roaming-Regelung mit Großbritannien nichts ändern wird“, heißt es von der Vodafone Pressestelle.

Mit Vodafone UK ist in Großbritannien ebenfalls eine große Tochter aktiv. Für die Reiseländer Schweiz, Kanada, USA und Türkei bietet Vodafone verschiedene Easy Travel-Optionen. Mit dieser Option können die Konditionen des Inlandtarifs beispielsweise zum Fixpreis genutzt werden. Gut möglich, dass Vodafone künftig ebenfalls die Easy Travel Optionen anbietet, aber nur, wenn es keinen Fortbestand der Vereinbarung zur Roaming-Regulierung gibt.

Roaming nach Brexit - FAQ

Was kosten Telefonate nach dem Brexit?

Die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und o2 wollten Großbritannien trotz Brexit weiterhin gemäß der EU-Roamingvorgabe behandeln. Zumindest vorerst, beispielsweise bis Ende 2020. Danach kann es zu anderen Abrechnungen kommen, wenn das Land in eine andere Länderzone rutscht.

Gilt das EU-Roaming auch nach dem Brexit?

Auch nach dem Brexit bleibt in Großbritannien vorerst das EU-Roaming gültig. Dennoch sollten Kunden vor einer Reise die aktuellen Kosten prüfen.

Wann wird der Brexit vollzogen?

Der finale Termin für den Brexit ist der 31. Januar 2020. Ab Februar 2020 gehört Großbritannien nicht mehr zur EU.

Welche Länder sind vom Brexit betroffen?

Der Brexit betrifft das Vereinigte Königreich und damit die Länder England, Wales, Schottland und Nordirland.

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