Hilfe nach Phishing-SMS mit falscher Paketankündigung

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Seit einigen Wochen ist ein altbekannter Phishing-Versuch zurück. Und das offenbar so massiv, dass sich selbst o2 veranlasst sieht, vor dem Betrugsversuch zu warnen. Allerdings nutzt der Netzbetreiber dafür ebenfalls eine SMS, was bei vielen Kunden für Verwirrung sorgt. Das müssen Betroffene jetzt wissen.

Update vom 21.06.2021

Verbraucherzentrale gibt Tipps

Nach Ostern 2021 war das Aufkommen der Phishing-Nachrichtern am Höchsten. Der ein oder andere Handynutzer dürfte jetzt also die Folgen des unbedachten Klicks auf den Link zu spüren bekommen. Damit Verbraucher wissen, was in so einem Fall zu tun ist, gibt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen einige Tipps:

  • Flugmodus aktivieren (damit die App keine Daten mehr über das Internet senden kann)
  • Beweise sammeln und Anzeige bei der Polizei erstatten (Screenshots, ect.)
  • Schädliche App deinstallieren (dafür Smartphone im abgesicherten Modus neu starten und nach kürzlich installierten und unbekannten Apps suchen)
  • ggf. Smartphone auf Werkszustand zurücksetzen (wenn das Deinstallieren nicht möglich ist)
  • Mobilfunkanbieter informieren und Kostennachweis über möglicherweise verschickte SMS erstellen lassen

Da vor allem der Streit mit dem Mobilfunkanbieter häufig ein langwieriges Ärgernis für Kunden ist, erklären die Verbraucherschützer zudem, wie sich Kunden hier am besten verhalten:

Sollte der Mobilfunkanbieter auf Zahlung der Kosten bestehen, die durch den automatisierten Versand von Massen-SMS verursacht wurden, übersenden Sie eine Kopie der Strafanzeige und legen Sie dar, dass der Versand der SMS durch die Schadsoftware verursacht wurde. Fragen Sie außerdem gezielt nach, welche Schutzmechanismen der Mobilfunkanbieter einsetzt, um untypisches Nutzungsverhalten – wie den Massenversand von SMS in einem kurzen Zeitraum – zu stoppen, bevor Kosten entstehen. Informieren Sie die Bundesnetzagentur, wenn der Mobilfunkanbieter weiter auf Zahlung besteht.

Unter Umständen springt auch die Hausratversicherung ein, wenn durch den Link bzw. die dadurch installierte Schadsoftware Kosten entstanden sind. Denn einige der Policen enthalten auch den Schutz vor Schäden durch Phishing oder durch missbräuchliches Online-Shopping. Wer eine solche Versicherung besitzt, kann sich unter Umständen die Kosten erstatten lassen. Sprechen Sie diesbezüglich am besten mit Ihrer Versicherung.

Update vom 08.04.2021

Betrugs-SMS weiterhin im Umlauf

Seit Wochen ist die betrügerische SMS immer wieder im Umlauf. Diesmal jedoch mit einem abgeänderten Wortlaut, so dass erneut viele Nutzer auf die Nachricht hereinfallen. Nun ködern die Betrüger die Empfänger mit Geschenken, die angeblich an sie verschickt wurden, oder bauen Druck mit „Letzte Chance zum Abholen“ oder ähnlichem auf. Auch bei diesen Nachrichten gilt: Nicht auf den Trick hereinfallen und keine Links anklicken. Nach wie vor versuchen Dritte mit diesen SMS unvorsichtige Handynutzer in eine Falle zu locken.

Ursprünglicher Artikel

Paket-Phishing-Versuch per SMS

In den letzten Tagen und Wochen trudeln auf zahlreiche Handys seltsame SMS ein. In diesen kündigt der Absender ein verschicktes Paket an, welches über einen Link bestätigt oder nachverfolgt werden soll. Dabei handelt es sich jedoch nicht tatsächlich um eine Paketankündigung, sondern um einen Phishing-Versuch. Denn der Empfänger der Nachricht soll dazu verleitet werden, den enthaltenen Link anzuklicken.

Altbekannter Phishing-Versuch wieder auf dem Vormarsch

Offenbar erreichen diese SMS derzeit so viele Kunden, dass o2 eine Informationskampagne ins Leben gerufen hat, die betroffenen Kunden helfen soll. Dabei setzt der Netzbetreiber ebenfalls auf eine SMS, die darüber informiert, dass der Empfänger anscheinend auf den Betrugsversuch hereingefallen ist. Auch in der Info-Nachricht ist ein Link enthalten, der zu einer Informationsseite führt.

o2 warnt per SMS vor Betrugsversuch

Anders als die Betrugsnachricht ist die SMS von o2 jedoch als echter Warnhinweis gedacht und bietet via Link weitere informationen an. „Leider mussten wir feststellen, dass einige unserer Kunden Ziel eines Phishing-Angriffs per SMS geworden sind.“ heißt es auf der Informationsseite unter anderem. „Vermutlich haben Sie in den letzten Wochen eine SMS mit etwa folgendem Inhalt bekommen und auf den darin enthaltenen Link geklickt […].“

Weiter wird erklärt, was es mit mit der Warnung auf sich hat. Denn Kunden, die den Link angeklickt haben, haben möglicherweise unbemerkt Schadsoftware auf ihrem Smartphone installiert:

Mithilfe dieser nutzen die Täter Ihr Endgerät, um beispielsweise SMS ins außereuropäische Ausland zu verschicken. Wenn Sie die Software nicht entfernen, kann das daher hohe unerwartete Kosten zur Folge haben.

Gleichzeitig finden Betroffene bei o2 eine Anleitung, wie sie die Schadsoftware wieder los werden und sich in Zukunft vor einer neuerlichen Betrugsmasche schützen können. Betroffen sind den Angaben nach Kunden dieser o2-Marken:

  • o2
  • Blau
  • Ay Yildiz
  • Fonic & Fonic mobile
  • WhatsApp SIM
  • Tchibo mobil
  • netzclub
  • novamobil
  • Super Select (Media Markt & Saturn)

Natürlich kann die Phishing-Nachricht jeden Mobilfunkkunden erreichen. Also auch Nutzer anderer Marken und Anbieter. Denn meist ist die Schadsoftware so programmiert, dass sich sich unbemerkt vom Nutzer selbst weiter versendet. Klicken Sie daher keine unbekannten Links an und seien sie weiterhin auf der Hut.

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